Neuer Raum bietet ideale Laborbedingungen

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Geschäftsführer Heiko Kositzki demonstriert die Absicherung des Raumes vom Lehrerarbeitsplatz aus. ▪

KIERSPE ▪ Echte Laboratmosphäre herrscht im neuen Naturwissenschaften- und Multimedia-Raum der Freien Schule. Versuche mit Säure, Feuer und explosionsgefährlichen Stoffen werden in einer fahrbaren Kabine gezeigt, die den Schülern ein Maximum an Einblick und ein Minimum an Gefährdung bietet. Spezielles Glas und eine rund 15 000 Euro teure Absauganlage, die auch im Brandfall noch arbeitet, minimiert jedes Risiko für die bis zu 30 Zuschauer in dem Raum im Erdgeschoss.

Noch vor wenigen Jahren sprangen in dem gleichen Raum die Kinder des Waldorfkindergartens herum. Um Platz für die expandierende Schule zu schaffen, zogen die Kinder dieser Einrichtung ins benachbarte Meinerzhagen und machten so den Weg für die Betreuung im Rahmen des Ganztages und den Bau des neuen Raums für den naturwissenschaftlichen Unterricht frei. Doch bevor dort eine Fachfirma aus Süddeutschland die Geräte einbauen konnte, musste nicht nur sorgfältig geplant sondern auch viele Spenden gesammelt werden. Insgesamt rund 85 000 Euro wurden dann ab April des vergangenen Jahres in den neuen Unterrichtsraum investiert.

Dafür ist aber auch ein Klassenzimmer entstanden, das seinesgleichen sucht. Denn nicht nur die Sicherheitstechnik im Bereich des Chemieunterrichts ist auf dem neuesten Stand. Auch die Versuchsanordnungen und Materialien sind auf der Höhe der Zeit.

Für den Physikunterricht können aus dem Deckenbereich Armaturen heruntergeklappt werden, die Versuche mit Strom an den Arbeitsplätzen ermöglichen. Wobei im Versuchsaufbau nur mit 28 Volt gearbeitet wird, um weder den Schüler noch ein eventuell getragenes Hörgerät zu gefährden. In dieser schwenkbaren Armaturentafel befinden sich auch Netzwerkanschlüsse, die jeden Schüler-Laptop mit dem Server verbinden. Ergebnisse und Vorträge lassen sich dann auch noch zusätzlich über einen fest eingebauten Beamer (Projektor) auf einer Leinwand darstellen, die sich im „normalen“ Unterrichtsalltag hinter zwei fahrbaren Tafeln verbirgt. „Damit haben die Lehrer nun auch die Möglichkeit, ihren Unterricht am Rechner vorzubereiten und können die Ergebnisse dieser Vorarbeit an die Wand werfen oder auf den Rechner des Schüler spielen“, freut sich der Geschäftsführer der Freien Schule Heiko Kositzki.

Mit dem neuen Raum endet aber auch ein Zustand, der so auf Dauer kaum haltbar gewesen wäre. Fand doch zum einen in der Vergangenheit ein sehr theoretischer Unterricht statt, zum anderen mussten naturwissenschaftliche Räume an anderen Schulen angemietet werden.

„Trotz der Spendenbereitschaft vieler uns gewogener Menschen war der Umbau ein enormer Kraftakt für unsere kleine Schule“, so Kositzki.

Dass der Raum nicht bereits früher in Betrieb genommen werden konnte, lag auch an den zahlreichen Abnahmen und Sicherheitsüberprüfungen, die mit dem Bau einhergingen. Doch am Freitag, 4. Februar, ist es nun soweit, dann dürfen Schüler, Eltern und Interessierte sich ab 19 Uhr im Rahmen einer kleinen Feierstunde in dem Raum und der Schule umschauen. Insgesamt wird die Schule von 107 Schülern besucht, die derzeit in elf „Klassen“ jahrgangsübergreifend unterrichtet werden. Und in Klassengrößen von zurzeit maximal 25 Schülern können die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeiten der neuen Geräte und Versuchsanordnungen auch voll ausschöpfen. ▪ Johannes Becker

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