Oldtimerausfahrt des KRC erweist sich als voller Erfolg

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Lothar Kasper vom Kiersper Rallye-Club hatte beim Start zu jedem Auto etwas Interessantes zu erzählen. -

KIERSPE ▪ Manche Oldtimer-Fahrer konnten es am Samstagmorgen kaum noch erwarte, bis um 10.01 Uhr, endlich der Startschuss auf dem Gelände des Autohauses Knabe fiel. Der Kiersper Rallye-Club (KRC) hatte zu einer Oldtimerausfahrt „Frühlingserwachen im Sauerland“ eingeladen, bei der auch die „Youngster“, 1982 oder früher gebaute Wagen, mitfahren durften. Von Gertrud Goldbach

Es war bereits das vierte Mal, dass der Rallye-Club zu einer touristischen Fahrt eingeladen hatte und mit 54 Teilnehmern kann der Verein sie als Erfolg verbuchen.

„80 Kilometer lang ist die Strecke, die zurückgelegt werden musste“, berichtete Sportleiter Bernd Oberhaus. „Wer hier einen Schnitt von 20 Stundenkilometern hatte und dabei die Sonderaufgaben richtig löste, hatte gute Chancen, auf den vorderen Plätzen zu landen.“ Viel Geschick und ein wenig Glück waren schon nötig, um bei den Sonderaufgaben gut abzuschneiden. Auf dem Parkplatz bei Sticht, einem Weiler bei Halver, galt es für die Teilnehmer, möglichst bis auf 25 Zentimeter an ein Holzstück heranfahren. Geschafft hatten es auf den Millimeter genau vier Fahrer, ein weiterer hingegen hielt in 70 Zentimeter Entfernung an, wiederum ein anderer traf das Brett.

Bei der zweiten Sonderaufgabe sollten die Teilnehmer eine Einbahnstraßenregelung einhalten, bei der sie in einem begrenzten Bereich jede Straße nur in eine Richtung befahren und auf keinen Fall in Gegenrichtung zurückfahren durften. Ansonsten galt es, die vorgegebenen Geschwindigkeiten einzuhalten, die Schönheit der Landschaft zu genießen und zur richtigen Zeit anzukommen.

Auch Opel P 4 erweist sich als Hingucker

Dass dies bei Autos ab dem Baujahr 1929 nicht immer gelingen sollte, war vorauszusehen. Rainer Büthe aus Hösinghausen hatte da mit seinem Daimler DE27 (Baujahr 1947) Probleme. Unterwegs ging sein Auto aus und wollte nicht wieder anspringen. Hier gedreht, dort gereinigt und geprüft – so schaffte es der 120 PS starke Wagen doch noch.

Ein Hingucker war auch die Startnummer „1“ an diesem Morgen, ein Opel P 4 (Baujahr 1936). Diesen ehemals zur Feuerwehr gehörenden 23 PS starken Wagen hatte sein Eigentümer Thomas Albrecht-Tiedemann 2001 auf einem Hinterhof gefunden und ihn dann bis 2010 restauriert. Der Opel P 4 war das erste Volksauto, 1936 kostete es 1650 Reichsmark, bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst von 250 Reichsmark für viele Menschen ein erschwinglicher Preis. Wie viele Autos aus seiner Zeit hat es eine Holzkarosse, die mit Blech überspannt ist. „Wenn ich gleich nach Hause komme, muss ich erst einmal sehen, dass ich mein Auto trocken bekomme, sonst fängt das Holz an zu arbeiten“, erklärte Thomas Albrecht-Tiedemann, der ebenso wie seine Frau Christa zum Wagen passende Originalkleidung aus der Zeit um 1936 trug. Einiges haben die Eheleute in Second-Hand-Geschäften gefunden, ansonsten haben sie die Kleidung nach Originalschnitten nähen lassen.

Interessiert verfolgten die Zuschauer den Start der Oldtimer. Lothar Kasper vom KRC hatte zu jedem Fahrzeug etwas zu erzählen. So ist Männe Kliem aus Ennepetal mit seinem Opel 1,2 Liter Cabrio Limosine (Baujahr 1932) von Beginn an bei der Oldtimerausfahrt dabei. Der GM Vauxhall Baujahr 1937 von Manfred Gösser aus Wermelskirchen wiegt stattliche 1,1 Tonnen und verfügt dabei über nur 47,5 PS, die ihn bewegten. Der Wagen ist ein Rechtslenker und wurde zuerst in Neuseeland zugelassen, 2004 fand er dann seinen Weg zum jetzigen Eigentümer.

Udo Czwicklinski aus Bochum war mit einem Daimler Benz 220 von 1953 nach Kierspe gekommen. Mit einem Porsche 356A Speedster von 1957 mit Liegesitzen waren Tom und Bärbel Rüggeberg aus Marienheide vor Ort.

Nächste Oldtimerrallye des KRC am 23. Juni

Dass so manches Auto seinen Entwicklungsweg über das Moped genommen hat, konnte man unverkennbar riechen. So verfügt der Auto Union 1000 S von 1961 über einen 3-Zylinder-2-Takt-Motor, bei dem der Sprit, wie bei einem Moped, gemischt werden muss.

Gegen 14 Uhr fuhren die ersten Oldtimer durchs Ziel auf dem Gelände des Autohauses Knabe, doch bis auch der letzte Wagen angekommen war, sollten noch eine gute Stunde vergehen.

Die nächste Oldtimerrallye des KRC findet am 23. Juni statt. Am 18, August steht dann die Motorrad-Veteranen-Rallye auf dem Programm. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 10 Uhr auf dem Gelände des Autohauses Knabe.

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