Nachwuchsarbeit soll den Bestand der Wehr sichern

Bei dem ersten Gasalarm wurde aus Sicherheitsgründen die gesamte Kölner Straße gesperrt. Doch eine Ursache für den auffälligen Geruch konnte nicht gefunden werden. - Archivfoto: Becker

Kierspe - Auch wenn es im vergangenen Jahr keine große Anzahl an Gebäudebränden gab, für die Feuerwehr war es kein ruhiges Jahr – was auch an der immer stärker werdenden Zunahme an Einsätzen lag, bei denen die Wehr für den Rettungsdienst Türen öffnen musste. Auch der Rückgang der Aktiven in der Wehr erhöht den Druck auf die, die ihren Dienst verrichten. Und auch in diesem Jahr liegen – neben den Einsätzen – große Aufgaben vor den Einsatzkräften.

Gleich zwei Mal musste die Feuerwehr im September ausrücken, um nach der Ursache eines starken Gasgeruchs im Bereich Kölner Straße und Kreuzung Wildenkuhlen zu suchen – beide Male ohne Erfolg. Vermutet wird nach wie vor, dass entweder ein Gastank demontiert wurde oder dass der Geruch auf einem Firmengelände seinen Ursprung hatte. Einen Monat zuvor musste die Wehr ausrücken, um einen Zimmerbrand am Birkenweg zu löschen, der aufgrund einer brennenden Zigarette im Mülleimer ausgebrochen war.

Die beiden Einsätze fanden tagsüber und im Innenstadtbereich statt – und damit im Gebiet der Löschzüge 1 und 2, die in den kommenden Jahren fusionieren, um sie auf den gemeinsamen Dienst im neuen Gerätehaus an der Kreuzung Wildenkuhlen vorzubereiten. Mit einer Fertigstellung des neuen Gerätehauses wird zwar erst im Sommer bis Herbst des kommenden Jahres gerechnet, doch bereits im vergangenen Jahr trafen sich die Führungskräfte aus beiden Löschzügen, um ein Konzept für den neuen Zug zu entwickeln. Dieses wurde – vor allem im Hinblick auf die neue Führungsstruktur – den Wehrleuten bereits vorgestellt. In diesem Jahr soll es auch Gespräche mit den Mitgliedern der Löschzüge 3 und 4 geben.

Mit der Zusammenlegung zu einem Löschzug hofft Wehrleiter Georg Würth auch auf eine Verbesserung bei der Tagesverfügbarkeit, denn diese nimmt kontinuierlich seit Jahren ab. Standen im Jahr 2004 im Schnitt noch 41 Wehrleute im Innenstadtbereich tagsüber zur Verfügung, waren es 2014 gerade noch 26. In den Außenbereichen stellt sich die Situation noch deutlich schlechter dar. So kann in Rönsahl gerade einmal von einem Feuerwehrmitglied ausgegangen werden, das tagsüber zur Verfügung steht.

In diesen Zahlen spiegelt sich die generelle personelle Situation wieder. Konnte die Kiersper Wehr im Jahr 2004 noch auf rund 160 Aktive zurückgreifen, sind es derzeit noch rund 135. „Wenn niemand eintreten würde, währen es im Jahr 2024 aufgrund der Altersstruktur noch 75“, erklärt Wehrleiter Georg Würth, der bei der Nachwuchsgewinnung vor allem auf die Kinder- und Jugendarbeit setzt.

In diesem Bereich sehen die Zahlen bei den Mitgliedern sehr viel besser aus. Gehörten 2004 der Jugendfeuerwehr 25 junge Nachwuchskräfte an, waren es 2014 bereits 52. Im Jahr 2024 rechnet Würth mit 75 Kindern und Jugendlichen in den beiden Abteilungen. Würth: „Es hat sich gezeigt, dass die Löschzwerge, die ein Jahr in der Kinderfeuerwehr sind, auch dabeibleiben und später in die Jugendfeuerwehr eintreten. Dort sieht es jedoch nicht ganz so gut aus. Wir verlieren rund ein Drittel der Jugendfeuerwehrmitglieder in dem Alter, in dem sie in die regulären Züge übertreten könnten.“ Die Ursache sieht der Wehrleiter in Wohnortwechseln, die sich durch die Ausbildung oder den Studienbeginn ergeben würden. Trotzdem hofft Würth, dass sich die Zahl der Übertritte von derzeit rund vier bis fünf auf zehn in den kommenden Jahren erhöht.

Wesentlich schneller wird es mit der neuen Ausrüstung gehen, die die Wehr benötigt. So hat der Rat beschlossen, dass in diesem Jahr ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug für rund 400 000 Euro bestellt wird, das ein Löschfahrzeug aus dem Jahr 1996 beim Löschzug 2 ersetzen soll.

Für ein Drittel der Wehrleute in Kierspe gibt es im kommenden Jahr auch neue Brandschutzkleidung – dann in der Signalfarbe rot. Insgesamt wird die Stadt in den kommenden drei Jahren rund 180 000 Euro in die neue Kleidung, die bessere Schutzwirkung bei gleichzeitig höherem Tragekomfort verspricht, investieren, bis dann 2019 alle Wehrleute ausgerüstet sind.

Darüber hinaus werden weitere Chemieschutzanzüge und Absturzsicherungen angeschafft.

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