Rönsahl steht vor großen Herausforderungen

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Mit dem Bus in Richtung Gummersbach, Lennep oder auch Kierspe zu fahren, ist ab dem Kohlenplatz schon jetzt möglich. Die Rönsahler seien mit dem ÖPNV gar nicht einmal so unglücklich, heben die beiden CDU-Politiker Horst Becker und Holger Scheel hervor. ▪

RÖNSAHL ▪ Wenn Rönsahl schlecht geredet wird, dann ärgert sich Ortsbürgermeister Horst Becker immer darüber. Zusammen mit seinem Fraktionskollegen Holger Scheel verweist er daher auf viele positive Entwicklungen im Grenzdorf während der vergangenen Jahre.

„So hat Rönsahl fast eine Runderneuerung erfahren“, machen die zwei Christdemokraten aufmerksam und verweisen auf die Sanierung der Hauptstraße im Bereich der Ortsdurchfahrt, der Kreisstraße 2, des Sportplatzes, zudem auf den Kanalbau am Strandbadweg und die Sicherstellung der Gasversorgung. „Wir haben hier aber nach wie vor auch einen intakten Einzelhandel, was für einen Ort dieser Größenordnung längst nicht selbstverständlich ist. Ein Ziel wäre es jetzt noch, vielleicht einen größeren Discountmarkt, der ja von einem heimischen Einzelhändler betrieben werden könnte, nach Rönsahl zu holen. Da es im benachbarten Ohl so etwas noch nicht gebe, wäre das sicherlich von der Größe des Einzugsgebietes her durchaus interessant.

Die beiden CDU-Politiker aus dem Grenzdorf schütteln verständnislos angesichts der von der UWG jetzt bereits zum wiederholten Mal geschürten Aufregung aufgrund einer vermeintlich so schlechten ÖPNV-Anbindung Rönsahls an Kierspe und über Ohl an den oberbergischen Raum den Kopf. „Es gibt einen Shuttlebus der OVAG, also der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft, der von montags bis freitags sechsmal am Tag nach Ohl fährt, wo es dann den Anschluss an die OVAG-Linie nach Marienheide und Gummersbach oder auch nach Wipperfürth und Lennep gibt“, machen die beiden, die natürlich bestens ortskundig sind, aufmerksam. Außerdem fahren ebenfalls die OVAG-Busse der Linie 336R fünfmal am Tag Rönsahl direkt an und wenden dann auf dem Kohlenplatz, quasi dem Rönsahler ZOB, der auch die Endstation der MVG-Linie 96 ist. Ebenfalls mit der Verbindung nach Kierspe könne man gut leben, wenn die dahin verkehrenden Schulbusse mitgenutzt werden.

„Sicher, diese beiden Linien dürften vielleicht schon etwas besser aufeinander abgestimmt sein“, räumen Becker und Scheel allerdings ein. An sich seien die Rönsahler mit der ÖPNV-Versorgung besonders in den oberbergischen Raum aber gar nicht so unzufrieden, wohin natürlich ebenfalls samstags eine Anbindung besteht, wenn auch nicht am Abend. Jedoch verkehrten leere Busse schon auf zu vielen Strecken – und das sei bei einem Zuschussbedarf der Märkischen Verkehrsgesellschaft von 16 Millionen Euro pro Jahr auf Dauer einfach nicht tragbar.

Sie berichteten darüber hinaus von intensiven Gesprächen mit der OVAG und der Stadt Wipperfürth, für den ÖPNV habe sich nicht allein die UWG engagiert. Doch wolle die OVAG den Ast nach Rönsahl nicht abgeben. Zudem seien die kleinen Linientaxis optimal auf den Fahrplan der OVAG abgestimmt und, wenn die MVG bis nach Ohl fahren wolle, müsste dort von der Stadt Kierspe auf Wipperfürther Gebiet ein Buswendeplatz gebaut werden. Der finanzielle Aufwand, so die beiden Rönsahler, stehe in keinem Verhältnis zum vermutlich eher geringen Nutzen, kritisieren sie die Forderung der UWG. Zudem wäre das auch gar nicht möglich.

Ebenfalls in Zukunft solle Rönsahl wachsen, dafür sprechen sich Becker und Scheel aus. Allerdings streben sie eine behutsame Entwicklung im Einklang mit dem Dorfentwicklungsplan an und wenden sich aus dem Grund gegen das von SPD und UWG favorisierte große zusammenhängende Gebiet zwischen der Straße Vor dem Isern und dem Kerspeweg. Sie plädieren für den Erhalt der Grünspange sowie der Streuobstwiesen in der Nähe. „Alles zuzubetonieren ist gewiss nicht der richtige Weg“, so Becker und Scheel.

Weiterhin betonen sie, dass ausreichende Abstandsflächen zu den Gewerbebetriebe gewährleistet sein müssten. Die beiden weisen auf den Bebauungsplan Vor dem Isern hin, der den Bereich hinter der Tankstelle und der Sparkassen umfasst. In dem Zusammenhang gehen sie auch auf die Märkischen Wertkstätten ein, die demnächst im Bereich Kiersperhagen bauten, so dass der Komplex irgendwann leer stehe. Seine künftige Nutzung ist eine Herausforderung für die Zukunft.

Es sei sogar bereits einmal über einen Umzug der Waldheimat dorthin nachgedacht werden, so dass dann aber die Immobilie an der Stadestraße einer anderen Nutzung zugeführt werden müsste. Denkbar wäre ein Hotel- und Gastronomiebetrieb, entwickelten die zwei Christdemokraten eine Vision, für die natürlich erst ein Investor gefunden werden müsste. Denkbar wären entweder da oder dort ebenfalls Seniorenwohnungen. Zumal es in Rönsahl viele Menchen gebe, die auch im Alter gerne hier wohnen bleiben würden. Entsprechende Anfragen gebe es. Die Nutzung der Märkischen Werkstätten müsste jetzt unbedingt auch im Bebauungsplan Vor dem Isern Berücksichtigung finden. Wohnbebauung als Alternative sehen die zwei eher als Notlösung an.

Weitere Herausforderungen ergeben sich in nächster Zeit durch die vorhandene alte Bausubstanz im Ort, denke man bloß an das frühere Hotel Zur Leye oder ein paar andere Häuser. Auch hier gehe es um eine sinnvolle künftige Nutzung und darum, Interesse dafür bei Investoren zu wecken.

Sehr positiv ausgewirkt hat sich laut Horst Becker und Holger Scheel die Meinerzhagener Südumgehung, da dadurch viel Verkehr aus Rönsahl herusgezogen worden sei, weil besonders die Lastwagen, die auf dieser Strecke von Remscheid kommen, nun über Marienheide in Richtung Autobahn 45 fahren würden.

Rolf Haase

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