Straßenlärm steigt teilweise in Kierspe bis auf 75 Dezibel

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Bis zu 75 Dezibel erreicht die Lärmbelastung auf der Volmestraße (B 54) in Neuebrücke. Er ist neben Teilstücken auf der Kölner Straße der Bereich mit dem lautesten Straßenlärm.

Kierspe - „Indem wir Lärmbelastungen senken, verbessern wir die Lebensqualität der Menschen und die Attraktivität unserer Städte“, sagt Christina Schulze Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. Als stärkster Lärmverursacher wird der Straßenverkehr empfunden, der auch in Kierspe auf den Hauptdurchgangsstraßen mit 65 bis 75 Dezibel für die Anwohner eine Belastung darstellt.

Es sind die Kölner Straße bis zur Kreuzung Wildenkuhlen, die Friedrich-Ebert-Straße bis zum Ortsausgang in Richtung Halver, die Volmestraße in Richtung Meinerzhagen und ein kleiner Teil der Heerstraße bis zur Einmündung der Dr.-Hans-Wernscheid-Straße, die in der neuen Lärmkartierung für die Stadt Kierspe farblich gekennzeichnet sind und die damit hervorstechen. Denn die Belastung durch Straßenverkehrslärm liegt auf den genannten Straßen bei wenigstens 65 Dezibel.

Laute Hauptverkehrsadern

In einigen Teilbereichen der mittleren und unteren Kölner Straße sowie auf der Volmestraße in Neuebrücke erreicht die Lärmbelästigung sogar Werte von bis zu 75 Dezibel. Insgesamt sind 2,3 Quadratkilometer von Kierspe mit Lärm bis zu 55 Dezibel belastet, auf 0,76 Quadratkilometern werden bis zu 65 Dezibel gemessen und auf 0,164 Quadratkilometern bis 75 Dezibel.

So sieht die Lärmschutzkarte, die im vergangenen Jahr aufgestellt wurde, aus.

Es handelt sich bei diesen Ergebnissen um die dritte Runde der Lärmkartierung, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurde. Eine Lärmkarte für den Schienenverkehr, die das Eisenbahnbundesamt liefert, gibt es natürlich noch nicht, da erst seit Dezember wieder Züge durch die Volmestadt fahren.

Die Kartierung geschieht unter dem Aspekt, dass hohe Lärmbelastungen ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem darstellen. Daher unterstützt die Landesregierung die Kommunen bei der Erfassung der Lärmbelastung und der Aufstellung der Lärmaktionspläne, das Landesumweltamt erstellt die Lärmkarten für die Städte und Gemeinden mit weniger als 100 000 Einwohnern.

Grundlage für Aktionsplan

Diese Karten sind dann eine Grundlage für die Erarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Lärmminderung. Die Städte und Gemeinden sollen sogenannte Lärmaktionspläne erstellen oder, falls bereits vorhanden, aktualisieren. Es geht also um (realisierbare) Maßnahmen, welche die Lärmbelästigung reduzieren – was sich in Kierspe schwierig gestaltet.

Auch das Stück zwischen Eisenviadukt und B 54 der Kölner Straße ist mit bis zu 75 Dezibel sehr laut.

Man erhofft sich aber einen geringeren Verkehr auf den Hauptverkehrsadern durch die Umgehungsstraße „Lausebergaufstieg“, die in der Planung ist – und dadurch natürlich weniger Lärm. Die neuen Lärmkarten für Nordrhein-Westfalen sind im Übrigen jetzt vom Umweltministerium veröffentlicht worden und auch für jedermann im Internet unter www.umgebungslaerm.nrw.de einzusehen.

Da ein ständig hoher Lärmpegel negative gesundheitliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus haben kann, wie zum Beispiel Schlafstörungen oder Probleme mit dem Herzkreislaufsystem, hatte die Europäische Union schon vor elf Jahren die Kommunen verpflichtet, alle fünf Jahre Lärmkarten zu erstellen und zu veröffentlichen. In den Lärmkarten wird die Lärmbelastung der Bevölkerung systematisch erfasst.

Dritte Runde der Lärmkartierung

Für die aktuell dritte Lärmkartierung hat das Landesumweltamt eine große Datenmenge neu erhoben und aufbereitet. Eingeflossen sind beispielsweise Daten des Verkehrsaufkommens, der Geschwindigkeiten, Lärmschutzbauwerke, Gebäude und Gelände.

Dezibel

Zur Einschätzung des Schalldruckpegels, der in Dezibel (A) angegeben wird: Als leise gilt das Geräusch eines Kühlschranks oder das Ticken einer Uhr (30 bis 40 Dezibel). Normale Lautstärke (50 bis 60 Dezibel) sind Gespräche im kleinen Kreis. Als sehr laut gilt die Hupe eines Fahrzeugs (90 bis 100 Dezibel) und als ohrenbetäubend die Triebwerke eines Flugzeugs (110 bis 120 Dezibel). Übertroffen wird dies vom schmerzhaftem Lärm, wie dem einer Explosion (130 bis 140 Dezibel).

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