CDU-Neujahrsempfang mit Staatssekretär Karl-Josef Laumann

Gut besucht war der Neujahrsempfang der heimischen CDU. Gespannt lauschten die Anwesenden der Rede des Staatssekretärs Karl-Josef Laumann und verfolgten die Verleihung des Bürgerpreises.

Kierspe - Schon aus beruflichen Gründen wünschte Karl-Josef Laumann deden Gästen viel Gesundheit fürs neue Jahr. Der Staatssekretär und Patientenbeauftragte der Bundesregierung war als Redner zum Jahresempfang der CDU eingeladen. Der war sehr gut besucht, mit Mühe brachten die Veranstalter die vielen Gäste unter, die am Freitagabend in den Ratssaal kamen.

Bei seiner Begrüßung positionierte der Ortsvorsitzende Holger Scheel sich ohne Umschweife auf dem Politikfeld, das seit Monaten die öffentliche Diskussion „bis in die Niederungen der Kommunalpolitik“ beherrscht: die Flüchtlingskrise. Mit gesundem Optimismus lasse sie sich bewältigen.

Daran schloss Karl-Josef Laumann in seiner Rede nahtlos an. Fest an der Seite der Bundeskanzlerin, beschwor er den Erhalt der Europäischen Union. Unterfüttert mit vielen Zahlen zeichnete er die gegenwärtige Situation Deutschlands in hellen Farben: eine gute Wirtschaftslage, niedrige Arbeitslosigkeit und Verbraucherpreise, die schwarze Null – das alles strafe die schrillen Töne aus dem rechten Lager als Lügen.

Tatsächlich sei die gegenwärtige Situation auch eine Folge der Globalisierung, sie führe dazu, „dass die Dramen anderer Kontinente bei uns ankommen“. An der Stelle zeigte Laumann sich selbstkritisch: „Man muss ja zugeben, dass wir nicht immer Rücksicht genommen haben auf die Entwicklung der ärmeren Länder.“ Laumann forderte eine deutliche Reduzierung der Flüchtlingszahlen, lehnte Obergrenzen aber ab. Sie seien weder machbar noch moralisch vertretbar.

Zu den zahlreichen sexuellen Übergriffen der Silvesternacht äußerte er sich differenziert: Kriminalität könne nicht geduldet werden, allerdings: „Wir wollen nicht so tun, als hätten wir so ein Frauenbild immer gehabt.“

Von dort aus schlug der ausgewiesene Fachmann für Gesundheit und Soziales dann den Bogen zu einem Problemfeld, das auch in Kierspe zwischenzeitlich etwas in den Hintergrund geraten ist: Den Hausärztemangel auf dem Land. Eine Strukturreform sei nötig, die bereits bei der Ausbildung an den Universitäten ansetze und auch die ambulante Pflege umfassen müsse.

Den musikalischen Rahmen gestaltete der Männerchor Kierspe mit mehreren Liedbeiträgen, und dann kam Holger Scheel zum zweiten Schwerpunkt des Abends, der Verleihung des Bürgerpreises an den Verein „Menschen helfen“. Den nahmen Fritz Schmid und Karin Schmid-Essing entgegen.

Mit dem Preis wolle die CDU bürgerschaftliches Engagement würdigen, sagte Scheel. Das sei in Kierspe stark ausgeprägt; die Stimmung in der Stadt sei außerordentlich positiv, meinte auch Fritz Schmid.

Karin Essing nutzte ihre Dankesrede zu einer erneuten Forderung nach professioneller Unterstützung. „So ein großes, reiches Land kann sich nicht auf Ehrenamtliche verlassen. Das halten wir nicht aus.“ Vor allem im Bildungsbereich seien Nachbesserungen nötig, meinte sie in Hinblick auf die große Zahl junger Männer. „Viele sind im Alter zwischen 18 und 25 Jahren.“ Für sie fühle sich niemand zuständig, weder die Schulen, noch Sprachkurse oder berufsbildende Maßnahmen.

Von Birgitta Negel-Täuber

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