Leuchtstoffröhren, Deckenplatten und Fußboden erneuert

Zufriedenheit nach Kontrolle: PCB-Belastung beseitigt

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In diesem Klassenraumdarauf weisen Johannes Heintges, Rainer Schürmann und Olaf Stelse hin - wurde auch der Korkfußboden herausgenommen und gegen einen neuen ersetzt. -

Kierspe - Im Februar vor drei Jahren hatten Messungen durch das Sachverständigenbüro Richardson in der Gesamtschule Kierspe ein Riesenproblem ergeben, wie es Johannes Heintges, Leiter der Gesamtschule, nannte. In den 26 Klassenräumen, 13 Lehrerstützpunkten und zwei Küchen des B- und C-Turms waren PCB-Schadstoffbelastungen festgestellt worden.

Diese blieben zwar unter dem Wert von 3000 Nanogramm (ng) pro Kubikmeter Raumluft, die eine sofortige Schließung der Räume erforderlich gemacht hätten. Allerdings waren sie teilweise deutlich über dem Wert von 300 ng/m³ - eine Sanierung war also unumgänglich. Die Ursache für die PCB-Belastung (Polychlorierte Biphenyle gelten heute als giftige und krebsauslösende Chlorverbindungen) waren die Kondensatoren in den Leuchtstoffröhren. Diese hatten zusätzlich die offenporigen Deckenplatten sowie den in einigen Räumen verlegten Korkboden kontaminiert.

„Wir waren von Anfang an bemüht, Transparenz zu schaffen“, betonte ein jetzt sichtlich zufriedener Johannes Heintges. Denn in Zusammenhang mit der Stadt als Schulträger waren nicht nur die Räume teilweise geschlossen und kurzzeitig nicht mehr genutzt, sondern auch das Übel entfernt worden. Besonders groß sei das Bangen gewesen, wenn wieder Messungen - auch unter Extrembedingungen ohne Lüftung und bei hohen Außentemperaturen - durchgeführt worden waren. Denn es habe zwischen vier und acht Wochen gedauert, bis die Ergebnisse vorlagen.

Letztlich mussten rund 320 Leuchtstofflampen ausgewechselt werden. Dabei wurde natürlich nun neue LED-Technik eingebaut, wodurch man sich einen Einspareffekt erhofft. Mittlerweile gebe es Wettbewerbe, merkte Heintges mit einem Lächeln an: Es seien Bewegungsmelder eingebaut worden, damit das nicht ausgeschaltete Licht nach Unterrichtsschluss ausgeht. Kinder wie Lehrer würden jetzt kaum bewegen, wodurch sich das Licht dann mitten im Unterricht ausschaltet.

Außerdem wurden im B- und C-Turm die Deckenplatten ausgetauscht und in vier Räumen der Fußboden gewechselt, wie Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Bauverwaltung und Planung, erläuterte. Dafür mussten in den letzten knapp drei Jahren rund 400 000 Euro aufgebracht werden, fügte Stadtkämmerer Olaf Stelse hinzu. Außerdem wurde die Reinigung intensiviert, was zu zusätzlichen Kosten in Höhe von 100 000 Euro führte. Zudem wurden in diesem Zusammenhang einige wenige andere Schadstoffbelastungen, die das Sachverständigenbüro Richardson ermittelt hatte, beseitigt.

Umso zufriedener zeigten sich Schulleiter Johannes Heintges und sein Stellvertreter Stefan Müller auf der einen sowie Olaf Stelse und Rainer Schürmann auf der anderen Seite, dass die letzten Kontrolluntersuchungen in den vergangenen Weihnachtsferien nur positive Ergebnisse brachte. Dies kann vom Gesundheitsschutz, der in der Schule war, bestätigt werden. Die PCB-Belastung in der Gesamtschule war zudem Anlasse für eine Anfrage im NRW-Landtag von den Grünen, die ausführlich beantwortet wurde.

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