Peter Christian Schröder kandidiert für Berlin

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Peter Christian Schröder nahm die Gratulation des stellvertretenden Landesvereinigungsvorsitzenden Andreas Zehnter entgegen. ▪

KIERSPE ▪ Die stimmberechtigten Mitglieder der Landesvereinigung der Freien Wähler aus dem Wahlkreis 149 Olpe-Märkischer Kreis I sprachen sich zu hundert Prozent für den Kiersper Peter Christian Schröder als Kandidaten bei der Bundestagswahl am 22. September aus.

Die Nominierungsveranstaltung fand am Montagabend im Vereinsheim des Kiersper Schalke-Fanclubs Kerspe-Knappen statt. Als Wahlleiter fungierte der stellvertretende NRW-Vorsitzende Andreas Zehnter von der UWG Neuss. Später gratulierte er Schröder zu seinem Ergebnis.

Zehnter gehört wie Schröder erst seit September des vergangenen Jahres dem Landesvorstand an. Und es gibt noch andere Parallelen: So entstammen beide der Jungen Union. In ihren Reihen sammelte Zehnter als 15-Jähriger seine ersten politischen Erfahrungen. Später wirkte er dann in der CDU mit, ob an seinem Studienort Bonn oder in Unna. Der Volkswirtschaftler schied dann jedoch bei den Christdemokraten aus, weil er im vergangenen Jahr das Euro-Rettungspaket nicht mittragen konnte. Denn aus seiner Sicht stellt dies bloß eine Verschleppung des Problems dar, die den Steuerzahler enorm viel Geld koste. Von Berufswegen sind die Finanzen ein Schwerpunkt des 49-Jährigen, der erst 2012 der UWG beitrat. Nach Kierspe kam der stellvertretende Landesvereinigungsvorsitzende sehr gerne, um Schröder zu unterstützen.

Bei seiner Vorstellung machte Peter Christian Schröder deutlich, dass er sich in der Landesvereinigung engagiere und jetzt auch für Berlin kandidiere, um die Chance zu nutzen, landes- und bundespolitisch mitzugestalten. Er kritisierte am Montag, dass die vor Ort agierenden kommunalpolitischen Gruppierungen, ob Schwarz, Rot, Grün oder Gelb, die zwar entsprechend aufgestellt sind, ihre Möglichkeiten der Einflussnahme aus seiner Sicht aber absolut unzureichend nutzen und die UWG sogar ganz darauf verzichte. Er sprach verschiedene Themen an, wo dringend gehandelt werden müsse wie eine Gemeindefinanzreform, die das Konnexitätsprinzip besser berücksichtige, jedoch genauso den Euro, den er als „Geldvernichtungsmaschine“ bezeichnete. Schröder prognostizierte es als sicher, dass nach der Wahl, gleich bei welchem Wahlsieger, Steuererhöhungen auf die Bürger zukämen.

Für die Politik der Freien Wähler unterstrich der frischgebackene Bundestagskandidat, dass diese für Pragmatismus, Vernunft und gesunden Menschenverstand sowie eine Politik von Bürgern für Bürger stünden. „Wir wollen die Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte in den vorhandenen Institutionen ausbauen“, erklärte Schröder. Er sieht die Freien Wähler als gute Alternative für Nordrhein-Westfalen und Deutschland und verspricht sich von seiner Kandidatur natürlich durchaus auch einen Schub für die Wählergemeinschaft vor Ort, nicht zuletzt bereits im Hinblick auf die Kommunalwahl 2014.

Bei der Kandidatennominierung musste peinlich genau das vorgeschriebene Verfahren eingehalten werden, damit es nichts zu beanstanden gab. Schröder schwor die Mitglieder darauf ein, mit ihm loszuziehen und Unterstützungsunterschriften für seine Kandidatur sowie weiterhin auch für die Landesliste zu sammeln. Er persönlich benötigt, um anzutreten, 200 Befürworter, hat aber keinen Zweifel, diese Zahl zusammenzubekommen.

Vor der Wahlkreisversammlung führten die Freien Wähler Kierspe ihre jährliche Mitgliederversammlung durch. Im Mittelpunkt stand der Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden über die Arbeit im vergangenen Jahr sowie in den ersten Monaten dieses Jahres: Unter anderem erinnerte Peter Christian Schröder an die gemeinsame Internetseite Umweltschanhollen zusammen mit der SPD quasi als virtueller Umweltbeauftragter, nachdem sich diese Funktion aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Rat real nicht durchsetzen ließ. Er sparte nicht an Kritik daran, dass weiter an der Nordumgehung und dem Lausebergaufstieg festgehalten werde, obwohl die einzige vielleicht sinnvolle Trasse, wenn überhaupt, im Westen um Kierspe herumführe. Schröder erwähnte den Antrag zur Schulwegsicherung mit einer weiteren Querungshilfe auf der Friedrich-Ebert-Straße im Bereich der früheren Gaststätte Nordpol sowie die Öffnung der Bergstraße zur Thingslindestraße gegen den Widerstand der Verwaltung, wodurch in diesem Jahr ein schöner Rundweg entstehe.

Erwähnung fand ebenfalls das Versagen der Zustimmung für den städtischen Haushalt: Die Freien Wähler hätten diesen inhaltlich an vielen Stellen kritisiert. Sorge sei vor allem eine Kostenexplosion bei den Regionale-Projekten. Stark gemacht, so der Vorsitzende, hätte sich die Wählergemeinschaft für die Bürger außerdem bei der nur in NRW so rigide gehandhabten Kanaldichtheitsprüfung. Das sei nichts anderes als „Abzocke“.

Rolf Haase

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