64 nostalgische Autos nehmen an Seenfahrt teil

Diese Familie aus Wiehl genoss am Samstag die Ausfahrt gemeinschaftlich in ihrem Porsche 356 B Cabrio aus dem Jahr 1959. Er zog zahlreiche Blicke auf sich.

KIERSPE ▪ Mit alten Autos verbinden sich Geschichten, Lebenserinnerungen und Sehnsüchte. Als Gerhard und Anette Brinker aus Gevelsberg mit ihrem 50 Jahre alten Opel Rekord vorfuhren, begannen die Augen mancher Teilnehmer zu leuchten. „Auf so einem Wagen habe ich meine ersten Fahrversuche gemacht,“ erzählte einer der Aktiven. Der Wagen hatte dem Opa gehört und der Enkel durfte damit im Garten hin und her fahren.

64 Wagen nahmen am Samstag an der „KRC Seenfahrt Historic 2010“ teil, für die BHW Immobilien und Postbank, vertreten durch D'José Caschetto, als Sponsor gewonnen werden konnten. Die Hälfte der Fahrer hatte sich für die Kategorie „touristische Ausfahrt“ angemeldet, die andere Hälfte verteilte sich auf die Kategorien „tourensportliche“ und „sportliche Fahrt“. Die meisten Fahrzeuge waren in den 60er und 70er Jahren gebaut worden. Das älteste Auto war ein Riley MPH Sports Roadster von 1936, das jüngste ein Porsche 911 Cabrio Baujahr 1990. Wagen, die 20 bis 29 Jahre alt sind, werden übrigens als „Youngtimer“ bezeichnet. Ein echtes „Veteranenfahrzeug“, so die offizielle Bezeichnung, muss mindestens 30 Jahre alt sein.

Nach einem gemeinsamen Frühstück und einer Abschlussrunde, in der Organisationsleiter Ulrich Tweer die letzten Unklarheiten beseitigte, starteten die Fahrer im Minutentakt. Ausgangspunkt war das Gelände des Autohauses Knabe, Zielort der Parkplatz Wildenkuhlen. Dazwischen lag eine 140 bis 170 Kilometer lange Rundfahrt durchs märkische Sauerland. Die Schwierigkeitsgrade und das Durchschnittstempo waren dabei, je nach Kategorie, unterschiedlich hoch. In der Kategorie A, der touristischen Klasse, hatten die Teams Bordbücher, in denen die Strecke mit Kilometerangaben und Piktogrammen dargestellt war. In der tourensportlichen und sportlichen Kategorie orientierten sich die Beifahrer anhand von Kartenmaterial. Verfuhren sie sich, gab es Punktabzug. Vor allem in der Kategorie A sorgte dieses Verfahren im Nachhinein für viel Ärger.

Die Ausfahrt führte diesmal über Meinerzhagen und Valbert ins Ebbegebirge, wo man in zahlreichen Windungen an Oester-, Verse- und Fürwiggetalsperre entlang fuhr. Mittagspause war im Jagdhaus Weber in Reblin, endgültiger Zielort Haus Berkenbaum, wo auch die Siegerehrung stattfand.

Zwischendurch wurde bei mehreren Zwischenstopps die Zeit genommen. Bei einer Gleichmäßigkeitsprüfung mussten die Fahrer eine Strecke in einem vorgegebenen Durchschnittstempo fahren. Diese Prüfung ging wesentlich in die Wertung mit ein.

Oldtimer sind Sammlerstücke, sie werden von ihren Besitzern gehegt und gepflegt. Jede Reparatur ist mit viel Mühen und Kosten verbunden, denn schließlich braucht man Original-Ersatzteile. Pech hatte deshalb der Porschefahrer, der auf einen, gleichfalls betagten, Mercedes auffuhr. Zum Glück gab es keine Verletzten, aber die Schäden an beiden Wagen waren beträchtlich.

Die Strecke sei sehr schön gewesen, meinten die Teilnehmer übereinstimmend, die Landschaft herrlich und das Wetter bilderbuchmäßig. Eigentlich waren die Voraussetzungen hervorragend. Dass am Ende der Ärger überwog, mussten sich die Ausrichter zuschreiben lassen.

Bedingt durch die Krankheit von Fahrtleiter Peter Bodenschatz, der die Strecke vorgeplant hatte, war der Kiersper Rallye-Club organisatorisch ins Hintertreffen geraten. Andere Clubmitglieder mussten einspringen und innerhalb von wenigen Wochen den gesamten Streckenverlauf durchplanen. Dabei hatten sich Fehler in die Streckenbeschreibung eingeschlichen, so dass etliche Fahrer die Orientierung verloren. Die für 19.30 Uhr angesetzte Siegerehrung verzögerte sich um mehrere Stunden. Immer neue Einsprüche der Fahrer sorgten für Frust bei den Ausrichtern, während die Fahrer ihrem Unmut über die lange Wartezeit lautstark Ausdruck verliehen. Die korrekte Wertung war vielen Teilnehmern wichtig, weil die KRC-Seenfahrt als Wertungslauf für mehrere Meisterschaften gilt. Deshalb war auch eigens ein Schiedsrichter des ADAC ins Haus Berkenbaum gekommen.

Als dann endlich am späten Abend mit der Siegerehrung begonnen werden konnte, waren viele Preisträger bereits gefahren. ▪ bnt

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