Petitionsausschuss befasst sich mit Zustand der Brücke

+
Bereits seit mehr als einem Jahr ist unklar, was mit der Brücke In der Grüne geschehen soll. ▪

KIERSPE ▪ Seit einem Jahr beschäftigen sich Mitarbeiter des Kreises und der Bezirksregierung mit dem Zustand der Brücke im Kiersper Ortsteil In der Grüne. ELösung, mit der Staat und Anwohner leben können, ist nicht in Sicht. Um einer Nutzungsuntersagung und damit dem zwangsweisen Auszug zu entgehen, haben sich die Anwohner nun an den Petitionsausschuss des Landes gewandt. Dieser wird sich vor Ort ein eigenes Bild machen.

Die Ursache für die Probleme der Anwohner jenseits der Volme im Ortsteil In der Grüne liegen weit zurück. Ursprünglich befand sich die Brücke im Besitz zweier Familien. Durch eine ausgeschlagene Erbschaft wurde das Land und in dessen Vertretung der Kreis Besitzer von 50 Prozent des Bauwerkes, die andere Hälfte gehört zum Eigentum eines Unternehmens, das aber bereits vor Jahren insolvent wurde.

Im Herbst des vergangenen Jahres stellte der Kreis bei einer Überprüfung fest, dass das Bauwerk nicht mehr standsicher sei und untersagte die Nutzung, lediglich Fußgänger dürfen einen schmalen Streifen auf der Brücke nutzen – vorübergehend.

Ursprünglich sollten die Anwohner ihre Gebäude bereits bis Ende März dieses Jahres verlassen, eine Frist, die mehrfach verlängert wurde. Mehrere Gutachten wurden mittlerweile in Auftrag gegeben und es gab zahlreiche Gespräche mit den Anwohnern. „Der Kreis als Vertreter des Landes ist ja durchaus bereit, sich an den Kosten einer Sanierung zu beteiligen, allerdings müssten dann auch die Anwohner einen Teil der Kosten übernehmen, da bei dem Besitzer der Brücke nichts mehr zu holen ist. Doch bislang scheiterte eine solche Lösung an der mangelnden Bereitschaft der Anwohner, sich an den Kosten zu beteiligen“, erklärt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises.

Rund 40 000 Euro soll laut eines Gutachtens vom Frühjahr dieses Jahres die Sanierung der Brücke kosten, wobei mit dem Einsatz dieser Summe auch lediglich eine Instandsetzung für die kommenden 20 bis 25 Jahre möglich ist – und auch nur für ein Befahren mit Pkw. Eine dauerhafte Lösung ist wohl nur in einem Neubau der Brücke zu sehen.

Den jetzigen Zustand hält der Kreis auf jeden Fall nicht mehr für tragbar. Denn weder schwere Fahrzeuge mit Lieferungen wie Heizöl oder Flüssiggas können zu den Gebäuden gelangen noch ein Rettungswagen oder ein Feuerwehrfahrzeug.

„Kommt der Petitionsausschuss zu dem gleichen Ergebnis wie die Kreisverwaltung und das Regierungspräsidium, dann wird uns gar nichts anderes übrig bleiben, als die Nutzung der Brücke und damit auch der Wohngebäude zu untersagen“, so Klein am Mittwoch im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung. Der Ortstermin des Petitionsausschusses findet Ende dieses Monats unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Doch die Anwohner sollen möglichst schnell von der Entscheidung erfahren. ▪ Johannes Becker

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare