Neue Tafel soll auf das Naturschutzgebiet einstimmen

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Freuen sich über das neue Schild am Einstieg in den neuen Weg bei Sundern: Svenja Kelm (Stadt Kierspe, Untere Denkmalbehörde), Rebekka Großpietsch und Kathy Lippe (Märkischer Kreis, Untere Naturschutzbehörde), Friederike Mürkens (Wupperband), Michael Baales (Landwirtschaftsverband Westfalen-Lippe) und Ernst-Walter Schmidt vom SGV (von links).

Kierspe - Dass das einfache dreieckige Schild mit dem Aufdruck Naturschutzgebiet und dem Adler nicht ausreicht, um die Menschen von Fehlverhalten abzubringen, war den Verantwortlichen bereits vor Jahren klar.

In der Folge wurden Verbotsschilder angebracht – und nun auch noch ein Hinweisschild, das darüber informiert, warum die Natur an dieser Stelle des Kerspetals besonders schützenswert ist und auch darüber, was die Besucher dort entdecken können.

Hermann Reyher konnte sich bei einem Pressetermin im vergangenen Jahr noch gut an Touristen aus dem Ruhrgebiet erinnern, die mit ihren Autos auf die Wiese im Bereich Sundern fuhren, um dort zu picknicken. Aber auch Reiter nutzten das malerische Tal zum Ausritt und Wanderer gingen entlang des mäandernden Baches – vor allem aber sorgten die Hundebesitzer für Unmut bei Landbesitzern, Pächtern und Naturschützern, wenn sie ihre Tiere frei im Tal laufen ließen und es auch noch immer tun.

Verboten ist das bereits seit Anfang der Nuller-Jahre, als das 3,5 Kilometer lange Tal mit seinen 35 Hektar Fläche unter Naturschutz gestellt wurde. Die genannten dreieckigen Schilder wiesen auf das Gebiet hin – allerdings gab es keine Angaben darüber, was dort erlaubt und was verboten ist. Auf Anregung der Anwohner brachte der Märkische Kreis vor einigen Jahren zusätzliche Schilder mit den Verboten an. Darauf war klar zu lesen, dass das Verlassen der Wege, das Freilaufenlassen von Hunden, Zelten, Lagern und Feuer machen verboten ist – genauso wie das Wegwerfen von Abfällen oder das Ausreißen von Pflanzen.

Um Wanderern und Reitern aber zumindest den Blick in das landschaftliche Juwel nicht zu verweigern, wurde damals ein Weg im ehemaligen Obergraben eines Reckhammers angelegt und zur Brücke in Sundern verlängert. Möglich wurde dies durch das Einverständnis der Eigentümer und mit Zustimmung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der für den Obergraben als Bodendenkmal zuständig ist. Der Wupperverband spendierte einen Holzzaun, um die Wanderer und Reiter zu lenken und gleichzeitig das Betreten und Befahren der Wiese zu erschweren. Außerdem schnitten die Mitarbeiter des Verbandes die Büsche und Bäume zurück, um ein Begehen des neuen Weges zu ermöglichen. An anderer Stelle übernahm diese Arbeit der Kiersper SGV.

Neu ist nun auch noch ein zusätzliches Schild, das von einer Layouterin der kreiseigenen Druckerei entworfen und von der Stadt Kierspe, dem Märkischen Kreis, dem Landschaftsverband und dem Wupperverband finanziert wurde. Dort wird dem Wanderer das Gebiet erklärt, auf seine Geschichte als Industriestandort erinnert und auch aufgezählt, welchem Ziel die zahlreichen Verbote dienen. „Damit wollen wir den Wanderern den Naturschutz näher bringen und diese nicht nur mit Verboten konfrontieren“, erklärt Rebekka Großpietsch, die von Anfang an, in den Prozess der Unterschutzstellung einbezogen war.

Wie dringend diese Hinweise immer noch sind, zeigt sich nur ein paar Meter weiter, wo die Spuren eines Autos mitten auf die bachnahe Wiese führen. Dazu hatte der „Täter“ das Tor im neuen Holzzaun geöffnet und war an gleich drei Schildern vorbeigefahren, die ihm die Nutzung des Weges eindeutig verwehren.

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