Petra Crone agiert mit viel Engagement und Herz

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In ihrem Garten zuhause findet Petra Crone die Ruhe, die sie zur Erholung braucht. Wenn es ihre knapp bemessene Zeit als Bundestagsabgeordnete zulässt, pflegt sie ihre Blumen und verbringt viel Zeit mit ihrem Mann und dem Rest der Familie.

KIERSPE - Sie ist eine Politikerin, die nicht nur viel Engagement zeigt und sich für Themen und Menschen einsetzt, sondern dabei immer auch mit Herz agiert. Das hat der Sozialdemokratin in den vergangenen vier Jahren viele Sympathien eingebracht. 2009 schaffte Petra Crone erstmals den Einzug in den Bundestag und in einer Woche stellt sie sich erneut dem Wählervotum im Wahlkreis 149, der Olpe und den südlichen Märkischen Kreis umfasst.

Von Rolf Haase

Ihr für die Wahl am 22. September gestecktes Ziel lautet: „Ich möchte mit einem guten Ergebnis erneut in den Bundestag einziehen.“ Dabei dürfen die Chancen von Petra Crone als sehr gut eingestuft werden, denn die Kiersperin steht auf dem vierten Platz der Landesliste, damals war es noch Platz 12.

Petra Crone gehört in Berlin dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an sowie auch dem Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Außerdem ist sie im Bundestag Schriftführerin und sitzt so an der Seite von Bundestagspräsident Norbert Lammert. Durch diese verschiedenen Aufgaben kann sie sich in der Hauptstadt über Langeweile nicht beklagen, sondern ihre Wochen dort sind randvoll gepackt mit Terminen.

Trotzdem nimmt sie sich immer auch Zeit, um durch ihren großen Wahlkreis zu reisen, denn eine enge Bindung zu ihren Wählern war ihr nie nur ein verbal geäußertes Anliegen, sondern sie hat das in den vergangenen vier Jahren konsequent umgesetzt. „Das war angesichts meines Flächenwahlkreises nicht ganz einfach, hat aber funktioniert“, zieht sie ein Fazit und zeigt sich nicht unzufrieden auch angesichts des Feedbacks, das sie immer wieder erhält.

Natürlich darf sie sich als Bundespolitikerin bei ihrem Engagement nicht nur auf eine Kommune beschränken. So ist sie zwar immer wieder auch bei Veranstaltungen in ihrer Heimatstadt Kierspe anzutreffen, aber ebenfalls in allen anderen Städten und Gemeinden, wobei Lüdenscheid und Olpe schon allein von ihrer Größe und Bedeutung als Kreisstädte natürlich Schwerpunkte sind. Es gibt Wochen, da fährt sie bis zu 1200 Kilometer durch den Wahlkreis. Stress scheut sie nicht. Mehr als 40 eigene Veranstaltungen hat Petra Crone in den vergangenen Jahren im Wahlkreis durchgeführt. Dabei waren die Schwerpunkte vor allem Pflege, demographischer Wandel sowie Umweltthemen. „Aber es ging auch um Rechtsextremismus, den Wert der Arbeit, die Ganztagsschule, um Sport, Organspende oder auch die Patientenverfügung“, listet die inzwischen 63-Jährige auf.

Ganz wichtig ist ihr die Arbeit in dem von ihr gegründeten Arbeitskreis „Demographie - lebenslanges Lernen“, in dem viele Kommunen, Gruppen, Institutionen und Unternehmen aus aus ihrem Wahlkreis mitarbeiten. Einmal im Jahr finden vom Arbeitskreis große Tagungen in Haus Nordhelle in Valbert statt. Die letzte zu Beginn des Jahres hatte das Thema „Älter werden in der Arbeitswelt“. Als nächstes soll es um den Übergang von der Schule in den Beruf gehen. Auch überregional bei Veranstaltungen in ganz Deutschland ist Petra Crone durch ihre Arbeit in Berlin mittlerweile recht gefragt.

An ihrem Wahlkreis schätzt sie vor allem die Vielfalt dieser Region mit einer starken mittelständischen Wirtschaft, eine schönen waldreichen Landschaft und intensiven Vereinsaktivitäten vor allem auch im kulturellen Bereich.

Petra Crone absolvierte die Mittlere Reife, machte eine Ausbildung zur Gymnastiklehrerin in Coburg und dann das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. An der Uni Wuppertal studierte sie Sozialwissenschaften. Ganz bewusst entschieden sich Petra Crone und ihr Mann Michael im Jahr 1972 dafür, von Lüdenscheid nach Kierspe zu ziehen. „Einerseits sollten unsere Kinder auf dem Land aufwachsen und andererseits faszinierte uns die Gesamtschule als damals neue moderne Schulform“, erinnert sich die Bundestagsabgeordnete. Zudem fanden sie in Hinterste Vornberg mit der alten Schule ein schönes Haus.

Nachdem sie 2005 bei ihrem ersten Versuch zu kandidieren, noch parteiintern an ihrem Olper Kontrahenten gescheitert war, wurde sie vier Jahre später im zweiten Anlauf von 91 Prozent der sozialdemokratischen Delegierten gewählt. Wäre nicht ihr Ehemann Michael gewesen, wäre es gar nicht so weit gekommen: Denn nachdem sie gefragt worden war, ob sie sich vorstellen könnte, nochmals anzutreten, war sie erst unschlüssig gewesen und hatte sogar überlegt abzulehnen. „Ich habe mich nie danach gedrängt, in den Bundestag zu gehen. Aber Michael hat gesagt: Mach’s, das ist die Krönung deiner Laufbahn“, berichtet die Sozialdemokratin Er wie überhaupt ihre ganze Familie mit ihren drei Töchtern, der Restauratorin Angela, der Philosophiedozentin Katja und der Kinderärztin Julia, seien auch die wichtigsten Rat- und Impulsgeber in ihrem Leben gewesen.

An politischen Vorbildern, die sie ansonsten geprägt haben, nennt sie an erster Stelle den früheren Bundeskanzler Willy Brandt.

Ihr politisches Engagement begann eigentlich schon mit ihrer Arbeit in verschiedenen Elternmitwirkungsgremien, erst im Kindergarten, dann in der Grundschule und später der Gesamtschule. Dadurch fiel sie den Sozialdemokraten vor Ort auf, die sie fragten, ob sie nicht in der Partei mitmachen wolle. Petra Crone ist seit 1988 SPD-Mitglied. Der Schulausschuss und der Umweltausschuss waren ihre ersten Betätigungsfelder. Durch die Politik entstanden auch Freundschaften. Bis 1999 war sie ebenfalls Vorsitzende des Ortsvereins Kierspe. Bereits seit 1994 gehört Petra Crone dem Rat der Stadt an und war von 1999 bis 2007 Fraktionsvorsitzende. Sie ist zudem stellvertretende Vorsitzende im SPD-Unterbezirk Märkischer Kreis und Mitglied im Landesparteirat NRW.

Rückblickend auf die vier Jahre Amtszeit als Bundestagsabgeordnete stellt Petra Crone fest, dass ihr besonders die extrem schwierigen Entscheidungen über die Rettungspakete für andere europäische Länder nicht leicht gefallen seien, weil die Themen so komplex und dabei sämtliche Fakten zu berücksichtigen gewesen seien. Als positiv an ihrer Arbeit in Berlin hat sie empfunden, dass sie von Anfang an das Gefühl hatte, angekommen zu sein und in der Fraktion akzeptiert zu werden. Dafür hat sie jedoch auch hart gearbeitet.

Ein persönlicher Erfolg für sie war es, dass sie durch eigene Anträge mit dazu beitragen konnte, dass das aus ihrer Sicht sehr wichtige Konzept der Mehrgenerationenhäuser, wo Jung und Alt auf ehrenamtlicher Basis zusammen aktiv sind, weiterlief. Auch das Thema Organspende zu forcieren, war ihr ein wichtiges Anliegen. Dass die Bürger jetzt von den Krankenkassen gezielt daraufhin angesprochen werden, sei ein guter erster Schritt nach vorne.

Froh zeigt sich Petra Crone bei der Bilanz ihrer ersten Amtszeit in Berlin auch, dass der Atomausstieg umgesetzt wurde. Wenn für sie auch feststeht, dass man das besser hätte machen können als die derzeitige Regierungskoalition. Aber Petra Crone betont: „Jede Wahl birgt eine Chance auf einen Wechsel. Ich will eine gerechtere Regierung für Deutschland. Wir brauchen mehr Zusammenhalt in unserer Gesellschaft: Junge und Ältere, Frauen und Männer, Deutsche und Nicht-Deutsche, Menschen mit und ohne Behinderung. Wir alle gehören zusammen“. Außerdem plädiert sie für faire Arbeitsbedingungen, Gesundheitsprävention und -förderung sowie ein solidarisches Miteinander.

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