Ab sofort in der Stadtbibliothek: E-Book-Verleih

Sabine Köhnke und Olaf Stelse zeigen zwei Geräte, auf denen die geliehenen Bücher aus der Onleihe gelesen werden können. Das funktioniert mit E-Book-Reader, Tablet-PC und auch Smartphones.

KIERSPE - Es ist Samstagabend, der Lieblingskrimi neigt sich dem Ende, die letzten Seiten sind rasch gelesen. Was nun? Die Buchhandlungen haben geschlossen, ebenso die Bibliotheken – alle, bis auf eine. Und die verfügt über das gesamte Sortiment von Sage und Schreibe 36 Büchereien.

Von Laila Weiland

Die Rede ist von der Online-Bibliothek Onleihe Hellweg-Sauerland. Seit Donnerstag ist auch die Stadtbibliothek Kierspe Teil dieses Verbundes.

„Um nicht im Mittelalter stehen zu bleiben, steigen wir nun ins digitale Zeitalter ein“, sagt Sabine Köhnke nicht ohne Stolz. In der Hand hält sie ein flaches Gerät, ungefähr in der Größe eines Taschenbuches – nur wesentlich leichter. Wer ein solches Lesegerät wie einen E-Book-Reader, ein passendes Smartphone oder einen Tablet-PC sowie einen Büchereiausweis besitzt, kann ab sofort bequem von Zuhause aus Bücher ausleihen und auf sein Gerät laden.

Ein solches Angebot ist nur im Verbund zu stemmen – der Startschuss dafür fiel 2006 in Hamm. Nun hat die Bezirksregierung in Arnsberg es durch ihre Förderung geschafft, nahezu alle Bibliotheken aus dem Bezirk in diesen Verbund einzuschließen – 36 an der Zahl. Jede Bibliothek zahlt einen jährlichen Beitrag, abhängig von der Größe des jeweiligen Standortes. Aus diesem Fundus kauft der Verbund dann Lizenzen.

Jeder, der einen Bibliotheksausweis besitzt, kann nun im Internet unter www.onleihe.de/hellwegsauerland auf die Suche nach seinem nächsten Buch gehen. Das Angebot geht von E-Books, Zeitschriften und Zeitungen über Musik, Hörbücher bis zu Videos. Gestöbert werden kann zu jeder Tages- und Nachtzeit, unabhängig von Feiertagen und Wochenenden.

Die gewünschten Bücher wandern in einen Medienkorb und können zum Abschluss heruntergeladen werden. Vom heimischen Computer können sie dann auf bis zu sechs Geräte übertragen werden. Ausleihfristen gibt es, wie in bei den richtigen Büchern aus Papier, auch bei der digitalen Version. Nach zwei Wochen wird der Zugriff auf das geliehene Buch verweigert. Wer noch weiter lesen möchte, kann es aber auch direkt wieder herunterladen.

„Das Tolle an diesen Lesegeräten ist neben der geringen Größe, dass man die Schriftgrößen beliebig ändern kann“, erklärt Sabine Köhnke. „So kommen auch Sehbehinderte gut zurecht. Außerdem fallen die regelmäßigen Wege zur Bibliothek weg.“

Auch Kierspes Beigeordneter Olaf Stelse zeigt sich begeistert von dem neuen Angebot: „Früher waren außerhalb liegende Ortschaften auf den Bücherbus angewiesen – das Problem ist nun gelöst.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare