Baulärm

PCB-Belastung: Mehr als 30 Schulräume werden saniert

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Im vergangenen Jahr wurden bereits ein Teil der Fugen an der Außenfassade, die ebenfalls belastet waren, saniert. Jetzt folgen die abgehängten Decken in mehr als 30 Räumen.

Kierspe - Die rund 1400 Schüler und die Lehrer der Gesamtschule müssen im nächsten Schuljahr mit Baulärm während der Schulzeit rechnen. Denn im Zuge der PCB-Sanierung des Gebäudes lässt die Stadtverwaltung in mindestens 30 Klassenräumen und so genannten Lehrerstützpunkten belastete Decken austauschen.

Nachdem in einem ersten Schritt in den vergangenen Herbst-, Weihnachts- und Osterferien bereits die Lampen in den betroffenen Räumen, die allesamt in den Türmen B und C liegen, ausgetauscht wurden, sei nach Probemessungen jetzt auch noch dieser Schritt erforderlich, weil die PCB-Stoffe, die giftig sind und Krebs auslösen können, über die Jahre aus den Lampen in die abgehängten Decken gezogen seien, erklärt Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Planung, auf Anfrage unserer Zeitung.

Belastung im erhöhten Bereich

„Bei allen Messungen lag die Belastung in den verschiedenen Räumen jeweils zwischen 300 und 3000 Nanogramm pro Kubikmeter und damit im Bereich der erhöhten Belastung. Gesetzlich ist dann vorgeschrieben, dass mittelfristig Handlungsbedarf besteht“, so Schürmann. Übersteigt der Messwert die 3000 Nanogramm pro Kubikmeter, muss ein Gebäude wegen einer möglichen Gesundheitsgefährdung sofort geschlossen werden. „Solch eine hohe Belastung hatten wir aber in keinem der Räume“, versichert Schürmann.

Kosten wohl im sechsstelligen Bereich

Weil der Sachgebietsleiter für die Sanierung mindestens mit Kosten im unteren sechsstelligen Bereich rechnet, muss die Maßnahme zunächst von den politischen Gremien beschlossen werden. „Die letzten Sitzungen vor der Sommerpause finden aber schon in der nächsten Woche statt. So kurzfristig werden wir es aber nicht schaffen, genaue Kostenschätzungen einzuholen und eine Entscheidung herbeizuführen. Deshalb können wir die Arbeiten nicht in den Sommerferien erledigen“, sagt Schürmann. In Absprache mit den Schulverantwortlichen sei deshalb beschlossen worden, die Sanierung bei laufendem Betrieb durchzuführen. „Die ausführenden Firmen werden sich bemühen, die Lärmemissionen möglichst gering zu halten“, so Schürmann.

Ganz ohne Lärm wird es nicht gehen

Ganz ohne Lärm wird es allerdings nicht gehen. Denn nachdem die alten Decken unter Atemschutz und als Sondermüll entsorgt worden sind, müssen die Metallrahmen für die neuen abgehängten Decken mit dem Beton des Gebäudes verschraubt werden. Anschließend würden die Räume noch gründlich gereinigt.

Probesanierung in drei Räumen

Dass die erhöhte PCB-Konzentration in mindestens 30 Räumen der Gesamtschule tatsächlich durch die belasteten Deckenverkleidungen hervorgerufen werden soll, hat die Stadt durch drei Probesanierungen herausfinden lassen. In einem Klassenraum wurde die Decke mit einem Schutzanstrich versehen, in einem anderen komplett ausgetauscht und in einem weiteren nur der Boden erneuert. „Unter dem Grenzwert von 300 Nanogramm pro Kubikmeter, wo die Belastung als unbedenklich gilt, lag der Wert nur in dem Raum mit der erneuerten Decke“, erläutert Schürmann.

Fassasen- und Fensterarbeiten

Auch wenn die Sanierungsmaßnahme, die sich laut Schürmann sicherlich über mehrere Wochen erstrecken wird, erst nach den Ferien beginnt, werden in Kürze dennoch Arbeiter an und im Schulgebäude zu sehen sein. Diese sollen Fenster austauschen und mit Fassadenarbeiten beginnen.

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