Neues Buch: Sitzengelassene Ehefrau zwischen drei Männern

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Die Kiersperin Ursula Schröder hat ihren neuen Roman fertig. In „Vielleicht hilft auch ein Wunder“ geht es um die Erzieherin Anna, die von ihrem Mann sitzengelassen wird.

KIERSPE - Es ist wieder ein herrlich witziger Frauenroman, in dem Ursula Schröder diesmal allerdings eine Frau Anfang der vierzig zur Heldin macht, mit deren christlich geprägter Gedankenwelt die Autorin sich auch selbst ein Stück weit identifizieren kann.

Von Rolf Haase

Ist sie doch in der Freien evangelischen Gemeinde in Kierspe engagiert und daher stellte sie sich der Anregung, in einem ihrer Werke doch auch mal Aspekte des Glaubens zu verarbeiten, sehr gerne. Trotzdem finden sich die Elemente wieder, die die Fans an ihren Büchern, die vor allem leichte Unterhaltungsliteratur für Frauen sein wollen, so schätzen.

Vielsagend ist dabei allein schon der Titel „Vielleicht auch ein Wunder“ des im Brunnen-Verlag erschienenen und im Hardcover gebundenen Bandes, von dem in der ersten Auflage 3000 Exemplare erschienen sind. Da ist Ursula Schröder, die bislang immer für dtv geschrieben hat, sonst deutlich höhere Auflagen gewöhnt. Weil einige ihrer Bücher in Lizenz ebenfalls beim Lingen-Verlag neu aufgelegt und dann über Discounterketten vertrieben wurden, gab es davon teilweise 30 000 Exemplare.

„Warum sollte ein lustiger Roman nicht auch im christlichen Milieu angesiedelt sein, Christen können doch lachen“, betont Ursula Schröder, die ergänzt, dass Christen heutzutage in der Gesellschaft fast wie Exoten angesehen werden. Mit etwas kritischem Unterton merkt sie an, dass diese es aber auch zugelassen haben, immer stärker an den Rand gedrängt zu werden.

Die Erzieherin Anna, die seit elf Jahren verheiratet und ungewollt kinderlos ist, fällt aus allen Wolken, als ihr Mann Lorenz praktisch von heute auf morgen auszieht. Auf einmal ist er nicht mehr da und hat all seine Sachen mitgenommen. Dabei hat sie fest darauf gebaut, dass ihre Ehe hält, bis der Tod sie scheidet. Was soll sie jetzt tun? Ihre beste Freundin Bibi rät ihr, sich auf die Zeichen Gottes zu verlassen. Tatsächlich gibt es plötzlich ganz unerwartete Ver- und Entwicklungen, die den charmanten Immobilienmakler Aron in ihr Leben bringen. Und dann ist da noch ihr schweigsamer Nachbar Mirko, der inzwischen mit ihr zum Bibelkreis geht.

Leider sind die Fingerzeige des Herrn nicht immer so eindeutig wie gewünscht und ihre Interpretation ist gar nicht so einfach. Kompliziert wird die Sache, als Lorenz wieder auftaucht, doch Anna wird klar, dass sie jetzt nicht mehr so weitermachen kann. Eigentlich kann jetzt nur noch ein Wunder helfen. Und tatsächlich, das darf vorab schon verraten werden, gibt es für sie eine neue Liebe und somit für die Geschichte ein Happy End.

Der aktuelle Titel reiht sich an eine Reihe von recht erfolgreichen Büchern, mit denen die 56-jährige Kiersperin sich schon eine kleine Fangemeinde geschaffen hat. Eine literarische Neigung hatte sie bereits als junges Mädchen, doch traute sie sich lange nicht, es zu versuchen. Aber dann entdeckte der dtv-Verlag die Schriftstellerin gleich mit ihrem ersten Manuskript, aus dem 2007 das Buch „Schöner wohnen mit Mann“ wurde. „Die Motivation kam in einem Spanienurlaub, als ich mich über die mitgenommene Ferienlektüre ärgerte, sie irgendwann weglegte und beschloss, dass ich das besser könne. Ich habe schon dort angefangen und letztlich dann insgesamt nur sechs bis acht Wochen daran geschrieben“, erinnert sie sich.

Das war dann der Beginn einer Trilogie um junge Frauen, ihre Männer, die Liebe und andere Beziehungen. Von den Nebendarstellern wurde sie so sehr inspiriert, dass daraus 2008 mit „Wochenlang kein Schönheitsschlaf“ und 2009 „Träum schön weiter“ neue Titel mit eigenen Geschichten wurden.

2010 erschien dann kein Buch, weil sie vom Verlag eine Anfrage für Geschichten weg von 20-Jährigen hin zu Frauen um die vierzig, die entsprechend dann auch die ältere Frauengruppe stärkeransprechen, erhalten und daran begonnen hatte zu arbeiten. 2001 folgten die Bücher „Umzug ins Glück“ und 2012 „Alles auf Anfang, Marie“.

Zwar ist der neue Band beim Brunnen-Verlag erschienen, doch ist das nächste dtv-Projekt für 2014 bereits geplant. Der Agent von Ursula Schröder hatte sich gezielt für den neuen Titel auch nach einem christlichen Verlag umgesehen, zumal dtv mit der Figur eher etwas Probleme hatte. Der Brunnen-Verlag war sofort angetan von dem Manuskript.

Der Roman „Vielleicht hilft auch ein Wunder“, ISBN 978-3-7655-1581-1, ist in diesem Jahr im Brunnen-Verlag Gießen erschienen.

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