Meinhardus zieht ins Gewerbegebiet um

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Auch Schutzabdeckungen für die Anhängerkupplung ihn mehreren Farben stellt Werner Fiswick in seiner Firma Meinhardus Kunststofftechnik her. Seit März 2012 ist das Unternehmen neu im Industrie- und Gewerbegebiet Wildenkuhlen ansässig. ▪

KIERSPE ▪ Der Kameravorsatz aus Kunststoff mit einer optischen Glasplatte und einem Spiegel davor ermöglicht Panoramaaufnahmen von 360 Grad.

Hergestellt wird das zwar einfach konstruierte wie zugleich von der Idee her jedoch ausgeklügelte Gerät von der Firma Meinhardus Kunststofftechnik, die seit März dieses Jahres im Industrie- und Gewerbegebiet Wildenkuhlen, In der Helle 1, ansässig ist. Geschäftsführer Werner Fiswick zog mit seinem Familienbetrieb von Meinerzhagen nach Kierspe, weil er hier optimale Standort- und Entwicklungsbedingungen vorfindet. „Wir sind damit immer noch autobahnnah, die paar Kilometer mehr fallen nicht ins Gewicht“, erklärt er und geht damit auf einen immer wieder gerne angeführten Nachteil ein, der für ihn aber kein Gewicht hat.

Stattdessen liegen die Vorteile der Immobilie für ihn klar auf der Hand: So bieten die Räume, die Eigentum der Firma Habersang sind und in denen zuletzt als Mieter die Firma Mohn arbeitete, eine gute Aufteilung für eine Produktionsstätte in der Größenordnung wie die Meinhardus Kunststofftechnik mit aktuell 15 Mitarbeitern und zehn Kunststoffspritzgießmaschinen mit Schließkräften bis zu 300 Tonnen sowie einem eigenen Werkzeugbau für Reparaturen und einer Montageabteilung.

Entscheidend für den Schritt von Werner Fiswick, der im Internet auf der städtischen Homepage auf den Gewerbekomplex aufmerksam wurde, war vor allem aber die Option, dass die Immobilie zum Verkauf steht, und außerdem die Erweiterungsmöglichkeiten, weil angrenzend noch eine Halle dazugehört, die derzeit vermietet ist. So könnten aus den 1200 Quadratmetern schnell fast doppelt so viel werden und durch eine Verbindung der beiden Hallen die Produktionsfläche sogar nochmals gesteigert werden, schildert der Firmenchef. Darüber hinaus hebt er die guten Ladebedingungen am Gebäude hervor.

Fiswick, der gelernter Werkzeugmacher ist, dann seinen Meister gemacht und lange als Produktionsleiter gearbeitet hat, wagte 1996 mit seinem Unternehmen im Kiersper Gewerbepark Reppel- und Vollmann den Schritt in die Selbstständigkeit. „Die Stadt hat mich dabei sehr unterstützt“, lobt der Unternehmer.

Damals standen ihm dort 2500 Quadratmeter zur Verfügung, auf denen er zum einen Teile der Produktlinie von Reppel- und Vollmann wie diverse Haushaltsartikel von Messbechern bis zum Plastikgeschirr herstellte, aber zum anderen auch schon Verpackungsteile für die Parfumindustrie wie veredelte Verschlüsse. Weil aus seiner Sicht in den Gewerbepark zu wenig investiert wurde und es immer mehr Mängel gab, die nicht abgestellt wurden, sah sich der heute 55-jährige mit seiner Firma dort irgendwann nicht mehr adäquat untergebracht. „Besonders nicht, wenn Kunden zu uns kamen.“

Daher sahen wir uns nach etwas anderem um und zogen im Jahr 2004 nach Meinerzhagen. Zugleich änderte sich der Name in Meinhardus Kunststofftechnik, parallel wurde statt der reinen Lohnfertigung nach und nach auf eigene Produkte umgestellt, die auf eigenen Werkzeugen hergestellt wurden, und auch die Palette der Erzeugnisse insgesamt wurde deutlich vergrößert: So kamen vor allem technische Kunststoffteile für die Automobil- und Elektroindustrie hinzu. „Wir stellen beispielsweise Bauteile für die Innenausstattung von Kraftfahrzeugen her wie Aschenbecher und Blenden“, macht der Geschäftsführer aufmerksam. Aber auch Mercedessterne oder Audi- und VW-Symbole für den Kühlergrill oder die Heckklappe kommen aus dem Hause Fiswick. Außerdem werden für die Elektrobranche beispielsweise Schalter oder auch Staubsaugergehäuse gefertigt. „Wir können Spritzgießteile bis zu 1,3 Kilo Gewicht herstellen“, merkt er an.

Da die Immobilie am Eisenweg 8 im Meinerzhagener Industriegebiet Schwenke mit ihren 1800 Quadratmetern veräußert wurde, musste sich Werner Fiswick nach etwas Neuem umsehen und ging wieder nach Kierspe. Mit im Unternehmen arbeiten auch seine Frau Jutta und sein Sohn Nico sowie andere Familienmitglieder.

Durch die Umstellung der Fertigung und die Erweiterung der Produktpaklette verfügt der Betrieb heute über eine längerfristige Kundenbindung und ist krisensicherer aufgestellt. Fiswick kann seitdem zwar ein langsames, aber kontinuierliches Wachstum vorweisen. Die intensive branchenübergreifende Akquise der vergangenen Jahre trägt mittlerweile erfreuliche Früchte, gerade im Bereich der Kfz-Industrie.

Es gab bereits einige sehr erfolgversprechende Audits, so dass die Meinhardus Kunststofftechnik jetzt als Lieferant gelistet ist. Fiswick registriert zahlreiche Werkzeug- und Produktionsanfragen: „Anscheinend schätzen die Unternehmen vermehrt unsere Qualität, Flexibilität und dabei die Möglichkeit, wirtschaftlicher zu produzieren als die große Konkurrenz“, zieht er ein Fazit und blickt mit Optimismus in die Zukunft. Die Meinhardus Kunststofftechnik liefert innerhalb Deutschlands und der Europäischen Union, jedoch ebenfalls in die USA oder nach Dubai. Namhafte Marken wie BMW, VW, Porsche, Audi und Magna in Österreich sowie in der Elektrobranche Vorwerk und Miele oder im Bereich der Heizungstechnik Vaillant zählen heute zum Kundenstamm.

▪ Rolf Haase

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