Kierspe

Ohne Test auch kein Besuch: Impfungen in Senioreneinrichtungen vor Abschluss

Seniorenzentrum - Seniorenresidenz - Kierspe
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Viele Tests und die strikte Einhaltung der Schutzregelungen haben bislang dafür gesorgt, dass es in der Seniorenresidenz keine Infektion mit dem Coronavirus gab.

„Es macht schon nachdenklich“, macht Michael Borchert, Leiter des Awo-Seniorenheims am Haunerbusch, deutlich, was auch andere Verantwortliche solcher Einrichtungen denken.

Kierspe - Gemeint damit ist ein Seniorenheim in Leverkusen, wo das Coronavirus eingeschleppt wurde und letztlich 15 Todesfälle zur Folge hatte. Dies ist glücklicherweise in den beiden Kiersper Einrichtungen nicht der Fall.

Weit mehr als 1000 Tests

„Wir hatten bisher noch keinen Fall“, freut sich Michaela Nevis, Leiterin der Seniorenresidenz an der Montigny-Allee, dass die Schutzmaßnahmen bislang gegriffen haben. Besucher kommen derzeit nur bei einem negativen Test in die Seniorenresidenz – wer sich nicht testen lassen will, kommt auch nicht hinein. Es bleibe daher alles beim Alten, daran ändere auch der Vorfall in Leverkusen nichts. Das Personal, so Nevis weiter, werde alle 72 Stunden getestet, die Bewohner einmal pro Woche. Das hat zur Folge, dass seit Montag vor einer Woche 331 Corona-Schnelltests durchgeführt wurden. Seit dem 28. November, als dem Haus Tests zur Verfügung standen, seien es mehr als 1000, verdeutlicht die Leiterin der Seniorenresidenz, das die Regelungen konsequent umgesetzt beziehungsweise eingehalten werden. Getestet werde jeden Tag von 8 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Und: „Wir haben unser Personal schon mit FFP2-Masken versorgt, als dies noch keine Pflicht war“, betont Michaela Nevis.

90 Prozent der Bewohner geimpft

Die Bewohner und die Pflegekräfte haben auch am 13. Januar die erste Impfung erhalten – die zweite folgt am heutigen Mittwoch. Mehr als die Hälfte der Bewohner hat sich impfen lassen, beim Personal sind es knapp 40 Prozent. Einige hätten sich wegen chronischer Erkrankungen nicht impfen lassen, erklärt die Seniorenresidenzleiterin. Auch die Bewohner der Kurzzeitpflege konnten nicht geimpft werden, weil sie möglicherweise beim zweiten Impftermin – durch den erst der Schutz erreicht wird – nicht mehr im Haus sind.

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Auch im benachbarten Seniorenzentrum der Awo seien rund 90 Prozent der Bewohner und etwa 70 Prozent des Personals am 19. Januar geimpft worden. Der zweite Termin folgt am Dienstag, 9. Februar. Nach den Corona-Infektionen in der Einrichtung im vergangenen Jahr habe man kurz vor Weihnachten das Haus für Besucher wieder öffnen können, erklärt Michael Borchert. Aber auch ins Awo-Seniorenzentrum kommt kein Besucher hinein, der sich nicht testen lässt – und dessen Test auch negativ ist.

„Grundsätzlich gibt es keine Änderung“, betont der Leiter der Einrichtung. Was auch die Tests für das Personal – zweimal pro Woche – und die Bewohner (einmal in der Woche) einschließt. Das auch im Haus am Haunerbusch Maskenpflicht (FFP2) und die bekannten Hygieneregeln strikt einzuhalten sind, versteht sich von selbst. Zudem dürften in Kürze nicht nur die Bewohner des Wohnbereichs 1 – sie waren beim Infektionsausbruch im vergangenen Jahr zahlenmäßig stark betroffen – durchimmunisiert sein, sondern auch die anderen, die sich dafür ausgesprochen haben, sich impfen zu lassen.

Corona-Ausbruch in Leverkusen

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenzentrum in Leverkusen sind dort 15 Bewohner gestorben. Insgesamt hätten sich 47 ältere Menschen und 25 Mitarbeiter angesteckt, hatte die Stadt Leverkusen am Sonntag mitgeteilt. In dem Seniorenheim sei die als besonders ansteckend geltende Mutation B 1.1.7 des Erregers Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Diese Variante war zunächst in Großbritannien entdeckt worden.

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