Eiersuche, Osterfeuer, Speisensegnung

Ostern - ein Fest mit vielen Bräuchen: Hier gibt's einen Überblick

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In vielen katholischen Gemeinden wird noch in der Osternacht das Osterfeuer entfacht, die neue Osterkerze geweiht und an ihm entzündet.

Kierspe – Auch wenn Ostern für uns ein christliches Fest ist und mit ihm die Auferstehung Christi von den Toten gefeiert wird, der Ursprung des Festes liegt im Heidnischen.

Schon die Germanen feierten zur Tagundnachtgleiche im Frühling ein Fest zu Ehren einer heidnischen Göttin - und viele dieser Bräuche haben sich bis heute erhalten. Ab dem 4. Jahrhundert wird in der christlichen Kirche Ostern drei Tage lang gefeiert und gilt als das höchste Fest im Kirchenjahr.

Viele der heidnischen Bräuche finden sich in den christlichen Bräuchen wieder. Dazu gehört das Wasser, das als Ursymbol des Lebens und der Fruchtbarkeit verehrt wird. Früher machten sich die Frauen zu Ostern auf den Weg, um beim Dorfbrunnen Wasser zu holen. Wichtig war es, dass sie dabei nicht gesehen wurden und dass sie dabei nicht sprachen, da sonst die magische Wirkung des Wassers verloren gegangen wäre.

Frauen mit Kinderwunsch wuschen sich dann mit dem Osterwasser, damit sie schnell schwanger wurden. In der katholischen Kirche wird das Taufwasser oder auch Weihwasser in der Osternacht geweiht und das ganze Kirchenjahr verwendet.

Die Tradition des Osterfeuers reicht in die vorchristliche Zeit zurück.

Auch die Tradition des Osterfeuers reicht in die vorchristliche Zeit zurück. Schon damals wurde mit Frühlingsfeuern die Sonne begrüßt, die als der Mittelpunkt des Lebens galt. Der Sieg über den Winter und das Erwachen nach einer langen kalten Zeit wurden auf die Auferstehung Jesu umgedeutet, der als Licht der Welt die Finsternis erhellt. 

Vier mit Stroh umwickelte Kreuze werden angezündet

Während es bei uns vielfach Osterfeuer gibt, hat sich in Attendorn eine andere Gepflogenheit entwickelt. Ostersonntag werden dort vier mit Stroh umwickelte Osterkreuze mit dem Feuer der Osterkerze am Ostersonntag um 21 Uhr angezündet. Das Zeichen zum Anzünden wird von der Pfarrkirche aus gegeben, indem das Kirchturmkreuz elektrisch beleuchtet wird und das Geläut aller acht Glocken ertönt. Etwa 30 Minuten nach dem Anbrennen der Osterfeuer ziehen von den ehemaligen Stadttoren aus vier Prozessionen durch die mit Kerzen geschmückten Hauptstraßen zur Kirche. 

Osterkerze wird an Osterfeuer entzündet

In vielen katholischen Gemeinden hingegen wird noch in der Osternacht das Osterfeuer entfacht, die neue Osterkerze geweiht und an ihm entzündet. Die Kerze symbolisiert in diesem Ritus den auferstandenen Christus.

Die Speisensegnung an Karsamstag lässt sich bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgen. Dieser Brauch wird besonders in Süddeutschland und Osteuropa gepflegt. Viele Familien bringen liebevoll geschmückte Körbchen mit Lebensmitteln, die Ostersonntag auf den Tisch kommen sollen, zum Segnen in die Kirche. Auch in der Kirche St. Josef wird dieser Brauch gepflegt, immer Karsamstag um 12 Uhr.

„Oster, Schmackoster, Stück Kuchen, paar Eier, Stück Speck, sonst gehen wir nicht weg“, wird in vielen Familien, die ihre Wurzeln in Ostpreußen, Schlesien oder Siebenbürgen haben, an Ostern als das Schmackostern gepflegt. In Ostpreußen gibt es einen Schlag mit der „Lebensrute“, einem jungen Birken- oder Weidenrutenzweig.

Weltweite Bräuche

  • Unterschiedliche aber auch oft ähnliche Bräuche gibt es weltweit. So suchen in deutschsprachigen Ländern und den Niederlanden die Kinder bunt bemalte versteckte Hühnereier und Süßigkeiten, die vom „Osterhasen“ versteckt wurden.
  • Es gibt auch den Brauch, Zweige in Vasen oder auf Bäumen im Garten mit bunt bemalten Ostereiern zu schmücken. 
  • In katholischen Gemeinden werden die Kirchenglocken zwischen Karfreitag und der Osternacht nicht geläutet. In Frankreich, Österreich, aber auch in überwiegend katholischen Regionen Deutschlands erzählt man den Kindern, dass die Glocken am Karfreitag nach Rom fliegen und am Ostersonntag zurückkommen, um zu erklären, wieso sie nicht läuten. Die Glocken würden auf dem Rückweg aus Rom Süßigkeiten für die Kinder verstecken. Die Suche nach den versteckten Süßigkeiten findet in Frankreich – im Gegensatz zu den deutschsprachigen Ländern – erst am Ostermontag statt. 
  • In Italien gibt es die „Torta di Pasquetta“, eine Art Gugelhupf mit gekochten Eiern, Spinat und der sogenannten „Ostertaube“. Am Karfreitag findet in vielen Orten eine Prozession statt, bei der das Kreuz schweigend durch die Straßen getragen wird. Die Auferstehung wird traditionell am zweiten Feiertag mit der Familie und Freunden mit Picknick gefeiert. 
  • In Finnland schlagen Freunde und Bekannte einander leicht mit einer Birkenrute, um an die Palmzweige, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde, zu erinnern. In England lässt man die bunten Eier an abschüssigen Straßen hinunterrollen, bis die Schale ganz kaputt ist.

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