Traubeneiche findet ihren Platz im Naturschutzgebiet

+
Pflanzten gestern eine Traubeneiche: Klaus Woidansky, Geschäftsführer des Fördervereins Naturschutz MK, Hans Obergruber vom Naturschutzzentrum und die Bundestagsabgeordnete Petra Crone, die von ihrem Mann Michael begleitet wurde (von links).

Kierspe - Wenn die Traubeneiche, die gestern gepflanzt wurde, ausgewachsen ist, sind die Menschen, die das getan haben, längst vergessen. Es wird Jahrzehnte dauern, bis sich das Bäumchen Baum nennen darf – und wenn alles gut geht, kann die Eiche 1000 Jahre alt werden. Der Standort in dem Naturschutzgebiet „Kierspe- und Hamecketal“ bietet dafür gute Voraussetzungen.

Von Johannes Becker

Politiker, die Bäume pflanzen, haben Tradition – rühmliche und unrühmliche. Gestern konnte sich Petra Crone in die lange Liste der deutschen Politiker einreihen, die ein Bäumchen in ein großes – von anderen gegrabenes – Loch setzen, dieses mit fünf oder sechs Schaufeln Erde füllen und festtreten.

Es ist bereits der fünfte Baum des Jahres, den die Politikerin in ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete pflanzte – in diesem Jahr gleich dreimal. Mit diesen Aktionen versteht es die SPD-Politikerin, die sich im Ausschuss für Ernährung und Forstwirtschaft vor allem mit den Bereichen Wald, Forst und Jagd beschäftigt, auf Bereiche aufmerksam zu machen, die oft nicht die Beachtung finden, die sie verdienen. So steht jetzt eine der drei Traubeneichen neben einem Hospiz in Lennestadt und eine andere neben einem Kindergarten in Bleche. Die dritte wurde gestern im Naturschutzgebiet in ihrer Heimatstadt gepflanzt – eine Gemeinschaftsaktion mit dem Leiter der Naturschutzzentrums MK Hans Obergruber und dem Geschäftsführer des Fördervereins Naturschutz Märkischer Kreis Klaus Woidasky.

Der Standort war weise gewählt. Denn die Eiche soll dort wachsen, wo sich bis vor wenigen Monaten noch Fichten in den Himmel reckten.

Bereits in den 1990er Jahren hatte der Förderverein in dem Tal bei Berker Mühle einen Teich erworben und damit die Keimzelle für ein Naturschutzgebiet gelegt, das heute rund acht Hektar umfasst. Vor allem der Artenreichtum auf den bachnahen Wiesen und den Wäldern, die auf dem feuchten Boden wachsen, hatte die Verantwortlichen des Vereins dazu bewogen, weitere Flächen zu kaufen. Heute gehört dem Förderverein das gesamte, rund acht Hektar große Areal, das Anfang der 2000er Jahre zum Naturschutzgebiet wurde.

Jetzt leben dort seltene Vögel wie Schwarzstorch, Neuntöter oder auch Eisvogel. „Aber auch die Pflanzenwelt weist einen außergewöhnlichen Artenreichtum auf“, erklärt Wilhelm Heveling, der dem erweiterten Vorstand des Fördervereins angehört.

„Für uns ist es wichtig, dass sich die Flächen in unserem Eigentum befinden, denn dann lässt sich solch ein Gebiet leichter entwickeln“, so Woidasky. Was er damit meint, wird beim ersten Umschauen sichtbar, denn mittlerweile findet sich so gut wie keine Fichte mehr auf dem Gelände, stattdessen wachsen dort Erlen. In Zukunft soll der Wald sich selbst überlassen werden.

Die Wiesen, die an einem meandernden Bach liegen, werden extensiv bewirtschaftet und der Teich hat schon lange keinen Angler mehr gesehen. Statt dessen dient das malerische Gewässer heute der ungestörten Brut.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare