1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Kierspe

Feuerhaus darf nicht mehr bewohnt werden – Genehmigungen fehlen

Erstellt:

Von: Frank Zacharias

Kommentare

Feuerwehrmann auf einem Haus in Jubach
Letzter Einsatz am 18. Januar dieses Jahres: Mittlerweile wurde das Gebäude am Jubachweg abgeriegelt. Die Nutzung ist vorerst untersagt. © Feuerwehr Kierspe

Zwei Brände innerhalb von zehn Monaten haben für eine Familie in Vollme dramatische Folgen: Sie musste das Gebäude am Jubachweg räumen und von der Stadt in einer Notunterkunft untergebracht werden. 

Kierspe - Das bestätigte die Bauaufsichtsbehörde des Märkischen Kreises jetzt auf Anfrage der MZ. Deutlich wird nun auch: Die jüngsten Vorkommnisse in Vollme haben offenbar eine lange Vorgeschichte – und die erzählt von einer ganzen Reihe verstrichener Fristen und nicht vorliegender Baugenehmigungen.

Wie es aus dem Kreishaus heißt, wurde der Eigentümerin des Gebäudes bereits nach dem ersten Brand im April sowohl schriftlich als auch mündlich im Rahmen eines Ortstermins mitgeteilt, dass die Durchführung genehmigungspflichtiger Bauarbeiten sowie die Nutzung des Gebäudes ohne Vorlage einer Baugenehmigung nicht gestattet ist. „Beim Märkischen Kreis lagen zu diesem Zeitpunkt keine Baugenehmigungen für das durch den Brand zerstörte Wohnhaus und den Großteil der Nebenanlagen vor“, heißt es aus Lüdenscheid. Auch wurde ein Antrag auf Wiederaufbau des Wohnhauses nicht gestellt. Dieser liege immer noch nicht vor – eine Baugenehmigung wurde demnach nicht erteilt.

Doch auch nach der Information der Eigentümerin seien Arbeiten am Haus durchgeführt worden, die genehmigungspflichtig sind. So zündete die Bauaufsicht die nächste Stufe: Mithilfe einer Ordnungsverfügung wurden im Juni sämtliche Bauarbeiten am Wohnhaus untersagt. Auf ein Verbot, die Räume weiterhin zu nutzen, sei aber verzichtet worden, da die Eigentümerin schriftlich angekündigt hatte, einen Architekten mit der Erstellung eines Bauauftrags beauftragen zu lassen – geschehen ist bis November allerdings weiterhin nichts, wie die Bauaufsicht berichtet. Sie gab der Eigentümerin eine letzte Frist bis Anfang Januar 2023 mit der Androhung, das Gebäude im Fall einer Nichtbefolgung nicht mehr nutzen und sämtliche Anbauten zurückbauen zu müssen. Allein: Auch diese Frist ließ die Eigentümerin verstreichen. Schlimmer noch: Am 18. Januar kam es erneut zu einem Brand in einer Zwischendecke des Gebäudes. Der Märkische Kreis habe nun entsprechend reagiert, wie es heißt: Per Ordnungsverfügung wurde die Nutzung „sämtlicher baulichen Anlagen auf dem Grundstück“ untersagt.

„Da die Eigentümerin dieser Verfügung nicht unverzüglich nachgekommen ist, musste der Zugang zum Grundstück am 7. Februar nunmehr zur Abwehr von Gefahren für Leben und Gesundheit der Betroffenen, aber auch von Dritten, vollständig abgesperrt und versiegelt werden“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Dass die Familie jetzt kurzfristig in ihr Haus zurückkehren kann, scheint indes ausgeschlossen. Denn zunächst müsse das Gebäude „im Rahmen eines baurechtlichen Genehmigungsverfahrens nachträglich legalisiert werden“. Dazu ist etwa ein prüffähiger Bauantrag notwendig, der über einen Architekten bei der Bauaufsicht eingereicht wird. Selbst, wenn nur noch ein Teilbereich des Bestands bewohnt werden soll, müsse zunächst die Standsicherheit durch einen qualifizierten Tragwerksplaner nachgewiesen werden, wie es abschließend heißt.

Auf eher schwierige Gespräche mit den Eigentümern weisen indes die Vorfälle, von denen die Polizei in Zusammenhang mit den beiden Bränden bereits berichtet hatte. Sowohl im April als auch zuletzt im Januar wurde der Familienvater im Zuge der Löscharbeiten in Gewahrsam genommen, da er sich „äußerst renitent“ gezeigt habe, wie es im Polizeibericht hieß. Im April 2022 sei es bereits zu einer massiven Rangelei zwischen dem Mann und einem Polizisten gekommen. In beiden Fällen konnte der Kiersper nach kurzer Zeit aber wieder entlassen werden.

Auch interessant

Kommentare