FWG spricht sich für städtische Todesanzeigen verdienter Kiersper aus

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Der Fraktionsvorsitzende Peter Christian Schröder stellt für die Freien Wähler den Antrag, dass die Stadt Kierspe auch für ehemalige Ratsmitglieder, städtische Mitarbeiter und Feuerwehrleute Todesanzeigen aufgeben sollte.

Kierspe – Wie es um das Leben in einer Gesellschaft bestellt ist, erkennt man am Umgang mit den Toten. Vieles hat sich gewandelt. Doch es geht nicht nur um die Art zu trauern, sondern auch um die Kosten, die der Tod eines Menschen verursacht. Die Stadt Kierspe hält da an einem eisernen Sparkurs fest – den die Freien Wähler so nicht mehr hinnehmen wollen.

„Seit Jahren wird beim Tod ehemaliger Mitglieder der Stadtverwaltung, ehemaliger Ratsmitglieder und Feuerwehrangehörigen keine Todesanzeige von der Stadt Kierspe mehr in der Tageszeitung aufgegeben. Das muss sich wieder ändern“, sagt Peter Christian Schröder, Vorsitzender der Freien Wähler. Nun stellt seine Fraktion einen entsprechenden Antrag in der nächsten Ratssitzung, die Anfang Juli stattfindet.

„Der Rat der Stadt Kierspe möge beschließen: Die Stadt Kierspe schaltet Todesanzeigen in der lokalen Presse für Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung, für Ratsmitglieder und ehemalige Ratsmitglieder, für Sachkundige Bürger und ehemalige Sachkundige Bürger, für Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, für Persönlichkeiten, die nach der Satzung über die Ehrung verdienter Frauen und Männer durch die Stadt Kierspe geehrt wurden“, heißt es in dem Antrag der FWG.

In der knapp gehaltenen Begründung schreiben die Freien Wähler: „Todesanzeigen gehören bei uns zur Trauerkultur. Beim genannten Personenkreis hat sich der Verstorbene einen großen Teil seiner Lebens- und Schaffenskraft für Kierspe eingesetzt. Feuerwehrangehörige setzen bei jedem Einsatz sogar ihr Leben für die Allgemeinheit, also für uns alle, aufs Spiel. Das sollte zumindest mit einer Todesanzeige gewürdigt werden.“

Im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung nennt Schröder in diesem Zusammenhang die auffälligsten Todesfälle, die sich in der jüngeren Vergangenheit ereigneten. So sei weder für einen langjährigen Stadtdirektor noch für einen Bürgermeister, der viele Jahre im Amt war, eine Todesanzeige geschaltet worden. Schröder: „Ich empfinde das als Respektlosigkeit gegenüber verdienten Personen, die der Stadt lange und ausdauernd gedient haben und oft auch vieles bewegt haben.“

Zu dem Thema hatte sich der FWG-Vorsitzende vor einigen Wochen bereits einmal in einem Leserbrief geäußert und darin den Umgang der Stadt mit den Verstorbenen kritisiert. „Auf diesen Leserbrief habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten, über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass der Antrag sofort im Rat entschieden und nicht erst noch einmal in den Hauptausschuss verwiesen wird“, sagt Schröder.

Der FWG-Politiker verweist auf Nachbarstädte, wo es üblich und gute Sitte sei, an ehemalige Rats- und Verwaltungsmitglieder, aber auch ehemalige Wehrleute mit einer Todesanzeige in der Tageszeitung zu erinnern. Gleiches gelte auch für zahlreiche Firmen, die ebenfalls für ehemalige Mitarbeiter eine solche Anzeige aufgeben würden.

Schröder: „Ich frage mich: Wie gehen wir mit unseren Toten um, die für unser Gemeinwohl gearbeitet haben – ob ehreamtlich oder hauptberuflich? Wie gehen wir mit unseren Toten um, die von der Stadt sogar mit einer Ehrengabe geehrt oder zum Ehrenbürger ernannt wurden? Ist das alles nur eine Frage des Geldes?“

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