Mehr Einsätze, längere Zeiten

Rettungsdienstbedarfsplan: Gravierende Änderungen im Volmetal

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Der Rettungsdienstbedarfsplan sieht für den Bereich Meinerzagen/Kierspe einen zusätzlichen Rettungswagen vor. Der Bedarf ergibt sich aus den gestiegenen Fallzahlen und der längeren Einsatzdauer.

Kierspe - Ein neuer Rettungswagen für den Bereich Meinerzhagen/Kierspe soll im kommenden Jahr kommen. So steht es im Rettungsdienstbedarfplan, über den der Kreistag kommende Woche berät. Dort sind auch die Gründe für den neuen Wagen aufgeführt.

Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr soll der neue Rettungswagen samt neuer Besatzung bereitsstehen, um die Notfallversorgung in Meinerzhagen und Kierspe zu verbessern. So steht es im neuen Rettungsdienstbedarfsplan, über den der Kreistag am 19. Dezember abstimmen wird. Nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung ist geplant, den neuen Wagen in einer der neugebauten Garagen des DRK-Ortsvereins am Heideweg zu stationieren – das Personal soll dann die Räume des DRK nutzen.

Gestiegene Fallzahlen

Notwendig wird die Anschaffung eines neuen Rettungswagens durch die gestiegenen Fallzahlen, aber auch durch die langen Einsatzzeiten, die sich aus dem großen Gebiet der Rettungswache Meinerzhagen und den Entfernungen zu den Krankenhäusern ergeben.

Allein die Fläche der beiden Kommunen, die von der Rettungswache betreut wird, beträgt 186,8 Quadratkilometer. Zum Vergleich, in Lüdenscheid sind es gerade einmal 86,7 Quadratkilometer. Mit im Jahr 2018 gefahrenen 5024 Einsätzen liegt die Wache in Meinerzhagen im Mittelfeld. Diese Fahrten schlüsseln sich auf in 2806 Einsätze bei einem Notfall, 1154 Krankentransporte und 1064 Fahrten, bei denen ein Notarzt beteiligt war.

Lange Einsatzzeiten

Doch es sind nicht nur die reinen Einsatzzahlen, die die Auslastung eines Rettungswagens verdeutlichen, sondern auch die Einsatzdauer. So hat die Wache in Meinerzhagen mit 93 Minuten die zweitlängsten Einsatzzeiten aller Rettungswachen im Kreisgebiet. Noch länger sind die Wagen durchschnittlich nur noch in Balve gebunden, dort sind es 101 Minuten.

Zum Vergleich: in Lüdenscheid sind es 60 Minuten, in Iserlohn sogar nur 56 Minuten. Der Bedarfsplan zeigt damit aber auch, dass sich die Zeiten verlängert haben, vor sechs Jahren war ein durchschnittlicher Einsatz mit 88 Minuten noch fünf Minuten kürzer. In dem Plan heißt es dazu: „In Meinerzhagen und Balve existiert keine Klinik, die im Notfall von Rettungswagen angefahren werden kann.

Somit finden Transporte in Kliniken grundsätzlich außerhalb des Einsatzbereichs der Rettungswache statt.“ Hinzu komme, dass der Rettungswagen erst wieder freigemeldet werden können, wenn sie an der heimischen Wache eingetroffen sind, „da der Rettungswagen auf der Rückfahrt nicht zu anderen Einsätzen alarmiert werden kann“.

Mehr Personal

Aus den Zahlen ergibt sich der zusätzliche Bedarf für die Wache in Meinerzhagen. Dadurch wachsen auch die sogenannten Rettungsmittel-Wochenstunden an – genau um 50, da die Wache zusätzlich ja „nur“ wochentags in der Zeit von 8 bis 18 Uhr besetzt wird.

In den übrigen Zeiten ist nach Auswertung der Einsätze der Bedarf nicht so groß, darüber hinaus stehen in den Zeiten, in denen der Rettungswagen nicht besetzt ist, die Helfer vor Ort zur Verfügung, die in Kierspe die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzen und unter Umständen schon mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen können.

Reservefahrzeug

Zukünftig wird die Wache in Meinerzhagen – nach dem noch nicht verabschiedeten Plan – nicht nur über die drei Rettungswagen samt Besatzung verfügen, sondern wie bisher auch schon über ein Reservefahrzeug. Abschließend wird in der Vorlage noch erwähnt, dass für die Besetzung des zusätzlichen Wagens neues Personal (zwei Rettungsdienstmitarbeiter) eingestellt werden müsse.

Dafür werden insgesamt 3,2 Stellen benötigt, um Urlaube und Fortbildungen aufzufangen. Finanziert werden diese, wie auch die Kosten für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes, die schon im Einsatz sind, über die Rettungsdienstgebühren.

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