FWG: Klares Nein zur Erweiterung des Baugebiets

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Nach der Bebauung von Östlich Rathaus II werden nun die ersten Stimmen laut, die eine Erweiterung fordern. Die FWG spricht sich dagegen aus.

Kierspe - Ein Kommunalwahlkampf ohne das Thema Östlich Rathaus ist in Kierspe wohl nicht mehr möglich. Bei der Wahl 2009 sorgte das Thema für den Einzug der Freien Wähler (FWG), die damals noch als Pro Kierspe antraten, in den Rat. Fünf Jahre später ging es um die Erweiterung des Gebietes – und jetzt steht das Thema Östlich Rathaus III auf der Agenda.

Klaus Müller, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, hatte im Ausschuss für Umwelt und Bauen das Thema Östlich Rathaus III angesprochen und die Meinung geäußert, dass ein Gutachten belege, dass auch dieses noch über die Straße Haunerbusch erschlossen werden könnte. Der FDP-Bürgermeisterkandidat Armin Jung hat sich ebenfalls für eine Erweiterung des Gebietes und einen dritten Bauabschnitt ausgesprochen, allerdings erst, wenn auch ein entsprechendes Verkehrsgutachten vorliege.

Das alles wollen die Freien Wähler natürlich nicht unwidersprochen lassen. „Aus einer Studie der Bezirksregierung geht hervor, dass wir in Südwestfalen zu viel Wohnbebauung und zu wenige Gewerbegebiete haben“, sagt FWG-Ratsmitglied Jörg Hentschel.

Sein Fraktionskollege Peter Christian Schröder ergänzt: „Nach den Zahlen der Bezirksregierung haben wir im Kreis 483 Hektar zu viel Wohnbebauung und 390 Hektar Fläche zu wenig für Gewerbegebiete. Natürlich muss das auf die Kommunen heruntergebrochen werden, aber für uns ist klar, dass es in Kierspe nicht anders ist.“

Die Freien Wähler sind nach wie vor der Meinung, dass man mit dem Schließen von Baulücken und dem Verkauf bestehender Häuser den Wohnbedarf in Kierspe komplett decken könnte. „Dazu wäre es hilfreich, ein Stadtentwicklungskonzept oder zumindest ein Baulücken- und Leerstandskataster zu haben, doch von beidem wollen Rat und Verwaltung nichts wissen. Wir haben schon vor Jahren mal angefangen, die Baulücken zu zählen. Als wir bei 200 waren, haben wir aufgehört“, so Schröder. Die beiden Ratsmitglieder empören sich vor allem über die städtische Gesellschaft für Grundstück- und Gewerbeentwicklung (GGE), die in den vergangenen Jahren viele Flächen erworben habe und diese nun zu Geld machen wolle. Schröder: „Dieses Vorgehen der Stadt ist ein typisches Beispiel dafür, dass nicht die Politik plant, sondern von der Verwaltung vor Entscheidungen gestellt wird.“

Jörg Hentschel und Peter Christian Schröder (rechts) positionieren sich klar gegen einen neuen Bauabschnitt.

Jörg Hentschel schließt sich der Kritik an und erweitert diese auf die, aus seiner Sicht, problematische Verkehrsanbindung der beiden Abschnitte des Neubaugebiets, die auf keinen Fall auch noch für einen Bauabschnitt ausreichen werde: „Erst sollte nur der Verkehr aus Östlich Rathaus I über den Haunerbusch geführt werden, plötzlich ging das auch noch mit Östlich Rathaus II, entgegen des Versprechens der Parteien im Rat. Allein durch Östlich Rathaus II sind rund 120 Autos zusätzlich unterwegs, die bereits jetzt ein zügiges Ausfahren aus der Straße verhindern und auch die Straße Im Hofe überlasten, wenn nun ein dritter Abschnitt hinzukäme, sprechen wir über mehr als 200 Autos, die dann insgesamt mehr auf der Straße unterwegs sind. Da auch, nach allem was wir wissen, eine Abführung über Bordinghausen nicht möglich ist, gäbe es derzeit keine andere Möglichkeit, als über den Haunerbusch zu fahren.“ „Die politische Verantwortung gebietet es, dass man erst eine neue Zufahrt schafft, bevor man mit einer Erweiterung des Gebietes beginnt“, sagt auch Schröder, der aber aufgrund einer grundsätzlich abnehmenden Bevölkerungszahl auch keinen Sinn in einem weiteren Gebiet sieht.

Neben den Baulücken sieht Schröder auch Chancen für ein neues Baugebiet dort, wo derzeit noch die Firma Schröder am Haunerbusch ihren Platz hat. „Es wäre vernünftig, wenn diese an einem anderen Standort neu bauen würde. Ein solches Unternehmen hat mitten in einem Baugebiet nichts mehr zu suchen.“ Und damit weist er auch wieder darauf hin, dass Kierspe kein Wohnbauproblem habe, sondern vielmehr eines mit seinen Gewerbegebieten habe, die dringend ausgewiesen werden müssten.

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