Freifunk auch in den Volmestädten Thema

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Mit dem Laptop per Freifunk ins Internet: Linn Rohr und Andreas Wieland zeigen, wie es geht.

Kierspe/Meinerzhagen - Möglichst weiträumig freien Zugang zu WLAN-Internet in Kierspe und Meinerzhagen. Dies möchte eine Freifunk-Gruppe in den beiden Volmestädten erreichen.

Von Dominic Rieder

Die Möglichkeit, einen freien Internetzugang für jedermann bereitzustellen, erfreut sich in Deutschland seit einiger Zeit steigender Beliebtheit. Auch im Märkischen Kreis und der näheren Umgebung gibt es bereits Beispiele. So gibt es in Arnsberg oder auch in Neuenrade offene WLAN-Netze, sogar mit städtischer Hilfe.

Auch in Kierspe und Meinerzhagen haben sich am sogenannten Freifunk Interessierte zusammengefunden. Die technischen Voraussetzungen seien gering, erklären die Kiersper Klaus Neunz und Andreas Wieland sowie der Meinerzhagener Linn Rohr unisono. Es genüge ein handelsüblicher Router, wie ihn eigentlich jeder Internetnutzer zu Hause stehen habe. Ein solcher sei bereits für Preise ab 15 Euro erhältlich. Allerdings: „Im Originalzustand ist der Router nicht zu gebrauchen. Dafür ist spezielle Software vonnöten“, betont Wieland.

Linn Rohr pflichtet bei und verweist auf den Verein Freifunk Rheinland. „Dieser bietet – ohne Mitgliedschaft – eine solche Software kostenlos zum Herunterladen an.“ Mit dieser lasse sich der Router dann als Hotspot (ein Internetzugriffspunkt, der für jedermann zugänglich ist) einrichten. Als Provider fungiere der Verein Freifunk Rheinland, erläutert Rohr.

Erste kleine Erfolge in Kierspe gab es bereits zu verzeichnen. „Wir haben auf dem Weihnachtsmarkt einen Probelauf mit Freifunk-Internet gemacht.“

Im Schnitt seien 30 Nutzer im Netzwerk aktiv gewesen, berichtet Rohr, der zudem Betreiber der Internetseite www.freifunk-meinerzhagen.de ist. Auch in Kierspes Nachbarstadt ist Freifunk Thema. Nach Angaben der Homepage gibt es in Meinerzhagen 17 Hotspots.

Klaus Neunz und Andreas Wieland sind in Kierspe-Dorf ansässig. Beide erkennen auch dort erste Fortschritte. Die Reichweite des offenen WLAN erstrecke sich dort entlang der Friedrich-Ebert-Straße in etwa von Höhe der Dr.-Deisting-Straße bis Höhe Volksbank-Zweigstelle im Dorf.

Zudem gab es in beiden Volmestädten bereits erste Gespräche mit dem jeweiligen Stadtmarketingverein. Beide Vereine wollten das Thema auf ihrer nächsten Vorstandssitzung behandeln, heißt es seitens der Freifunk-Gruppe, die auch den juristischen Aspekt nicht außen vor lässt. Wer einen Hotspot zur Verfügung stelle, brauche sich wegen der sogenannten Störerhaftung keine Sorgen zu machen, heißt es. Der Anbieter eines Hotspots könne nicht haftbar gemacht werden. Es werde eine IP-Adresse des Vereins Freifunk Rheinland genutzt. Da dieser Providerstatus habe, greife aber auch dort die Störerhaftung nicht.

Sorgen, dass ein Nutzer illegale Inhalte herunterlade, brauche sich jemand, der einen Hotspot bereitsstellt, aber ohnehin nicht zu machen, erklärt die Gruppe. Denn: Die Bandbreite sei dafür viel zu gering und somit zum Herunterladen großer Dateien nicht geeignet. Freifunk fände für alltäglichen Dinge wie der Nutzung von Suchmaschinen, dem Lesen und Versenden von E-Mails oder dem Lesen von Nachrichtenportalen Verwendung.

Über neue Mitstreiter würde sich die Freifunk-Gruppe freuen. Weitere Informationen zum Thema Freifunk gibt es unter der Adresse www.freifunk-meinerzhagen.de im Internet.

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