Altpapier in Kierspe: Lieber keine Container mehr?

+
Die Papiercontainer am Lidl in Kierspe sind regelmäßig überfüllt. Mancher ist aber nicht bereit, sein Altpapier und seine Pappkartons wieder mitzunehmen. In der Folge liegen große Mengen neben den Containern. Das will die FWG mit einem Antrag ändern.

Kierspe – „Da sind wir in den Gesprächen mit den Entsorgern, die können aber gar nicht so schnell leeren wie die Container gefüllt werden. Wir möchten, dass die Intervalle zumindest an den Standorten, an denen besonders viel Papier und Pappe anfällt, häufiger angefahren werden. Auch derzeit wird nach Bedarf geleert, aber höchstens einmal die Woche“, erklärt Klaus Müller, der bei der Stadtverwaltung für die Abfallentsorgung zuständig ist.

Die Problematik bei der Papierentsorgung über die Container im Stadtgebiet haben auch Peter Christian Schröder und Nico Howorka von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) erkannt. Die Ursache für die Vermüllung der Plätze, die immer dann eintritt, wenn die Container voll oder verstopft sind, sehen sie auch in Gewerbetreibenden, die die Container nutzen, um große Mengen Verpackungsmaterial loszuwerden. Schröder: „Da sind sicher auch etliche aus den Nachbarstädten darunter. Denn beispielsweise in Meinerzhagen gibt es solche Container nicht.“ Tatsächlich ist Kierspe von vier Kommunen umgeben, die bei der Entsorgung von Papier und Pappe ausschließlich auf die Tonnen am Haus setzen. Lediglich Kierspe bietet mit 24 Containerstandorten noch eine weitere Möglichkeit der Entsorgung.

Ob es bei dieser hohen Zahl bleibt, ist ungewiss. „Die Stadt ist nur Gast auf den Parkplätzen der Supermärkte und wir werden von einigen Marktbetreibern darauf hingewiesen, dass wir die Container dort nicht mehr abstellen dürfen, wenn die Vermüllung weiter so bleibt, wie sie ist“, sagt Müller, der aber auch darauf hinweist, dass es beim Bauhof einen Mitarbeiter gebe, der tagtäglich unterwegs sei, um solche Missstände zu beseitigen.

Auch am Container-Standort am Kreisverkehr der Straße Haunerbusch sorgen die überfüllten Behälter und die daneben liegenden Pappen für Verdruss bei den Anwohnern.


Die Freien Wähler favorisieren einen deutlich drastischeren Weg. Sie beantragen in der nächsten Ratssitzung, dass die Containerstandorte allesamt geschlossen werden sollen – bis auf einen, der dann am Bauhof eingerichtet werden soll. Howorka: „Diese Container könnte man analog zur Grünschnitt-Annahme öffnen und nur noch Kierspern erlauben, dort ihr Papier und ihre Pappe zu entsorgen.“

Ob sie bei dieser Haltung bleiben, wollen die FWG-Politiker auch von dem Ergebnis einer Diskussion im zuständigen Ausschuss abhängig machen.

Die FWG-Politiker Peter Christian Schröder und Nico Howorka (rechts) möchten die Papiercontainer-Standorte in Kierspe abschaffen bis auf einen, der dann am Rathaus angesiedelt wird.


In den vergangenen Tagen sind die Freien Wähler gezielt zu den Standorten gegangen und haben dort wirklich erstaunliche Bilder machen können. Schröder: „Oft sind die Container gar nicht voll, sondern durch zu große Pappestücke verstopft, dann ist ein weiteres Befüllen nicht mehr möglich.“

Eine Beobachtung, die auch Müller teilt: „Da muss man dann mal ein Teppichmesser nehmen und die Pappe so klein schneiden, dass sie auch in den Einwurf passt.“

Von Containern mit größerer Öffnung hält der Verwaltungsmitarbeiter nichts: „Derzeit haben wir kaum Probleme mit anderen Abfällen in den Papiercontainern, wenn die Öffnungen aber größer sind, dann werden sicher auch Altreifen und Bauschutt in den Containern entsorgt.“ Solches Verhalten betrachte man nämlich mit Sorge bei den Papiertonnen am Haus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare