Fackelzug in Linden bereits vor Sonnenuntergang

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Zahlreiche Kiersper besuchten das Osterfeuer in den Kleingärten.

Kierspe - So langsam sich die Fackeln der Kinder in Linden anzünden ließen, um so schneller brannten am Samstag die Osterfeuer. Da die Mädchen und Jungen ungeduldig wurden, beschlossen die Verantwortlichen spontan, den Fackelzug bereits um 19.30 Uhr zu beginnen, auch wenn die Sonne erst eine Stunde später untergehen sollte.

Gut 20 Kinder hatten sich zum Zug vor dem Vereinsheim in Linden eingefunden, und bis auf die Kleinsten hatten alle eine Fackel in der Hand. Das Anzünden erwies sich allerdings als ziemlich kniffig, da es sehr windig war. „Halte Deine Fackel nach unten, dann geht sie nicht aus“, war der gut gemeinte Ratschlag vieler Eltern an ihren Nachwuchs.

So konnten dann schließlich die ersten Kinder losziehen, um das Osterfeuer anzuzünden. Der Brennhilfen in Form von alten Zeitungen im großen Holzstapel hätte es an diesem Abend gar nicht bedurft. Kaum lagen die Fackeln im Stapel, fing das Holz bereits Feuer. Zuerst qualmte es zwar noch sehr stark, doch der Wind blies den Rauch Richtung Volmetal. So konnten die Besucher des Osterfeuers in der Nähe der Sitzbänke, Zelte und Theken „rauchfrei“ dem Feuer zusehen.

Auch in den Kleingärten waren die Äste und Hölzer bald den Flammen zum Opfer gefallen. Ähnlich wie in Linden sorgten auch hier der Wind und die lang anhaltende Trockenheit für ein kurzes Osterfeuer. Zahlreiche Kiersper waren vor Ort und ließen sich die angebotenen Speisen und Getränke schmecken.

Mehr als 200 Gläubige bei Ostervirgil

Ein Osterfeuer mit einer anderen Zielsetzung wurde im Atrium der katholischen Kirche St. Josef angezündet. Mehr als 200 Gläubige, welche die Ostervigil am Sonntagmorgen um 6 Uhr besuchten, erhielten bereits beim Betreten des Atriums eine Kerze. Hier wurde noch in der Dunkelheit das Osterfeuer entfacht, die neue Osterkerze geweiht und an ihm entzündet. Die Kerze symbolisiert in diesem Ritus den auferstandenen Christus.

Nach der Weihe der Osterkerze zog die Gemeinde in einer Prozession in die unbeleuchtete Kirche. Die Gläubigen gingen voran, während Pastor Gregor Myrda und die Messdiener noch draußen warteten.

„Lumen Christi“, rief Pastor Myrda beim Einzug in die Kirche, was „Christus, das Licht“ bedeutet, während er mit der Kerze zum Altar schritt. Die Gemeinde antwortete mit „Deo gratias“, „Dank sei Gott“. Bei diesem Vorgang wurde das Licht der Kerze durch die Messdiener an die Gläubigen weitergereicht, der Kirchenraum erhellte sich dadurch feierlich. Es folgte das Exsultet, das Osterlob auf die Osterkerze, sprich das Lob auf Christus.

Beim „Gloria“ stimmte die Orgel in den Gesang der Gläubigen ein, die Schellen der Messdiener und die Glocken begannen wieder zu läuten, was so manchen Gottesdienstbesucher tief bewegt haben dürfte. Mit dem „Gloria“ wurde der letzte Rest der Dunkelheit und Einfachheit genommen, so konnte in der Osterliturgie die Allerheiligenlitanei und die Segnung des Taufwassers folgen. - von Gertrud Goldbach

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