App soll das Anzeigen von Falschparkern erleichtern - Klares Nein zum "Online-Pranger"

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Mit Smartphone-Apps sollen Verkehrsbehinderungen und auch Falschparker gemeldet werden können.

Kierspe - Falschparker sind oft ein Ärgernis im Straßenverkehr – gerade wenn sie Geh- oder Radwege blockieren. Mancher Bürger handelt und zeigt den „Sünder“ bei der zuständigen Behörde an. Einige neuartige Anwendungen für das Smartphone sollen diesen Schritt erleichtern. Oliver Knuf, Leiter des Kiersper Ordnungsamts, sieht solche Apps allerdings kritisch.

In Sachen der sogenannten Flächengerechtigkeit, also der Frage, wer wie viel von der vorhandenen Verkehrsfläche nutzten darf, kommt es immer wieder zu Konflikten. Fahrradfahrer beschweren sich über Autofahrer, die auf dem Radweg parken, Fußgänger über rücksichtslose Radler. Initiativen auf allen Seiten versuchen sich für ihr Anliegen Gehör zu verschaffen. 

Im Zeitalter digitaler Medien findet man auch zu diesen alltäglichen Streitigkeiten Anwendungen für das Smartphone, die den Beteiligten helfen sollen. So wurde etwas 2013 die App „Wegeheld“ entwickelt. Mit deren Hilfe ist es laut des Entwicklerteams um den Berliner Fahrrad-Aktivisten Heinrich Strößenreuther möglich, Behinderungen im Straßenverkehr – dazu zählen vor allem Falschparker – auf einer Online-Karte zu vermerken. Dazu können auch Fotos hochgeladen werden. Zudem können darüber hinaus Verstöße direkt an die jeweilige Kommune übermittelt werden. Ziel sei es, so ist es auf der Internetseite der Initiatoren zu lesen, dass „jeder ohne Behinderungen und Gefährdungen seine Flächen nutzen kann.“ Behörden würden in dieser Sache regelmäßig versagen. 

Ordnungsamt sich Apps kritisch

Auch in Kierspe gäbe es durchaus Bürger, die hin und wieder Parkverstöße beim Ordnungsamt melden, erklärt Sachgebietsleiter Oliver Knuf. Um diesen Tipps nachgehen zu können, brauche man allerdings Beweise, etwa in Form von Fotos. „Wenn diese eindeutig sind, dann verfolgen wir die Hinweise weiter.“ Smartphone-Anwendungen, mit denen man solche Vergehen öffentlich „anprangern“ kann, sieht der Mitarbeiter der Verwaltung kritisch. „Wir kennen solche Apps. Davon halten wir nichts. Wir werden sie auch nicht verwenden.“ 

Zum einen sieht Oliver Knuf die Datensicherheit aller Beteiligten nicht als hundertprozentig gewährleistet an und zum anderen muss der Beschwerdeführer namentlich bekannt sein. „Ross und Reiter müssen genannt sein.“ Damit vergewissert sich die Verwaltung über die Richtigkeit der Angaben gemäß des geltenden Rechts. „Wir unterstützen so etwas nicht. Die Stadt Kierspe sagt ein klares ,Nein‘ zu anonymen Anzeigen. Wir nehmen diese nur zur Kenntnis.“

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