Außergewöhnlich rege Bautätigkeit in Kierspe

+
Im Bereich Östlich Rathaus 2 werden zurzeit einige neue Wohnhäuser errichtet. Dort An der „Grenze“ zwischen den Gebieten 1 und 2 soll dann auch noch ein Mehrgenerationenplatz entstehen.

Kierspe - Jahrelang lag die Fläche zwischen den Straßen Vor dem Isern und Kirchstraße brach. Anscheinend hatten potenzielle Bauherren kein Interesse an den Grundstücken. Doch das hat sich mittlerweile geändert – und nicht nur dort: in ganz Kierspe ist eine rege Bautätigkeit zu verzeichnen.

Wer in diesen Tagen durch Kierspe und Rönsahl fährt, der kann eine außergewöhnliche Bautätigkeit beobachten – und das nicht nur im Gebiet Östlich Rathaus 2, wo schon etliche neue Wohnhäuser vor der Fertigstellung stehen.

Im vergangenen Jahr wurde mit dem Bau von 15 Wohngebäuden in Kierspe und vier Häusern in Rönsahl begonnen. In diesem Jahr startete der Bau von 14 weiteren Häusern in Kierspe und neun Wohngebäuden in Rönsahl. Damit hat sich die Zahl der Neubauten in Rönsahl innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. „42 Neubauten in zwei Jahren, das ist für eine Stadt in der Größe von Kierspe schon sehr ordentlich“, formuliert es Rainer Schürmann, Sachgebietsleiter Planung und Bauverwaltung bei der Stadtverwaltung.

Die ersten Grundstücke in dem Gebiet zwischen Vor dem Isern und Kirchstraße werden derzeit bebaut. Doch dort finden Bauherren auch weiterhin noch freie Grundstücke.

Dass das Bauen in Rönsahl so stark zugenommen hat, liegt sicher auch daran, dass die Grundstücke zwischen Vor dem Isern und Kirchstraße endlich Käufer gefunden haben, zumindest einige von ihnen. Nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung sollen wohl in nächster Zeit fünf bis sechs der zehn bis elf Flächen, die zur Verfügung stehen, bebaut werden.

Bei dem Umbau des ehemaligen Werkstattgebäudes zur Senioren-WG ist kein Baufortschritt zu beobachten.

Ursprünglich stand auf dem Gelände einmal die Rönsahler Schule, die dann später für viele Jahre von den Märkischen Werkstätten genutzt wurde. Nach deren Umzug in das Gewerbegebiet Kiersperhagen vor einigen Jahren stand das alte Objekt leer. Erst nach einiger Zeit gelang die Veräußerung an eine Investorin, die GMWG-Projektentwicklung-Gesellschaft mit Sitz in Winterberg, die neben einem Baugebiet für Wohnhäuser auch eine „Senioren-Wohngemeinschaft“ realisieren wollte. Diese sollte in einem früheren Werkstattgebäude Platz finden. Nach anfänglicher Bautätigkeit kamen die Arbeiten im vergangenen Jahr zum Erliegen, weil der Märkische Kreis einen Baustopp verhängt hatte. Erst nachdem der Rönsahler Architekt Horst Becker mit dem Einholen einer Baugenehmigung betraut wurde – und diese auch bekam –, hätte es weitergehen können. Becker teilte im Januar auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung noch mit, dass er damit rechne, dass im Frühjahr mit dem Weiterbau begonnen werde. Doch geschehen ist seitdem nichts – jedenfalls nichts Sichtbares.

Die geplante Wohngemeinschaft

Nach den Schilderungen des Rönsahler Architekten Horst Becker ist geplant, dass im Obergeschoss des ehemaligen Werkstattgebäudes zehn und im Erdgeschoss acht Zimmer entstehen, in die sich Menschen in einer Art Wohngemeinschaft einmieten können. Zusätzlich soll es im Obergeschoss noch Gemeinschaftsräume und eine Küche geben. Einmieten werden sich die Bewohner beim Investor, der auch Eigentümer des Gebäudes ist. Das Angebot richtet sich in erster Linie an ältere Menschen, die ihren Lebensabend nicht alleine verbringen möchten, aber nicht in ein Seniorenzentrum oder Betreutes Wohnen ziehen möchten. „Allerdings handelt es sich nicht um ein Altenheim. Sollte ein Bewohner Pflege benötigen, muss er individuell einen Pflegedienst beauftragen, der nichts mit dem Haus an sich zu tun haben wird“, stellt Becker klar. Erdacht und geplant wurde das Projekt noch zu Zeiten der rot-grünen Landesregierung, der es ein Anliegen war, solche Wohngemeinschaften zu fördern. Nach Angaben von Becker gibt es davon derzeit rund 500 im Land, die Regierung in Düsseldorf wollte die Zahl auf rund 2500 steigern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare