Neues Jagdgesetz stößt beim Hegering auf Ablehnung

+
Die Jäger in Nordrhein-Westfalen müssen sich auf einige Änderungen einstellen. So wird mit dem neuen Jagdgesetz beispielsweise die bleihaltige Munition verboten.

Kierspe - Die Neufassung des Ökologischen Jagdgesetzes für Nordrhein-Westfalen wurde am Mittwochabend nach einer hitzigen Debatte im Landtag verabschiedet - sehr zum Ärger des heimischen Hegerings Kierspe-Rönsahl

Obwohl nach heftigen Protesten der Jäger kurzfristig noch einige Punkte entschärft wurden und so beispielsweise die Jagdsteuer nicht wieder eingeführt wird, können sich die heimischen Jäger vom Hegering Kierspe-Rönsahl weiterhin gar nicht mit der Gesetzesnovelle anfreunden.

"Die Jagd wird stark entwertet"

„Die Jagd wird durch die Neufassung stark entwertet“, sagt Hegeringleiter Matthias Heveling, der sich extrem enttäuscht zeigt: „Wir haben im Vorfeld große Anstrengungen unternommen, um gegen die Pläne von Landesumweltminister Johannes Remmel vorzugehen, waren unter anderem bei den Demonstrationen in Düsseldorf dabei und fühlen uns jetzt hintergangen. Dieses Ökologisches Jagdgesetz schadet der Natur mehr, als es nutzt.“

Heveling sieht auch Grundstückseigentümer betroffen

Matthias Heveling

Die Jäger sind für Heveling aber noch nicht einmal die Hauptgeschädigten. Betroffen sind für ihn vor allem die Grundstückseigentümer, die für ihren Waldbereich auch das Jagdrecht besitzen. „Die Pacht, die sie für das Jagdausübungsrecht verlangen können, wird sich in Zukunft deutlich verringern“, prognostiziert Heveling.

„Tiere verlieren Recht auf Hege“

Besonders verärgert ist der heimische Hegeringleiter zudem über den Eingriff in den Katalog der bejagbaren Arten, der deutlich ausgedünnt wurde. „Eigentlich haben alle Tiere ein Recht auf die Hege durch die Jäger, viele verlieren dieses jetzt aber“, sagt Heveling.

"Verbissschäden werden zunehmen"

Probleme erwartet Heveling durch die Verlängerung der Jagdzeit auf den Rehbock, die künftig neun Monate betragen wird, und das Fütterungsverbot für Schwarzwild, wie Wildschweine.

Für den Tier- und Umweltschutz

Die Landesregierung möchte mit dem neuen Jagdgesetz, das gegen die Stimmen von CDU und FDP verabschiedet worden ist, den Tier- und Umweltschutz verbessern. Deshalb wird zum Beispiel der Abschuss von Hauskatzen verboten und der Abschuss von Hunden an strengere Auflagen geknüpft. Totschlagfallen werden untersagt. Das neue Jagdrecht verlangt für die Jagd zudem einen vernünftigen Grund wie Fellnutzung, Fleischverzehr oder Schutz der Landschaft. Die Jäger können sich mit den vielen Einschränkungen nur schwerlich anfreunden und betonen immer wieder, dass sie das Jagdrecht nicht als schlichte Abschusslizenz betrachten, sondern auch als Hege-Verpflichtung. In Kraft treten soll das neue Landesjagdgesetz zum 1. Juli dieses Jahres. Allerdings prüfen die Jäger derzeit noch die Chancen einer Verfassungsklage. - wm/dpa

„Die Wildschweine konnte man durch die Futterstellen bisher kontrolliert bejagen. Der Rehbock wird sich durch den hohen Jagddruck fast komplett in den Dickungen verstecken und ist deshalb kaum noch zu treffen. Beides wird dazu führen, dass die Verbissschäden an den Bäumen deutlich zunehmen“, befürchtet der Hegeringleiter.

Hobby dürfte jetzt weniger Freude machen

Ob einige Jäger aus seiner Vereinigung ihr Hobby nun aufgeben werden, vermag Heveling aktuell nicht zu sagen: „Klar ist in jedem Fall: Die Ausübung unseres Hobbys wird weniger Freude machen. Wie sich das neue Gesetz sonst noch in der Praxis auswirken wird, müssen wir abwarten.“

Jäger setzen auf die nächsten Wahlen

Heveling glaubt allerdings, dass die Jäger das Thema Ökologisches Jagdgesetz bis zu den nächsten Landtagswahlen 2017 nie aus den Augen verlieren werden. „Und vielleicht wird dann ja einiges korrigiert“, hofft er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare