Der Traum von vielen Elektroladesäulen in der Stadt Kierspe

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Eine E-Ladestation gibt es bei den Kiersper Stadtwerken am Springerweg.

Kierspe - Bei Baumaßnahmen der Stadt Kierspe sollen künftig sogenannte Elektroladesäulen für Elektrofahrzeuge „praxisgerecht eingeplant“ werden – so lautet zumindest der Beschlussvorschlag, der auf einem Antrag der SPD-Fraktion basiert und der von den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Bauen am 6. November beraten werden soll.

Sollte die Installation nicht sofort möglich sein, so soll mindestens ein Leerrohrsystem eingebaut werden, mit dessen Hilfe später eine Ladesäulen errichtet werden kann. Darüber hinaus sollen dem Stadtrat Planungsstandorte – neben bereits umgesetzten Ladesäulen – jährlich mitgeteilt werden. Es soll ein Schild „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs“, soweit möglich, angebracht werden.

Dies gelte nicht nur für Pkw-Ladesäulen, sondern ebenfalls für solche, an denen E-Fahrräder oder -Motorräder geladen werden können. Schon im Juni dieses Jahres, als das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Bauen stand, war in der Vorlage auf das laufende Leader-Projekt „Oben an der Volme – nachhaltig mobil“ sowie auf Überlegungen der Stadtwerke Kierspe, eine Ladestation zu errichten – in die der Energieversorger Mark-E „maßgeblich einbezogen ist“ – hingewiesen worden.

Mittlerweile liegt ein Konzeptentwurf für das Leader-Projekt vor: „Der Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur wird in der Region Oben an der Volme bereits durch Mark-E mit den Stadtwerken Kierspe in Kierspe vorangetrieben. Ziel ist es, dass es in jeder der vier Kommunen die Möglichkeit gibt, Elektroautos aufzuladen.“ Dafür habe der Energieversorger Fördermittel beantragt, die genehmigt worden seien.

Für den Rest der Kosten bringt das Unternehmen eigene Mittel ein, sucht aber auch noch Partner wie Stadtwerke, Kommunen oder Unternehmen. Insgesamt 40 Ladestationen plant der Energieversorger in seinem Versorgungsgebiet zu errichten. Und wenn Partner gefunden würden, könne der Bau solcher Ladesäulen kurzfristig umgesetzt werden. Die Ladestationen werden über das Betriebs-, Zugangs- und Abrechnungssystem der Mark-E betrieben, es entstehe also ein einheitliches Ladesystem in der Region.

Derzeit gibt es erst eine öffentliche Station

In Kierspe selbst gibt es derzeit nur eine öffentliche Ladestation der Stadtwerke Kierspe, die bald nach dem Konzept von Mark-E ersetzt wird. Eine weitere öffentliche Ladesäule soll noch in diesem Jahr am Fachmarktzentrum installiert werden. Diese Ladestationen würden im Roaming-Verbund von ladenetz.de betrieben und könnten daher mit einer Vielzahl von Kundenzugängen genutzt werden, die über diese Plattform verbunden sind.

Bei den Ladestationen handelt es sich um sogenannte „Normalladestationen“ mit einer Maximalleistung von 22 Kilowatt, die von jedem Elektroauto genutzt werden können. Sie seien in erster Linie dann sinnvoll, wenn das Auto für mehrere Stunden abgestellt werde. Nutzer wären damit eher Besucher und weniger solche, die in Kierspe in Mehrfamilienhäusern wohnen und über keine Lademöglichkeit verfügen.

Denn die Ladesäulen sollen in der Regel in Zentrumsnähe installiert werden. Da Bewohner von Einfamilienhäusern über Lademöglichkeiten verfügen, sei die Erschließung von Standorten in Wohngebieten mit einer Mehrfamilienhausbebauung sinnvoll. Dabei würden zumeist geringe Ladeleistungen ausreichen, da die Fahrzeuge oft lange abgestellt würden.

Außerdem bietet der Energieversorger auch Unternehmen die Errichtung von Ladestationen auf dem Firmengelände an. Damit würde der Arbeitgeber – neben der privaten – der zweite Hauptladepunkt. Aktuell gibt es in Kierspe ein Unternehmen mit einer Ladestation, ein weiteres habe eine Station angekündigt. Weitere potenzielle Standorte für öffentliche Ladesäulen seien touristische Ziele.

Neben den Normalladestationen sollte ein öffentliches System auch aus Schnellladestationen – mit circa 50 Kilowatt Leistung – und sogenannten High-Power-Chargern (mehr als 100 Kilowatt) an Standorten mit kurzer Aufenthaltsdauer bestehen. Vonseiten der Kiersper Stadtverwaltung wird die Absicherung einer Grundversorgung an Ladestationen in der kommunalen Zuständigkeit gesehen.

Entsprechende Standorte sollten wegen der bereits laufenden Aktivitäten der Mark-E und der Stadtwerke mit diesen Unternehmen erarbeitet und abgestimmt werden. Auch für E-Motorräder und -Fahrräder, zum Beispiel entlang des geplanten Volmetalradwegs oder an Schulen, solle eine Infrastruktur aufgebaut werden. Kosten könnten etwa über Pachtentgelte refinanziert werden.

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