Umweltausschuss möchte sich vor Entscheidung die Parksituation ansehen

Neue Straßendecken und neue Tore

Unter anderem soll die Straße Padberg auf einer Länge von 180 Metern eine neue Decke bekommen. Einen Bürgersteig, der von Ausschussmitgliedern gewünscht wurde, wird es erst einmal nicht geben.
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Unter anderem soll die Straße Padberg auf einer Länge von 180 Metern eine neue Decke bekommen. Einen Bürgersteig, der von Ausschussmitgliedern gewünscht wurde, wird es erst einmal nicht geben.

Einen Bürgersteig für die Padbergstraße, den wünschen sich viele Kiersper schon länger – und auch die Politiker verfolgen dieses Ziel. Bislang scheiterten aber alle an den Grundstückseigentümern, die keine Flächen für eine Verbreiterung des Weges abgeben wollten. Deshalb war von einem eigenen Bereich für Fußgänger auch keine Rede im Ausschuss für Umwelt und Bauen, als Helmut Heidemann, Sachgebietsleiter Tiefbau, den Plan für die Deckensanierung einiger Kiersper Straßen vorstellte.

Kierspe - Jedes Jahr aufs Neue lässt die Stadtverwaltung Straßendecken sanieren, um die Wege auf „kostengünstige“ Art und Weise zu erhalten. Aus diesem Grund führt das Sachgebiet Tiefbau seit Jahren eine Liste, in der alle Verkehrswege in Kiersper Verantwortung aufgeführt sind. Bei regelmäßigen Kontrollen wird geprüft, in welchen Zustand die Straßen sind. Danach erfolgt dann eine Einteilung. Landet eine Straße dann irgendwann in der Kategorie 5, hat sie gute Chancen, eine neue Decke zu bekommen. Welche Straßen in diesem Jahr saniert werden sollen, steht schon fest (siehe Info-Kasten). Zur Präsentation der Straßen hatte Heidemann eindrucksvolle Bilder mitgebracht, die auch bei den Ausschussmitgliedern den Eindruck hinterließen, dass diese Straßen dringend eine neue Decke benötigen. Allerdings sprach Dieter Grafe dann noch einmal den fehlenden Bürgersteig der Straße Padberg an. „Dort sind immer viele Menschen unterwegs, da wäre der Bau eines Bürgersteigs sinnvoll.“ Der Sachgebietsleiter konterte, dass es in der Vergangenheit durchaus Vorstöße gegeben habe, ein Hochbord zu errichten, dies aber am notwendigen Grunderwerb gescheitert sei. Das wollte Clemens Wieland so nicht stehen lassen und forderte die Verwaltung auf, erneut das Gespräch mit den Eigentümern zu suchen: „Vielleicht gibt es da ja inzwischen eine Möglichkeit. Sinnvoll wäre es auf jeden Fall, da dort viele Menschen in ihrer Freizeit unterwegs sind.“

Doch auch, wenn es nun einen erneuten Versuch gibt, diesen Wunsch nach mehr Sicherheit zu erfüllen, werden die Sanierungen wie geplant vorgenommen. Für die neuen Straßendecken werden insgesamt rund 300 000 Euro ausgegeben. Und da es sich nur um eine Sanierung handelt, sind die Anwohner auch nicht mit im Boot, wenn es um die Bezahlung der Rechnungen geht.

Saniert werden folgende Straßen:

Am Wernscheid (auf einer Länge von 150 Metern)

. Am Bredek (150 Meter)

. Hoher Hahn (300 Meter)

. Linden Immelscheid (470 Meter)

. Padberg (180 Meter)

Anwohner der betroffenen Straßen gaben sich als Besucher des Ausschusses nicht zu erkennen. Das war beim Tagesordnungspunkt „Parksituation an der Berliner Straße“ ganz anders. Dort waren die Bewohner zweier Wohnhäuser einer Stichstraße gekommen, um den Ausschussmitgliedern zu schildern, warum sie eine neue Zuwegung haben möchten, die es ihnen erlaubt, einen Stellplatz auf dem eigenen Grundstück zu errichten. Übereinstimmend erzählten die beiden Anwohner, dass sich in den vergangenen Jahren die Parksituation auf der Berliner Straße immer wieder verschärft habe. Zum einen seien Parkplätze durch genehmigte Stellplätze an Gebäuden, die unmittelbar an der Berliner Straße liegen, weggefallen, zum anderen habe die Markierung von Parkzonen zu noch weniger Parkraum geführt. „Wer außerhalb dieser Markierungen steht, zahlt das Knöllchen. Für uns bedeutet das, dass wir weite Wege zwischen Auto und Haus zurücklegen müssen. Vor allem abends sind keine Parkplätze zu bekommen“, sagte einer der beiden. Da die Stichwege zu den Häusern, die sich am Ende dieser Wege befinden, zu schmal sind, um sie zu befahren, schlagen die Eigentümer vor, eine Zufahrt vom Glatzer Weg entlang des Spielplatzes zu bauen. So könne man mit den Fahrzeugen das eigene Grundstück erreichen.

Die Verwaltung hatte im Beschlussvorschlag schon formuliert, dieses Ansinnen abzulehnen, da der Spielplatz ansonsten kleiner werde und mit einem Zaun von der neuen Fahrbahn abgetrennt werden müsste. Den Vorschlag von Carsten Möller (SPD), zu prüfen, von wie vielen Kindern der Spielplatz überhaupt genutzt werde, lehnte Clemens Wieland rundheraus ab: „Eine Verkleinerung oder Schließung von Spielplätzen wird es mit der UWG nicht geben, egal ob dieser von zwei oder 20 Kindern genutzt wird.“ Der UWGler schlug stattdessen vor, zusätzlichen Parkraum an der Glatzer Straße zu schaffen, der dann von den Anwohnern des Stichwegs genutzt werden könnte. Letztlich kamen die Ausschussmitglieder überein, sich die Situation bei einem Ortstermin anzuschauen und das Thema damit erst einmal zu vertagen.

Eine Verkleinerung oder Schließung von Spielplätzen wird es mit der UWG nicht geben, egal ob dieser von 2 oder 20 Kindern genutzt wird.

Clemens Wieland, UWG

Damit war dann auch der Vorschlag von Stefan Kugel (SPD) erst einmal hinfällig, Parkausweise für verschiedene Zonen auf der Berliner Straße auszugeben, um so die Chance der Anwohner auf einen Parkplatz in der Nähe ihrer Häuser zu erhöhen. Denn auch das müsse, so Sachgebietsleiter Ordnung, Oliver Knuf, geprüft werden.

Entschieden wurde hingegen, dass es im Bereich der Kastanienallee zwei Tore geben soll, die in den Abendstunden geschlossen werden, um so die Fluchtmöglichkeit von Menschen, die Schaden auf dem Gesamtschulgelände anrichten, zu beschränken. Auch wenn es anfangs keine Einigkeit über den Standort der neuen Tore gab, wurde letztlich deren Einbau mehrheitlich beschlossen. Insgesamt sind für die Arbeiten und die neuen Tore rund 2300 Euro veranschlagt.

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