Hunderte Besucher beim großen Treckertreff

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Anstatt wie früher in der argentinischen Pampa, war das nostalgische Gefährt von Christian Kohl aus Solingen nun im knalligen Orange-Look einer der besonderen Hingucker beim Treckertreff, der am Wochenende auf der Rönsahler Woeste stattfand.

Rönsahl - Nostalgie pur, aber auch Modernes – Letzteres anschaulich demonstriert vom Kiersper Landmaschinenhändler Martin Viebahn als einem der Mitorganisatoren der großen Schau – waren am Wochenende die tragenden Elemente beim traditionellen „Schnauferl-Treff“ auf der Rönsahler Woeste.

Gutes, am Samstag sogar fast schon frühsommerliches Wetter, vor allem aber ein gewisses Maß an Tradition, trugen zum Gelingen der sechsten Auflage des zweitägigen Treckertreffs bei – zumal die Zusammenkunft von Freunden historischer Traktoren und Landmaschinen inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Einmal mehr hatten die Mitglieder des veranstaltenden Treckerclubs Müllenbach, der zudem auf sein 25-jähriges Bestehen zurückblicken konnte, in Zusammenarbeit mit den Eigentümern keine Mühen gescheut, um Viebahns Scheune und das umliegende Terrain für das Event „fit“ zu machen.

Bereits im Vorfeld hatte sich angedeutet, dass der „Schnauferl-Treff“ auch diesmal wieder zum absoluten Muss für viele Treckerfans werden sollte. Schon am Freitag tuckerten etliche Traktoren durchs Dorf, um sich einen günstigen Platz auf dem Ausstellungsgelände zu sichern. Dieser Trend setzte sich an den beiden folgenden Tagen verstärkt fort, so dass schätzungsweise an die 200 nostalgischen Trecker, Unimogs und diverses landwirtschaftliches Zubehör früherer Tage zu bewundern waren.

Nahezu jedes der ausgestellten und vom jeweiligen Besitzer in der Mehrzahl liebevoll restaurierten Exemplare hatte seine eigene und manchmal auch recht abenteuerlich anmutende Geschichte zu erzählen. Ganz besonders spannend ist jene um den im knalligen Orange gehaltenen „Kraftprotz“ mit den Initialen I.A.M.E. und dem Schriftzug „PAMPA“ auf der Motorhaube. Eigentümer Christian Kohl aus Solingen hatte das damals nahezu komplett schrottreife Gefährt vor vier Jahren von einem belgischen Händler erworben und dann in rund 2000 Arbeitsstunden wieder originalgetreu hergerichtet.

Wie Kohl zu berichten weiß, stammt der jetzt wieder fahrtüchtige und Mitte der 1950er Jahre gebaute Veteran aus Argentinien. Der damalige dortige Machthaber Juan Perón hatte versucht, ein Wirtschaftsembargo durch eine im eigenen Land angeordnete Landmaschinenproduktion zu umgehen, wobei man sich des Nachbaus des Lanz-Bulldogs bediente.

Beim Bummel über das Ausstellungsgelände erfreuten sich die Traktor-Fans an vielen klangvollen Namen deutscher wie auch internationaler „Treckerschmieden“ – darunter beispielsweise der langjährige Marktführer Klöckner-Humboldt-Deutz AG aus Köln, Hanomag, Eicher, Fahr, Güldner, Kramer und John Deere. Zudem bot sich an beiden Tagen ausreichend Gelegenheit zum Fachsimpeln, dies auch beim umfangreichen Rahmenprogramm. Zu diesem zählten der am Samstagabend angesagte Treckerball, der zünftige Frühschoppen am Sonntagmorgen sowie die angegliederte kleine Budenstadt, die zum Einkaufsbummel einlud.

Rainer Crummenerl

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