Klettergerüst siegt über warmen Platz an der Heizung an der Gesamtschule Kierspe

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Ein Bild aus wärmeren Tagen: In jeder Pause, aber auch außerhalb der Schulzeiten ist das neue Klettergerüst ein beliebter Treffpunkt für Schüler jeden Alters.

Kierspe - Der Platz an der Heizung in der Pausenhalle ist der wärmste, den es in der Gesamtschule gibt – und gerade in den Wintermonaten auch der beliebteste. Doch sobald es trocken ist und erst recht, wenn die Sonne scheint, tauschen die Schüler diesen gerne gegen Aktivitäten auf dem Schulhof – vor allem an dem neuen Klettergerüst.

Das dieses dort steht, ist der Initiative der Schüler, doch vor allem zwei Lehrern zu verdanken. Eine „bewegte Schule“ wünschen sich Lehrer, Eltern und Schüler gleichermaßen. Doch wie soll diese aussehen? Was lockt mehr als Smartphone und Tablet? Fragen, mit denen sich auch Lehrerin Simone Mienack-Löffler beschäftigt.

„Schon lange gab es den Wunsch, ein attraktives Klettergerüst auf dem oberen Schulhof aufzubauen. Doch letztlich fehlte immer das Geld.“ Das änderte sich im vergangenen Jahr, als der Schulentwicklungspreis und damit verbunden 15.000 Euro an die Gesamtschule gingen. Schnell war klar, dass selbst dieser Betrag nicht ausreichen würde, um ein Gerüst aufzustellen, das sowohl den Ansprüchen eines Fünftklässlers genügt wie denen eines Abiturienten.

Durch die Einnahmen aus einem Sponsorenlauf, der Verwendung eines weiteren Preisgeldes (rund 1000 Euro), das noch auf einem Sparbuch schlummerte und der Unterstützung durch den Förderverein (3500 Euro) war dann genügend Geld vorhanden, um das Projekt in Angriff zu nehmen. „Das dachten wir zumindest“, erinnert sich Mienack-Löffler. Doch ein Gespräch mit Baufachleuten brachte die Ernüchterung.

Trotz Sonderpreisen der Firma Tiefbau Falz und der Vermittlung von Ansprechpartner im Bauhandel waren die Kosten immer noch extrem hoch. „Da half dann nur noch ein großes Maß an Eigenleistung“, sagt Wolfgang Löffler, Techniklehrer der Gesamtschule und Ehemann der engagierten Lehrerin. Letztlich übernahm Falz die klassischen Erdarbeiten mit schwerem Gerät.

Doch das Abtragen der Steine, das Montieren und Befüllen der Gabionen (Drahtkörbe) mit Steinen, die nun das Gelände um das Gerüst einfassen und auch das Schaufeln der 72 Tonnen Kies, der nun mit einer Tiefe von 50 Zentimetern als Fallschutz dient, wurde von den Schülern übernommen. Löffler: „Wir haben unseren Technikunterricht rund zwei Wochen auf dem Schulhof stattfinden lassen. Doch das hat sich gelohnt. Nicht nur die Arbeiten wurden erledigt, die Schüler waren mit Begeisterung dabei.“

Nur an das Klettergerüst selbst, da trauten sich Lehrer und Schüler nicht heran. „Solch eine Anlage muss natürlich vom Tüv abgenommen werden. Das wäre nicht gerade preiswert geworden, wenn wir es selbst gebaut hätten“, erklärt der Technik-Lehrer. Eine Fachfirma lieferte letztlich das massive Gerüst. „Im kommenden Jahr wollen wir dann die Gabionen mit Sitzgelegenheiten aus Holz versehen, damit dann dort auch mal in Klassenstärke der Unterricht im Freien stattfinden kann“, sagt Mienack-Löffler. Wenn das dann nicht zu Verdruss bei Schülern mit Freistunden führt. Denn von der Akzeptanz in diesen Zeiten, in den Pausen und auch nach dem Unterrichtsende sind letztlich auch die Initiatoren des Projektes überrascht.

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