Neuer Beschluss zur Kastanienallee

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Unstrittig ist, dass 24 Alleebäume aus Verkehrssicherungspflichtgründen auf alle Fälle gefällt werden. ▪

KIERSPE ▪ Insgesamt 24 Bäume, darunter 20 Altbäume und vier nachgepflanzte Jungbäume, sollen gefällt werden. Dem folgt ebenfalls der zwischen UWG und CDU abgestimmte neue Beschlussvorschlag, den die beiden Fraktionen der Verwaltungsvorlage entgegenstellten. Das war denn im Umwelt- und Bauausschuss am Dienstag, als dieser erneut zur Kastanienallee bei der Isenburg tagte, auch unstrittig. Aber vor allem an dem zusätzlichen Passus, dass weitere Fällungen vorgenommen werden können, wenn dies erforderlich ist, um den Alleecharakter zu erhalten, störten sich dann doch einige wenige Ausschussmitglieder aus den Reihen der SPD und von Pro Kierspe.

Die Verwaltung soll, so der Beschlusswortlaut, zur Fällung weiterer Bäume einen Vorschlag erarbeiten. Wobei zudem festgelegt wurde, dass die Zuständigkeit beim Fachausschuss liegen soll und nicht bei der nichtöffentlich tagenden Baumgruppe, was theoretisch ebenfalls denkbar gewesen wäre. Allseitig konsensfähig war wiederum die Festlegung auf Linden für die Neuanpflanzungen. Besonders nachdem der in der Sitzung anwesende Jürgen Eick, Dezernent beim Forstamt Märkisches Sauerland, diese Baumart als widerstandfähig, schnittverträglich und geeignet als Alleebaum eingestuft hatte.

Wie in der Verwaltungsvorlage wurde außerdem festgelegt, dass bei den Bäumen, die nicht gefällt werden, Rückschnitte, wenn notwendig in der Form vorzunehmen sind, dass die Standsicherheit der Bäume gewährleistet bleibt. Kontrollen sollen wie bisher in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Und wenn sich bei ihnen ein ähnliches Krankheitsbild zeigen sollte, so sollen auch diese nach fachkundiger Beurteilung gefällt und durch Linden ersetzt werden. Verschwunden sind aus dem Text die Begriffe Pflegeschnitte und auch Begutachtung, weil kein weiteres teueres Gutachten mehr gewünscht wird. Über die Festlegung der Durchführung der Arbeiten auf eine Fachfirma hinaus wurde ergänzend festgeschrieben, dass die entstehenden Kosten jährlich dem Ausschuss vorgelegt werden müssen. Diesem Beschluss stimmte das Gremium mit 15:2 Stimmen zu.

Vor der Diskussion hatten Bürger nochmals Zweifel an dem Gutachten vorgebracht und gefragt, ob den auch der ökologische Wert der Kastanien ausreichend berücksichtigt worden sei. Doch versuchte Bürgermeister Frank Emde alle dahingehenden Bedenken zu zerstreuen.

Dieter Grafe (UWG) betonte noch einmal, dass es mit der veränderten Kostenseite jetzt andere Voraussetzungen gebe als bei dem umstrittenen Fällbeschluss im Herbst. Damals sei von jährlichen Kosten von 25 000 Euro die Rede gewesen und jetzt von 1500 Euro. „Über einen solchen Betrag kann sich eine Stadt nicht hinwegsetzen“, verteidigte er die damalige Entscheidung. Außerdem appellierte er, im Fall der Allee mal zwei, drei Generationen weiter zu denken, was aus seiner Sicht für eine Komplettfällung und Neuanpflanzung spricht. Zudem mahnte er an, die Verkehrssicherung zu beachten und warnte vor „grobfahrlässigem Verhalten“, wenn dem nicht in geeigneter Form nachgekommen werde.

Bürgermeister Frank Emde sagte für die Verwaltung: „Ich werde den Teufel tun, die Fällung weiterer Bäume von uns aus umzusetzen.“ Er meinte hier ohne weitere Ausschussbeteiligung. Grafe favorisierte das Fällen von mehr Bäumen, um den Alleecharakter zu stärken. Währenddessen wollte Erich Mürmann (SPD) den noch nicht geschädigten Kastanien gerne die Chance geben, sich vielleicht zu erholen. „Die Forderung von Dieter Grafe gibt mir zu denken“, stellte er fest. ▪ rh

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