Bus im Volmetal: Stadt hat Stellungnahme versäumt

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Derzeit halten die Busse noch im Halbstundentakt in Vollme. Doch das soll sich nach dem Wunsch von Kreistag und MVG ab Februar ändern.

Kierspe – „Da haben wir möglicherweise nicht aufgepasst“, man hört Bürgermeister Emde das Bedauern an, als er berichtet, dass die Stadt Kierspe vor drei Jahren keine Stellungnahme zum Nahverkehrsplan abgegeben hat.

In der Sitzung des Hauptausschusses, in der die Streichung des halbstündigen Bustakts durchs Volmetal Thema war, war der Verwaltung wohl selbst nicht mehr in Erinnerung, dass man 2016 vom Märkischen Kreis um Stellungnahmen zu den Planungen im Nahverkehrsplan gebeten wurde. Viele Städte hatten damals die Möglichkeit genutzt, um ihre Bedenken zu äußern. Unter anderem auch Meinerzhagen, die mitteilten, dass „der Wegfall einer durchgehenden Busverbindung zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid als kritisch gesehen“ wird. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Aus Sicht der Stadt Meinerzhagen sollte weiterhin eine Standardbusverbindung in Ergänzung zum Schienenverkehr und den in Status quo verbleibenden relevanten Schulfahrten in diesem Bereich aufrechterhalten werden.“ Weiter steht dort: „Das angedachte Konzept mit häufigen Wechseln zwischen ALF (Anruf-Linien-Fahrzeug) und Linienverkehr wird als verwirrend und nicht praktikabel eingestuft.“ Genützt hat die Stellungnahme bekanntlich nichts. Emde setzt nun seine Hoffnung auf eine Resolution, mit der sich der Stadtrat am Dienstag an den Kreistag wenden will, in der Hoffnung, die kürzere Taktung zu erhalten. „Der Nahverkehrsplan gilt bis 2022. Bleibt es bei den bisherigen Fristen, dann beginnen im kommenden Jahr die Vorbereitungen. Diese Zeit werden wir nutzen, unsere Bedenken deutlich zu machen und auch eine Beteiligung der Bürger fordern“, erklärt Emde das weitere Vorgehen der Stadt. Der Bürgermeister weist aber auch noch einmal darauf hin, dass von Anfang an klar gewesen sei, dass der Schulbusverkehr unangetastet bleiben sollte. „Da laufen derzeit noch Gespräche zwischen den Schulen und der MVG, die von der Stadtverwaltung initiiert wurden“, sagt Emde.

Mittlerweile gibt es auch eine Unterschriftenaktion und sogar eine Online-Petition. Letztere wurde von Kiss Dittmann gestartet, der nicht nur als Sachkundiger Bürger für die UWG in Ausschüssen sitzt, sondern auch in Vollme wohnt. Diese verzeichnete bereits am Freitagmorgen mehr als 200 Unterzeichner. Die Unterschriftenliste wurde mittlerweile auch von Markus Pempe an die Gesamtschule gegeben, denn der CDU-Ratsherr sieht gerade in Schülern die Gruppe, die von der Fahrplanausdünnung am stärksten betroffen ist. Pempe teilt auch mit, dass er bereits Gespräche mit den „MVG-Oberen“ geführt habe, die ihn hoffen lassen, dass „zumindest ein einjähriger Parallelbetrieb von Bahn und Bus nicht ganz abwegig erscheint.“

Pempe weist in diesem Zusammenhang auch noch einmal darauf hin, dass der MVG-Geschäftsführer Gerhard Schmier auf einer CDU-Haushaltsklausur mitgeteilt habe, dass die Linien im Volmetal kostendeckend unterwegs seien. „Umso weniger kann ich eine Entscheidung, die Linien auszudünnen, verstehen“, so Pempe.

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