CDU soll sich auf Rolle als echte Volkspartei besinnen

Stadtverbandsvorsitzender Holger Scheel dankte dem NRW-Generalsekretär der CDU, Bodo Löttgen,für seine Vortrag beim Neujahrsempfang mit einer Flasche Hochprozentigem aus der Region. - Fotos: Haase

KIERSPE - Ein positives Fazit des vergangenen Jahres, besonders im Hinblick auf die gewonnene Bundestagswahl, zog der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen in seinem Vortrag beim Neujahrsempfang der Kiersper Christdemokraten.

Von Rolf Haase

Zunächst begrüßte Stadtverbandsvorsitzender Holger Scheel am Dienstagabend im Rathaus aber die insgesamt rund 80 Besucher, darunter den Servatiuschor aus Rönsahl unter der Leitung von Sofia Wawerla, der erstmals ein musikalisches Rahmenprogramm beisteuerte. Die Sänger stimmten Lieder wie „Wieder naht der heil’ge Stern“ und „Sanna Sannanina“ an.

Einig waren sich Scheel und Löttgen in der Bewertung der Regionale 2013: Der Radweg, der Volme-Freizeit-Park, das Kreativquartier an der Kölner Straße und der Bahnanschluss Kierspes stellten eine Chance dar, die man nicht verspielen dürfe, so der Stadtverbandsvorsitzende. Strukturrelevante Mittel in diesem Umfang würden vermutlich in den nächsten 30 Jahren nicht noch einmal fließen.

Dann wandte sich Bodo Löttgen seinem Thema „NRW vor der Kommunalwahl“ zu: „Erstmals seit 1990 haben wir uns wieder der 40-Prozent-Marke genähert und sind die stärkste politische Kraft vor der SPD. Die CDU-Landesgruppe im Bundestag ist von 45 auf 63 Mitglieder angewachsen. Wir stellen in jedem Kreisverband einen Abgeordneten“, stellte der Generalsekretär im Einzelnen fest. Als einzigen Wermutstropfen bei der Bundestagswahl nannte er das knappe Verpassen der absoluten Mehrheit, was in Folge zu schwierigen Koalitionsverhandlungen geführt habe.

Besonders gut abgeschnitten hätten die Christdemokraten bei den Frauen und den über 50-Jährigen, genauso jedoch bei den unter 30-Jährigen und den Erstwählern. Die CDU habe 4 Millionen Menschen im bevölkerungsreichsten Bundesland für sich gewonnen. Daran gelte es, so Löttgen, nun bei der Kommunalwahl anzuknüpfen.

Als Aufgabe für seine Partei kennzeichnete er es, dem Trend entgegenzuwirken, dass die Partei der Nichtwähler weiter anwachse. Dafür sei die Schaffung von Vertrauen und Bindungskraft an die CDU wichtig. Gerade die kleinen Leute müssten sich in der christdemokratischen Politik stärker wiederfinden. Sein Rezept lautete: „Politik und Politiker müssen lernfähig und nicht wankelmütig sein, denn dadurch verliert man Glaubwürdigkeit. Sie müssen anspruchsvoller in den Zielen und mutiger in den Entscheidungen werden“, formulierte er. Das Bestreben müsse es sein, dass die CDU als lebendige Partei wahrgenommen werde, die ihre Mitglieder einbinde. Sie müsse sich wieder zu einer echten Volkspartei entwickeln, die nicht im Gestern verharre, sondern sich der Gestaltung des Morgen zuwende, so der Appell von Löttgen.

Als die entscheidenden zwei Fragen für das Wahlprogramm der CDU vor Ort nannte er: „Was nützt Kierspe? Was schadet Kierspe?“. Löttgen stellte es außerdem als wichtig dar, dass die Kommunen im Land in die Lage versetzt werden, autonome Entscheidungen zu treffen, was angesichts der maroden Haushalte vielfach nicht mehr gegeben sei. Immerhin liege die Wirtschaftskraft Nordrhein-Westfalens um 2 bis 3 Prozent unter dem Länderdurchschnitt. Hier gelte es gegenzusteuern. Vor dem Hintergrund müsse der Landesentwicklungsplan nicht nach ideologischen Erwägungen, sondern nach sachlichen neu aufgestellt werden, forderte er.

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