Neueste Energiestandards bei großer Wohnanlage

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Parallel zum Abriss hat schon der Hochbau der großen Wohnanlage begonnen, die zum Teil auf der alten Lagerhalle, die zur Tiefgarage umgebaut wird, errichtet wird. ▪

KIERSPE ▪ Die Politik verspricht sich von dem Projekt eine Aufwertung für den Ortsteil Bahnhof. Immerhin wird durch das Bauvorhaben der Firma Investhome aus Wuppertal im Bereich Börlinghausen eine Industriebrache beseitigt. Entstehen soll dort stattdessen eine Anlage mit 36 Wohnungen, die zur Straße Im Hofe hin durch eine parkähnliche Grünanlage mit Bänken abgegrenzt ist. „Das wird dem gesamten Ortsteil gut tun“, fasst Wolfgang Plate vom städtischen Bauplanungsamt die ebenfalls positive Einschätzung der Stadtverwaltung zusammen.

Nachdem die Überlegungen und Planungen bereits auf das vergangene Jahr zurückgehen, war dann im April Baubeginn – zunächst mit den auch derzeit noch immer nicht komplett abgeschlossenen Abbrucharbeiten durch die Firma Pfeifer, die heute in Olpe ihren Sitz hat. 2007 übernahm sie ebenfalls den Abbruch der durch den Brand zerstörten großen Felderhof-Sporthalle. Der vor neun Jahren gegründete Betrieb, der bis 2009 in Meinerzhagen ansässig war, hat sich auf solche Arbeiten spezialisiert und ist immer weiter gewachsen. „Heute beschäftige ich zwölf Mitarbeiter. Wir haben einen umfangreichen Fahrzeugpark mit einer eigenen Brechanlage und arbeiten neben Nordrhein-Westfalen auch in Hessen und Rheinland-Pfalz“, informiert der Chef Ingo Pfeifer. Eine Expansion am Standort Meinerzhagen war nicht möglich.

Auch der in Börlinghausen eingesetzte 50 Tonnen schwere Long-Front-Bagger mit einer Schere von drei Tonnen Beißkraft ist etwas Besonderes, denn er kann ausgerüstet mit einem anderen Ausleger bei Höhen bis 25 Meter arbeiten und somit auch für den Abbruch von Hochhäusern genutzt werden.

Derzeit ist das Unternehmen auf dem ehemaligen Fagro-Gelände in Frankfurt tätig, und damit auf einer richtigen Großbaustelle. Dort soll demnächst ein Oberstufengebäude für ein Gymnasium entstehen. Das Prinzip bei dem früheren Press- und Stanzwerk ist das gleiche wie bei der Bremicker Trad-Immobilie in Kierspe: Zuerst erfolgte die Schadstoffsanierung. So wurden Asbest- und KMF-haltige Materialien entfernt. Dann kam es zur Entkernung der Gebäude, wobei Wertstoffe wie Metalle und Kunststoffe separiert wurden, und anschließend dann zum Rückbau und zur Aufbereitung. Der mineralische Bauschutt wird mit der mobilen Brechanlage auf eine bestimmte Korngröße zerkleinert und kann nun im Straßenbau wiederverwertet werden.

Bei Bremicker Trad handelt es sich um eine sogenannte Teiltiefenzertrümmerung, weil ein Teil der Gebäude weiter genutzt werden soll. So wird die 620 Quadratmeter große Lagerhalle später zur Tiefgarage, die 20 Autos Platz bieten wird. Die Wohnungen werden darauf aufgestockt. Auch ein unterirdischer Versorgungstunnel, in dem diverse Leitungen liegen, sollte erhalten bleiben, was eine besondere Herausforderung für den Abbruch- und Recyclingspezialisten war.

Während die Abbrucharbeiten jetzt in die Schlussphase gehen, so dass für den Rest noch etwa zwei Wochen gebraucht werden, hat der Hochbau durch die Meinerzhagener Firma Dittmann bereits begonnen. Immerhin soll das Objekt auch bis Juli des nächsten Jahres fertiggestellt sein. Planer ist Bernhard Schölzel vom Kiersper Architekturbüro SKV.

Errichtet werden auf dem Gelände im Erdgeschoss acht Eigentumswohnungen mit Größen von 67 bis 122 Quadratmetern und in den Obergeschossen weitere 28 frei geförderte Wohnungen zwischen 66 bis 82 Quadratmetern, die mit Sozialberechtigungsschein, zwar abhängig vom Einkommen, aber schon von den meisten Rentnern beim Wohnungsamt des Kreises zu beantragen, gemietet werden können. Insgesamt steht dann in der Anlage hinterher eine imposante Wohnfläche von 1927 Quadratmetern zur Verfügung. Hinzu kommen noch 620 Quadratmeter Kellerräume.

Die Gebäudehöhe orientiert sich am Vorgängerbau. Gebaut wird nach den neuesten energetischen Standards. So bekommen die Außenwände 140 Millimeter Dämmung, jede Wohnung ist an eine Lüftungsanlage angeschlossen und eine Wärmepumpe ist auch vorgesehen, so dass niedrigste Energieverbräuche zu erwarten stehen. Selbstverständlich ist die Anlage, die über drei Fahrstühle verfügt, komplett senioren- und behindertengerecht gestaltet. ▪ Rolf Haase

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