Notdienstregelung für Apotheken ändert sich

Kiersper und Meinerzhagener müssen bald weitere Strecken zu Apotheken mit Notdienst auf sich nehmen.

KIERSPE/MEINERZHAGEN ▪ Nicht nur beim ärztlichen Notdienst kommen ab Februar weite Anfahrtswege auf die Kiersper und Meinerzhagener zu, sondern ab Januar auch bei der Verfügbarkeit von nachts und am Wochenende geöffneten Apotheken. Bei der Apotheker-Kammer Westfalen-Lippe in Münster steht dem nur noch ein formaler Schritt am 14. Dezember entgegen, dann muss nämlich der Vorstand seine Zustimmung zur neuen Regelung geben. Diese gilt aber als sicher, wie Pressesprecher Michael Schmitz gestern im Gespräch erklärte.

Ab Januar müssen Kranke aus den beiden Volmestädten, die den Notdienst einer Apotheke in Anspruch nehmen wollen, an 15 von 26 Tagen weite Wege in Kauf nehmen. So sieht der bereits erstellte Notdienstplan etwa für den 1. Januar 2011 vor, dass die Ratsapotheke in Lüdenscheid sowie die Apotheke Am Nocken in Plettenberg für Notfälle zur Verfügung stehen. „Für die Patienten wird sich, was die Entfernung angeht, nichts ändern“, sagte Franz Josef Ruthmann, Inhaber der Kiersper Montigny-Apotheke und Notdienst-Beauftragter für Kierspe und Meinerzhagen auf Anfrage. „Der Kreis der Notdienst-Apotheken wird zwar größer, die Entfernungen bleiben aber gleich“, meinte er, weil ab Januar jeweils zwei bis drei Apotheken im Südkreis parallel Notdienst hätten. Dass jedoch laut dem Plan etwa am 12. Januar die Volme-Apotheke in Schalksmühle und die Dorf-Apotheke in Herscheid den Notdienst abdecken, spricht dagegen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass mindestens eine Apotheke mit Notdienst im Umkreis von 15 bis 20 Kilometern vorhanden sein muss. Die neue Regelung hält sich zwar an diese Vorschrift, dennoch verlängern sich die Fahrten für Kranke enorm. Wenn sie früher in eine Apotheke in Kierspe oder Meinerzhagen gefahren sind, fahren sie jetzt eben auch nach Halver, Schalksmühle, Lüdenscheid und Herscheid.

Für die Verteilung der Notdienste auf dann 56 Apotheken sprächen laut Schmitz drei Argumente: Erstens sei die Auslastung der Notdienste im ländlichen Bereich sehr viel geringer als im städtischen, zweitens mache es Sinn, die Notdienste der Apotheken an die Veränderungen beim ärztlichen Notdienst anzupassen. Darüber hinaus führte Schmitz wirtschaftliche Gründe an. Die Nachtschicht eines Angestellten schlage laut Tarif immerhin mit 300 Euro zu Buche. Durch die neue Regelung werde der Turnus verlängert, in dem die Apotheken einen Notdienst leisten müssen: Noch stehen sie alle elf Tage auf dem Plan, ab Januar nur noch alle 26 Tage. Überhaupt seien die wenigsten Kunden, die nachts oder am Wochenende zur Apotheke kämen, wirkliche Notfälle. Darüber hinaus könne jeder, der bald 20 Kilometer zum Arzt fahre, diese auch zur Apotheke auf sich nehmen, meinte Ruthmann. Ob die Kiersper und Meinerzhagener ebenfalls dieser Meinung sind, bleibt abzuwarten.

In einem offiziellen Schreiben seien die Bürgermeister aller betroffenen Städte nach Einwänden gefragt worden, laut Schmitz seien bei der Kammer aber keine eingegangen. Eine offizielle Mitteilung über die Änderung des Notdienstes an die Stadtverwaltungen gebe es erst nach dem Vorstandsbeschluss am 14. Dezember. ▪ isas

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