Bibliothek: Zahl der Nutzer sinkt kontinuierlich

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Die Leser unter 20 Jahren stellen bei weitem die größte Gruppe der Bibliotheksnutzer. Auch bei der Nacht der Bibliotheken waren die jungen Leser vertreten.

Kierspe - Die Bequemlichkeit siegt über die Sinnlichkeit – so könnte man das Ergebnis einer Betrachtung der Stadtbibliothek zusammenfassen. Demnach schätzen es wohl immer mehr Leser, ihre Bücher auf dem leichten E-Book-Lesegerät zu haben, als das Buch in den Händen zu halten.

In der kommenden Woche wird am Dienstag, 6. März, im Ausschuss für Schule und Kultur die Bibliothek und vor allem deren Nutzung Thema sein. Dann erfahren die Politiker aus erster Hand – die Bibliotheksmitarbeiterin Christa Meißner ist dann anwesend – wie sich das Nutzerverhalten zunehmend verändert. So schreibt die Stadtverwaltung zu dem Tagesordnungspunkt „Jahresbericht der Stadtbibliothek“: „Entsprechend dem landesweiten Trend ist auch in Kierspe die Medienausleihe in der Bibliothek zurückgegangen.“

Onleihe24 legt weiter zu

Allerdings gibt es einen Bereich, in dem die Zahlen steigen, nämlich bei der sogenannten Onleihe24. Doch dafür ist das eben erwähnte Lesegerät unverzichtbar. Denn darauf werden die auf elektronischem Wege ausgeliehenen Bücher gespeichert und dort können sie dann auch gelesen werden.

Es gab im Jahr 2016 genau 2743 Ausleihen über die Onleihe24. Das entsprach damals noch nicht einmal zehn Prozent der gesamten Ausleihen, die vor zwei Jahren noch bei 28 705 lagen. Im vergangenen Jahr machten die 3904 Ausleihen bei der Onleihe bereits deutlich mehr als zehn Prozent aus, was auch daran lag, dass die Gesamtzahl der ausgeliehenen Medien auf 27 981 leicht zurückgegangen ist.

Beliebtester Posten waren und sind seit Jahren die Kinder- und Jugendbücher. Zu diesen griffen die Bibliotheksnutzer im vergangenen Jahr 10 172 mal, ein Jahr zuvor wurden in diesem Bereich noch geringfügig mehr Medien entliehen, nämlich genau 10 625.

Schüler lesen auch in den Pausen

Wobei die Mitarbeiter der Bibliothek betonen, dass die Zahl der Ausleihen nicht das alleinige Kriterium sein dürfe, mit der die Arbeit der Bibliothek bewertet werden dürfe, da auch viele Menschen, vor allem aber Schüler in der Bibliothek lesen würden, ohne ein Buch oder eine Zeitschrift auszuleihen.

Diese Besucher wurden von den Bibliotheks-Mitarbeiterinnen auch immer wieder erfasst. In Spitzenzeiten ergaben solche Zählungen 80 Schülerinnen und Schüler, die sich in den Pausen in der Stadtbibliothek aufgehalten haben. Ob diese Altersgruppe auch für die zweithöchste Zahl an Ausleihen verantwortlich ist, geht aus den Unterlagen für den Ausschuss nicht hervor.

Klar ist aber, dass die Romane an Platz zwei der entliehenen Medien liegen. 6006 wurden im vergangenen Jahr entliehen, ein Jahr zuvor waren es noch 6268. An dritter Stelle, aber bereits deutlich abgeschlagen, rangieren die CDs. Von diesen wurden im Jahr 2016 noch 4367 entliehen, ein Jahr später waren es nur noch 3633. Danach folgen Sachbücher mit 2071 im vergangenen Jahr (2541 in 2016), dahinter Zeitschriften (1081) und DVDs (505). 

Auch jenseits der Ausleihe bietet die Bibliothek einiges. So beispielsweise den regelmäßig stattfindenden Geschichtenspaß.

Interessanterweise gibt es auch immer noch Freunde von Musikkassetten. Denn von diesen wurden im vergangenen Jahr immerhin noch 206 entliehen. Noch seltener nachgefragt waren allerdings nur noch Spiele, von denen 89 ausgeliehen wurden. Wobei natürlich auch immer berücksichtigt werden muss, wie viele der einzelnen Medien in der Bibliothek zur Verfügung stehen.

Denn es gibt dort nur 81 Spiele, die entliehen werden können. Bei den anderen Medien sieht das ganz anders aus. Demnach gab es beispielsweise im vergangenen Jahr 7229 Romane, 7166 Kinder- und Jugendbücher, 4859 Sachbücher und 923 CDs.

Anzahl der Medien gestiegen

Grundsätzlich ist die Zahl der Medien im vergangenen Jahr gestiegen, auch dann noch, wenn man die Medien, die aufgrund ihres Alter, ihrer fehlenden Aktualität oder ihres Zustands aussortiert wurden. So stieg die generelle Zahl der Medien um 1246, aussortiert wurden 692.

Den größten Zuwachs gab es bei den Kinder- und Jugendbüchern (329), gefolgt von Zeitschriften (320), Romanen (314) und Sachbüchern (118). Aussortiert wurden vor allem Zeitschriften (310), aber auch Kinder- und Jugendbücher (164) und Romane (136).

Insgesamt befanden sich Ende 2017 genau 21 279 Medien im Bestand der Stadtbibliothek, ein Jahr zuvor waren es 20 732. Aber auch die sogenannten aktiven Leser, also Leser die einen Leseausweis haben und diesen auch mindestens einmal im Jahr nutzen, wurden gezählt. Von diesen gab es im vergangenen Jahr insgesamt 693. Bei der Onleihe waren 93 Nutzer registriert, 21 von ihnen ließen sich erst im vergangenen Jahr in diesen Kreis aufnehmen.

Auch Leser aus Halver und Meinerzhagen

Die allermeisten dieser aktiven Leser kommen natürlich aus Kierspe, aber auch Meinerzhagener (52), Marienheider (7) und Halveraner (13) sind darunter. Die allermeisten dieser aktiven Leser sind in einem Alter zwischen 11 und 20 Jahren (258), die Leser der nächstgrößten Gruppe (176) sind jünger.

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