Ungewöhnlicher Pastor mit Glaube, Muskeln und Tattoos

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Marcus Schneider, der „breiteste Pastor Deutschlands“, war zu Gast in Kierspe.

Kierspe - Ein Jugendgottesdienst mit dem „breitesten Pastor Deutschlands“, zu dem hatte die evangelisch landeskirchliche Gemeinschaft Vollme eingeladen. „Ausverkauft“ hätten die Organisatoren sagen können, hätten sie Eintrittskarten dafür ausgegeben.

Die aufgestellten Stühle reichten schon bald nicht mehr aus, es mussten noch einige hinzu geholt werden, damit alle einen Sitzplatz bekamen. Die Jugendlichen waren im Alter zwischen 14 und 20 Jahren und kamen aus allen christlichen Kirchen Kierspes.

Wer sich nicht vorher im Internet schlau gemacht hatte, der hatte jemand anderes erwartet als Marcus Schneider. Richtig breit, so konnte man ihn nicht bezeichnen. Er ist ein eher schmalwüchsiger Mann, der sich durch seinen Bodybuildingsport eine gehörige Portion Muskeln antrainiert hat. Bei einem schnellen Blick durch den Gemeinderaum fiel er erst auf den zweiten Blick auf. Statt seiner Breite stachen viel mehr seine Tattoos, seine Muskelberge und seine blank polierte Glatze ins Auge „Glauben, Muskeln, Tattoos. Werde mutig und stark“, das ist sein Motto und das wollte er den Jugendlichen in Vollme näher bringen.

„Als Zivildienstleistender war ich in einem kleinen Ort voller Kuhfladen. Ich wollte Sport machen, da blieb mir nur übrig zu pumpen“, stellte sich Marcus Schneider, Pastor und Prediger der Christusgemeinde in Wuppertal vor. „Dass ich Pastor bin, wird mir oft nicht geglaubt.“ Auch die Kiersper mussten sich erst einmal daran gewöhnen, das geschah aber recht schnell.

Lotta und Swenja schleppten in einem Anspiel „Schuldenbeutel“ mit sich herum und überlegten, wie sie sie loswerden können.

„Gottes Schrottplatz“ war das Thema des Abends und ein kleines Theaterspiel brachte es den Jugendlichen näher. Lotta und Swenja schleppten einen großen Müllsack mit sich herum. Bei Lotta war er am Bein fest geklebt und bei Swenja am Handgelenk. Anstrengend war es, den „Schuldenbeutel“ bei sich zu haben, beide Mädchen mussten sich erst einmal setzen. „Mein Beutel ist in letzter Zeit so groß geworden, ist echt anstrengend, vorwärts zu kommen“, stöhnte Swenja zu Lotta. Ihre Schuld los zu werden, hatten beide schon versucht. Doch kein „Schuldenbeutel-Abbauseminar“ oder Verstecken hat geholfen. Ihre letzte Hoffnung war der Schrottplatz, zu dem gingen sie hin und kippten ihre Beutel aus.

Aus diesem Müll ein Kunstwerk zu bauen, dieser Aufgaben mussten sich nun Pastor Marcus Schneider und der Jugendliche Lukas stellen. Nur kurz hatten beide Zeit dafür und die Stoppuhr lief. „Du trägst Schrott mit Dir herum“, begann Marcus Schneider mit seiner Predigt. „Das ist Ballast und Du denkst, das gehört zum Leben dazu.“ Matthäus, Kapitel 11, Verse 28 bis 30 sollten den Weg zeigen, wie es geht, den Ballast loszuwerden.

Sehr gut besucht war der Jugendgottesdienst mit Pastor Marcus Schneider in der landeskirchliche Gemeinschaft in Vollme. Gekommen waren Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahren.

„Nehmt auf euch mein Joch, denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“, war der Lösungsvorschlag aus dem Evangelium. „So können wir unseren Schrott los werden“, erklärte Schneider. „Die Verletzungen in Deinem Herzen kann nur Gott Dir abnehmen.“

Alsdann lud Schneider die Jugendlichen ein zu beten. Erwachsene Bethelfer boten sich an, den Jugendlichen bei ihren Gebeten zu unterstützen. Auch Kerzen konnten sie entzünden, ihre Probleme auf Zettel schreiben und in eine Mauer stecken sowie Steine mit ihren Sorgen vor ein Kreuz legen. Nach dem Gottesdienst waren alle zu einem Essen und einem gemütlichen Beisammensein eingeladen.

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