Großes Interesse an einer neuen Landfrauenguppe

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Magdalene Kremer, Sylvia Grafe und Bärbel Balke (von links) stellten die Arbeit der Landfrauen vor.

Kierspe - Die Landfrauen hatten ihre Erwartungen niedrig angesetzt. „Wenn am Ende zehn Frauen eine neue Gruppe bilden, sind wir zufrieden,“ sagten Magdalene Kremer, Sylvia Grafe und Bärbel Balke, die federführend die Gründung einer neuen Landfrauengruppe vorbereitet hatten.

Von Birgitta Negel-Täuber

Am Ende waren es mehr als doppelt so viele, die zur Einstiegsveranstaltung in den Funkenhof kamen, auch zum Vortrag blieben und mündlich wie schriftlich ihr Interesse an künftigen Veranstaltungen bekundeten.

Die Kiersper Landfrauen gehören zu den großen Ortsgruppen im Westfälisch-Lippischen Landfrauenverband. Ursprünglich gegründet als Bildungsorganisation für Bäuerinnen, spielt die Weiterbildung neben der Geselligkeit immer noch eine bedeutende Rolle. Inzwischen sind die meisten Mitglieder nicht mehr in der Landwirtschaft tätig, fühlen sich dem Landleben aber immer noch verbunden.

So waren auch aus Meinerzhagen junge Frauen gekommen, um sich eventuell einer neuen Gruppe anzuschließen. Viele waren zu Beginn neugierig, aber zu einem Beitritt nicht von vornherein entschlossen. Dem trugen die Organisatorinnen Rechnung. „Unser Programm bestimmen die Mitglieder,“ erklärte Bärbel Balke. Entsprechend wurden nicht nur die Vorlieben und Interessen, bevorzugte Wochentage und Uhrzeiten abgefragt.

„Das Wichtigste ist, dass die Mitglieder zufrieden sind,“ warb Balke für den Verein. „Schaut Euch erst einmal an, ob es Euch bei uns gefällt, ihr braucht jetzt keine Mitgliedsanträge auszufüllen.“ Alle vier bis sechs Wochen findet im Durchschnitt eine Veranstaltung statt, die zum Teil für alle, zum Teil für die verschiedenen Altersgruppen gedacht sind.

Peter Thelen vom Roten Kreuz Kierspe erläuterte die Besonderheiten, die es bei der Notversorgung von Kindern zu beachten gilt.

Nicht alle anwesenden Frauen hatten Kinder, aber alle blieben zum anschließenden Vortrag, den Peter Thelen vom Roten Kreuz über Erste Hilfe bei Kleinkindern hielt. Zu Beginn zeigte er einige Fotos von Kindern in häuslichen Gefahrensituationen: Kinder, die im Putzschrank stöbern, am Schnapsglas der Eltern nippen, die Pfanne vom Herd ziehen.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen,“ sei ein Leitsatz aller Rettungssanitäter. Es gelte im Notfall anatomische und physiologische Unterschiede zu berücksichtigen. Kinder haben einen höheren Stoffwechsel, einen größeren Bewegungsdrang, brauchen im Verhältnis mehr Flüssigkeit und kühlen schneller aus.

„Atemstillstand bei Kindern ist selten, aber wenn, dann geht es um Sekunden und Minuten,“ sagte Thelen und demonstrierte die Notversorgung am Beispiel einer mitgebrachten Puppe. Er selbst habe diese Situation während seiner inzwischen dreijährigen Tätigkeit als „Helfer vor Ort“ zum Glück noch nicht erlebt.

Unfallrisiken seien je nach Alter unterschiedlich, der berühmte Sturz des Säuglings vom Wickeltisch eine reale Gefahr. Ab dem siebten Monat besteht die Gefahr des Verschluckens von Gegenständen, ab dem vierten Lebensjahr ein erhöhtes Risiko von Verbrühungen, Verbrennungen und Vergiftungen.

Alle Frauen hatten zwar irgendwann einmal einen Erste-Hilfe-Kurs mitgemacht, viele brauchten aber trotzdem wieder eine Auffrischung ihrer Kenntnisse in Bezug auf die Notversorgung von Kindern.

Übungen waren im Rahmen des Vortrags nicht möglich, aber Thelen beantwortete ausführlich alle Fragen seiner Zuhörerinnen.

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