Offene Denkmäler locken viele Besucher

Ortsheimatpfleger Ulrich Finke trug mit etlichen authentischen Unterlagen aus der Ära der Rönsahler Pulvermüller zum Informationsangebot bei, das den Gästen im Schwarzpulvermuseum geboten wurde. - Fotos: Crummenerl

Kierspe/Rönsahl - Schönstes Sommerwetter bot am Samstag den idealen Rahmen für die Angebote beim Tag des offenen Denkmals. Wie bereits beim Kreisheimattag vor zwei Wochen, so nutzten auch diesmal viele Besucher die Gelegenheit, die kulturhistorisch besonders wertvollen Stätten in Kierspe wie das Fritz-Linde-Museum, das Reidemeisterhaus Voswinkel, den Schleiper Hammer, das Heimatmuseum im Alten Amtshaus oder die Rhader Mühle und die Brennerei zu besichtigen.

Von Reiner Crummenerl 

Dort wurden den Gästen auch diesmal spannende Einblicke in die Geschichte geboten. Ein Schwerpunkt des kulturellen Geschehens lag diesmal in Rönsahl und in der unmittelbaren rheinischen Nachbarschaft des Grenzdorfes. Da passte es gut ins Konzept, dass an diesem Tag auch das 10-jährige Bestehen des Schwarzpulvermuseums gefeiert wurde, das in der „Villa Ohl“, dem vormaligen Wohnsitz der ehemaligen Fabrikantenfamilie Cramer und Buchholz, beheimatet ist. Es wurde seinerzeit vom Freundeskreis um den Müllenbacher Autor und Heimatfreund Harry Böseke ins Leben gerufenen. Dies war für Heimatfreunde im rheinisch-westfälischen Grenzraum ein willkommener Anlass, erstmals in dieser kompakten und grenzübergreifenden Weise an die gemeinsame und ereignisreiche frühindustrielle Vergangenheit zu erinnern.

So hatten Regina und Karl-Friedrich Marcus vom Bürgerverein Historische Brennerei in Rönsahl zu einer Exkursion zu den frühen und auch heute noch im Gelände nachweisbaren Spuren der Schwarzpulverindustrie eingeladen. Während der Wanderung informierten sie über Standorte und Fabrikation des Schwarzpulvers, aber auch über das Leben und die gefährliche Arbeit der Pulverarbeiter.

Die unterwegs gewonnenen Eindrücke konnten später im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten und in Anwesenheit zahlreicher Heimatfreunde sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vertieft werden. So brachten die Repräsentanten der beteiligten Kommunen Wipperfürth, Marienheide und Kierspe unisono ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass es dank der gemeinsam umgesetzten Initiative von Menschen mit einem Sinn für die Geschichte nicht nur gelungen sei, die ehedem herrschaftliche Villa vor dem drohenden Verfall zu retten, sondern vielmehr zu einem musealen Zentrum mit besonderer Ausstrahlungskraft in die Region auszubauen.

Näher ins Detail ging hier insbesondere Erich Kahl, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth, der dank seines profunden Wissens in einem viel beachteten Fachvortrag näher auf die eng mit der Familiengeschichte der Pulverfabrikaten Cramer und Buchholz verbundenen Zusammenhänge um die Baugeschichte der um das Jahr 1807 in ihrer heutigen Erscheinungsform entstandenen „Villa Ohl“ einging. Damit unlösbar in Verbindung stand die Entwicklung des gesamten engeren Raumes im so genannten „Königreich Buchholz“ während eines langen Zeitraums von mehr als drei Jahrhunderten, die bis heute noch an etlichen repräsentativen und bis in die Kaiserzeit entstandenen repräsentativen Villen auch in Rönsahl ebenfalls näher erläutert wurde, bevor der Tag mit weiteren Aktivitäten und dem entsprechenden Rahmenprogramm ausklang.

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