Im Notfall kann die neue Karte Leben retten

+
Präsentierten die neue Notfallkarte: Helga Stahl vom Seniorenbeirat (links) sowie die Sparkassenmitarbeiterinnen Rita Kimmel (Mitte) und Manuela Mauermann. ▪

KIERSPE ▪ Welche Medikamente nimmt ein Erkrankter? Wer ist der Hausarzt? Wogegen bestehen Allergien? Fragen, die in einer Notsituation schnell beantwortet werden müssen. Doch oft stehen diese wichtigen Angaben im Notfall nicht zur Verfügung. Deshalb hat der Seniorenbeirat der Stadt Kierspe eine Notfallkarte erarbeitet, die nun kostenlos abgeholt werden kann.

Nach Unfall, Herzinfarkt oder Schlaganfall sind viele Angehörige nicht in der Lage, die Fragen des Notarztes oder auch des Arztes im Krankenhaus schnell und richtig zu beantworten. Die Aufregung und Unsicherheit lässt dann einfach keine Konzentration zu. Viele Mitglieder des Seniorenbeirates haben solche Situationen irgendwann einmal erlebt und sind nun in einem Alter, wo die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass auch sie eine schwere Krankheit unvermittelt treffen könnte und die Zeit, alle wichtigen Fragen des Arztes richtig zu beantworten, knapp wird.

Helga Stahl, die Vorsitzende des Beirates, hat in Plettenberg eine Antwort auf drängende Fragen gefunden. „Dort wird eine Notfall-Karte herausgegeben. Diese diente uns als Vorbild. Allerdings haben wir nach Beratungen die auszufüllenden Felder etwas anders gestaltet.“

So wurde das Feld, in dem Allergien vermerkt werden, etwas kleiner gestaltet, da die meisten Allergiker einen speziellen Allergie-Pass mit sich führen würden. Im Gegenzug gibt es mehr Platz, wo Medikamente, die eingenommen werden müssen, aufgeschrieben werden können – und dies mit den genauen Zeiten der Einnahme. Außerdem findet sich Platz, einen nahe stehenden Menschen zu vermerken, der in einer Notsituation benachrichtigt werden muss. Aber auch der Hausarzt wird eingetragen, ebenso wie Grunderkrankungen, Besonderheiten wie Herzschrittmacher oder für den Helfer gefährlich werdende Vorerkrankungen. Aber auch an Felder, in denen über Hörgerät, Sehhilfe oder Prothesen Auskunft gegeben wird, finden sich in der Karte.

„Wünschenswert wäre, wenn eine der Karten im Portemonnaie ihren Platz finden würde und eine weitere neben der Wohnungstür, damit die Daten bereitstehen, egal ob jemand, der unterwegs ist, versorgt werden muss oder ob er zuhause ist“, erklärt Stahl. Damit auch klar ist, dass der Erkrankte damit einverstanden ist, dass seine Daten in einer Notsituation an den Rettungsdienst oder den Notarzt weitergegeben werden dürfen, muss die Notfallkarte persönlich unterschrieben werden.

„Da der Seniorenbeirat keinen eigenen Etat hat, mussten wir einen Sponsor finden, der den Druck der Karten finanziert. Da ist dankenswerter Weise die Sparkasse eingesprungen. Durch diese Unterstützung konnten wird mehr als 10 000 Karten bei der Druckerei Lohmann, die uns einen sehr guten Preis gemacht hat, herstellen lassen“, erklärt Stahl.

Erhältlich sind die Karten ab sofort bei allen Sparkassen-Filialen in Kierspe und Meinerzhagen. In den nächsten Tagen können die Notfallkarten auch bei den meisten Ärzten, Apotheken und der Sozialstation kostenlos abgeholt werden – und natürlich im Bürgerbüro der Stadt Kierspe.

Wichtig ist natürlich, dass nicht nur der Träger der Karte von deren Existenz weiß, sondern auch Angehörige, die den Rettungsdienst oder den Arzt im Krankenhaus auf die Karte aufmerksam machen können. Genauso entscheidend ist aber auch, dass die Einträge immer wieder auf den neusten Stand gebracht werden – vor allem, wenn neue Medikamente verschrieben werden oder bislang eingenommene wegfallen. ▪ Johannes Becker

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare