Einbruchsserie

Diebes-Paar macht fette Beute: 50.000 Euro aus nur einem "Zielobjekt"

Wohnungseinbruch
+
Symbolbild

Kierspe - Wohnhäuser in Kierspe, Meinerzhagen und Lüdenscheid waren das Ziel eines Einbrecher-Pärchens, das seine Verbrechen im Oktober und November 2019 beging.

Die Vorgehensweise glich sich dabei: Der 30-jährige Haupttäter, der als treibende Kraft bei den Einbrüchen gilt, und seine 26-jährige Mittäterin schlugen tagsüber mit Steinen Terrassentüren oder Fenster der ausgewählten vier Objekte ein und nahmen mit, was sich schnell zusammenraffen ließ. Die größte Beute machten sie in einem Haus in Meinerzhagen: Dort fanden sie Bargeld, unter anderem US-Dollar, und Wertgegenstände im Wert von etwa 50 000 Euro. 

Auch Einbrüche in Lüdenscheid

Zuvor hatte das Pärchen bei Einbrüchen in Wohnhäuser in Lüdenscheid und zweimal in Kierspe unter anderem Schmuck, eine Münzsammlung, Armbanduhren, eine Kreditkarte, einen Lottoschein, ein Sparbuch und einen Autoschlüssel erbeutet. 

Amtsgericht verwies Fall nach Hagen

Die Taten wurden zunächst gesammelt und im Amtsgericht Lüdenscheid angeklagt. Doch das Schöffengericht, dessen Strafgewalt bei einer Haftdauer von vier Jahren endet, überwies den Fall ans Landgericht Hagen. Dort wurde vor allem hinter den Kulissen über das mögliche Strafmaß verhandelt. Für ein uneingeschränktes Geständnis wurde den Angeklagten ein erheblicher Strafrabatt in Aussicht gestellt.

Immer wieder straffällig geworden

Vor allem die Vorstrafen und die Hartnäckigkeit immer neuer Einbruchdiebstähle trieben das mögliche Strafmaß für den stark drogenabhängigen 30-Jährigen in die Höhe: Seine einzige Chance, die in Aussicht gestellte Haftstrafe, die sich in einem Rahmen zwischen sechs Jahren und sechs Monaten sowie sieben Jahren und sechs Monaten bewegt, nennenswert zu kürzen, ist die Einweisung in eine geschlossene Entzugsklinik. Zuvor müsste der Angeklagte aber mindestens zwei Jahre im normalen Vollzug auf seine Therapiechance warten. 

Auch aus Stuttgart droht Angeklagtem Ungemach

Er zeigte sich entschlossen, diesen Weg zu gehen. „Alle Vorwürfe sind richtig“, erklärte Verteidigerin Julia Kusztelak im Auftrag ihres Mandanten. Ihm droht im Landgericht Stuttgart noch ein kräftiger Nachschlag, weil er schon vor den Taten im Märkischen Kreis den Freigang bei einem ersten Drogen-Therapieversuch im „Ländle“ für Einbrüche genutzt hatte. Seine 26-jährige Mittäterin tat sich schwerer mit dem „Auspacken“. Sie wolle ihn nicht in die Pfanne hauen, erklärte sie. Ihr hatte die 9. große Strafkammer für ein umfassendes Geständnis ein Strafmaß von etwa drei Jahren in Aussicht gestellt. 

Der Hauptangeklagte erklärte ihr, dass er reinen Tisch machen werde. Deshalb wende sie sich mit ihrem Geständnis nicht gegen ihn. Sie solle alles schildern, „so wie es war“, riet der Angeklagte. Der Vorsitzende Richter Christian Hoppe konnte dem nur zustimmen: „,So wie es war’, ist ein sehr guter Tipp!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare