Auch das Brauchtum muss sich an Regeln halten

An diesem Jahr müssen Osterfeuer bis spätestens zwei Wochen vor dem Entzünden angemeldet werden, darüber hinaus gelten Abstände zu Gebäuden, Wald und Wegen. - Archivfoto: Goldbach

Kierspe - So, wie einst eine Feuersäule dem Volk Israel den Weg durch die Wüste wies, so soll das Osterfeuer den Christen symbolisch den Weg vom Tod in das Leben weisen.

Von diesem christlichen Brauch ist letztlich nur ein kleines Feuer vor den katholischen Kirchen übrig geblieben – und allein in Kierspe im vergangenen Jahr mehr als 80 Osterfeuer im ganzen Stadtgebiet. In diesem Jahr müssen sich die Freunde dieses Brauchs aber an einige Änderungen gewöhnen.

Geschlossen hat der Rat für eine Verordnung über die Genehmigungspflicht für offene Feuer gestimmt. In der kommenden Woche wird diese durch Veröffentlichung in Kraft treten. Dann werden für diese genehmigungspflichtigen Feuer auch Gebühren erhoben. 25 Euro müssen die Kiersper dann zahlen – egal, ob sie Strauchschnitt im eigenen Garten verbrennen oder ein Osterfeuer entzünden.

Auch wenn unter Brauchtumsfeuer auch sogenannte Martinsfeuer fallen, so sind es doch die Osterfeuer, die in Kierspe wirklich eine Rolle spielen. Allein im vergangenen Jahr wurden 81 in der Volmestadt genehmigt. In diesem Jahr werden das sicher weniger werden, denn neben der Gebühr verlangt die Stadt auch die strikte Einhaltung von Abständen zu Wald, Gebäuden und Wegen. Die Feuer müssen in einer Entfernung von 50 Metern zu Wohngebäuden und Wald sowie 25 Meter von sonstigen Gebäuden und öffentlichen Verkehrswegen entzündet werden. 

Zu Wirtschaftswegen genügt ein Abstand von zehn Metern. „In der Vergangenheit haben viele Kiersper mit ihren Nachbarn ein solches Feuer entzündet, doch kaum jemand hat einen so großen Garten, dass er die Abstände einhalten kann. Da haben wir dann schon einmal ein Auge zugedrückt, wenn das Feuer nicht allzu groß war. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben“, erklärt Lore Rempel vom Ordnungsamt.

Probleme bereitete den Mitarbeitern der Verwaltung auch die mitunter sehr späte Anmeldung. Rempel: „Da gab es manches Mal noch Anrufe am Gründonnerstag oder Karsamstag. Da blieb dann keine zeit mehr zur Kontrolle.“ In Zukunft müssen die Feuer zwei Wochen vor ihrem Entzünden angemeldet sein, damit die städtischen Mitarbeiter wenigsten einen großen Teil auch noch kontrollieren können – und auch noch Zeit für eventuelle Nachkontrollen bleibt.

Kiersper, die das Osterfeuer bislang nutzten, um sich ihres Strauchschnitts zu entledigen, werden in Zukunft an anderen Tagen den Brand im Garten entfachen müssen. „Grundsätzlich kann der Strauchschnitt aber noch verbrannt werden“, sagt Oliver Knuf, Leiter des Sachgebiets Ordnung. Allerdings gelten für diese Feuer andere Vorgaben als für Osterfeuer. So sind zwar bei diesen Feuern keine Abstandsflächen vorgeschrieben, dafür ist die Größe limitiert (maximal zwei Meter hoch und auch zwei Meter im Durchmesser) und auch der Zeitraum, in denen diese entzündet werden dürfen. Das ist von Oktober bis April lediglich von 9 bis 18 Uhr und von Mai bis September von 7 bis 21 Uhr erlaubt – nach vorheriger Anmeldung und gegen Gebühr. „Ansonsten wird der Strauchschnitt ja auch an sechs Terminen gebührenfrei abgeholt, darüber hinaus gibt es die Grünschnittannahme am Bauhof“, ergänzt Rempel (Termine siehe Anhang).

Von Genehmigung und Gebühr ausgenommen bleiben genehmigungsfreie Feuer, die in Feuerschalen, Feuertonnen oder anderen für diesen Zweck vorgesehenen Behältern entzündet werden.

Der Grünschnitt wird in Kierspe kostenlos zu folgenden Terminen abgeholt:

Donnerstag, 23. März

Freitag, 28. April

Donnerstag, 18. Mai

Freitag, 13. Oktober

Dienstag, 7. November

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