Oliver Knuf liefert Bericht im Sozialausschuss

Flüchtlinge: So entwickeln sich die Zahlen in Kierspe

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Die Zuweisungen an Flüchtlingen an die Stadt Kierspe seit 2003.

Kierspe - Insgesamt 617 Zuweisungen an Asylsuchende hat die Stadt Kierspe seit dem Jahr 2003 aufgenommen, drei Viertel davon seit 2015. Die Aufnahmequote liegt aktuell bei 93,5 Prozent. Danach muss Kierspe in diesem Jahr noch sechs Personen aufnehmen.

Drei Flüchtlinge, so erläuterte Oliver Knuf, Leiter des Sachgebiets Ordnung, Umwelt, Soziales und Familie, in seinem Bericht zur Flüchtlingssituation in Kierspe in der Sitzung des Ausschusses für Demografie, Soziales und Familie, seien für die kommende Woche angekündigt. 

Insgesamt 66 Zuweisungen gab es im vergangenen Jahr, dies sei in etwa das Niveau von 2016 und 2014, lediglich „das Jahr 2015 ragt oben heraus“, führte Knuf weiter.

Der Trend geht nach unten

„Der Trend geht nach unten, doch das heißt nicht, dass wir keine Zuweisungen erhalten“, geht der Sachgebietsleiter derzeit noch davon aus, dass sich die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge in den kommenden Jahren bei 60 bewegen werde. Es seien aber nicht zum großen Teil Syrer, die nach Kierspe kommen würden, so Knuf, sondern vielmehr ein Sammelsurium an Nationalitäten. Während im Bund 25 Prozent der Asylsuchenden aus Syrien kommen würden, wären es in Kierspe zehn Prozent.

Auch hinsichtlich der Altersstruktur sei „alles dabei“. Ebenso würden Einzelpersonen, Frauen mit kleinen Kindern, Ehepaare und Familien zugewiesen. Oliver Knuf wies ebenfalls darauf hin, dass fast ein Viertel der Flüchtlinge (fast 40.000) nach Nordrhein-Westfalen kommen würde – Angaben zum Verteilungsschlüssel vermochte er aber nicht zu machen. Im vergangenen Jahr waren insgesamt fast 186.000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen, im Jahr zuvor waren es mehr als 222.000.

Land zahlt nicht für alle Kopfpauschale

Oliver Knuf wies natürlich auch auf die Kostenseite hin: Von den 617 Flüchtlingen, die in den vergangenen 15 Jahren der Stadt Kierspe zugewiesen worden waren, ständen derzeit 126 Personen im Leistungsbezug. Die sogenannte Kopfpauschale von 866 Euro, die das Land an die Kommune zahlt, würde es für 70 Personen geben. Die Kosten für die restlichen 56 Menschen müsse die Stadt tragen: 29 Personen würden geduldet, für sieben gebe es ein Abschiebungsverbot und bei 20 sei der Status unklar.

Ausgaben in Höhe von 1,2 Millionen Euro

Dies habe Ausgaben in Höhe von 1,2 Millionen Euro zur Folge, von denen die Stadt 665.000 Euro erstattet bekomme. Wenn man die „Einmalgeschichte“, wie es Knuf bezeichnete, des Landes hinzurechne – ein Ausschussmitglied hatte nachgefragt – , beliefen sich für die von der Stadt zu tragenden Kosten im vergangenen Jahr auf rund 266.000 Euro.

100.000 Euro seien bereits vom Land geflossen. In diesem Jahr sollen noch einmal 300.000 Euro überwiesen werden, „dann können wir mit einem blauen Auge rauskommen“, meinte Knuf. Im Rahmen seines Berichts zur Flüchtlingssituation in Kierspe dankte der Sachgebietsleiter allen Ehrenamtlichen für ihre Hilfe, insbesondere den Vereinen Menschen helfen, Hand in Hand und den kirchlichen Gemeinden.

Absage an weitere Integrationskraft

Der Forderung nach Einstellung eines Integrationshelfers mussten Knuf und auch Stadtkämmerer Olaf Stelse eine Absage erteilen. Denn zumeist seien es Hilfen und Unterstützung – zum Beispiel bei einem Umzug, dem Aufstellen von Möbel oder der Begleitung zum Arzt und ähnliches – , die sehr wenig mit Integration zu tun hätten. 

Stelse wie Knuf verstehen aber, dass die immer weniger werdenden Ehrenamtlichen an ihre Leistungsgrenzen stoßen würden – und appellierten daher an die Kiersper, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren. Ausschussvorsitzender Clemens Wieland ging noch weiter und wies auf die Möglichkeiten eines Freiwilligen Sozialen Jahres hin, das von den Vereinen genutzt werden sollte – die Verwaltung würde dabei unterstützen.

Optimierung des Wohnraums

Weitergeführt worden war im vergangenen Jahr auch die Wohnraumoptimierung: Teure Wohnungen würden gekündigt (einschließlich Umquartierung) und nur noch die Mindestanzahl an Wohnungen vorgehalten, um unnötige Kosten zu vermeiden. Natürlich würde auch weiterhin Unterstützung bei der Integration der Asylsuchenden durch ein multiprofessionelles Team (wie bei der Schulsozialarbeit), die Integrationsbeauftragte Margarit Kartal, Hartwig Benne (für den technischen Service), durch einen Flüchtling (Übersetzungen und andere Hilfestellungen) und letztlich ebenso durch die Mitarbeiter des Bauhofs beispielsweise bei Umquartierungen gewährt.

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