Neue Spielhalle mit Bowlingcenter geplant?

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Dort wo jetzt noch die Ruine des Gasthofes Hamann steht, soll in naher Zukunft eventuell eine Spielhalle und ein Bowlingcenter entstehen. ▪

KIERSPE ▪ Bereits seit gut fünf Jahren ist die Errichtung einer Spielhalle an der Kreuzung Wildenkuhlen immer wieder ein Thema in Kierspe.

Nach einer längeren Ruhepause ist nun Bewegung in dieses Thema gekommen. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Kierspe hatte mit dem Betreiber der Spielhalle an der Kölner Straße Kontakt aufgenommen und diesen zu einer nichtöffentlichen Fraktionssitzung eingeladen. Letztlich kam aber nicht Thomas Bluhm aus Coesfeld, dem auch das Grundstück gehört, auf dem sich der ehemalige Gasthof Hamann befindet und der dort nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung eine Spielhalle mit angeschlossenem Bowlingcenter bauen möchte. Besucht wurde die Versammlung von seiner Partnerin und dem Architekten, der erste Planungen für die Neubebauung vorstellen konnte.

Genauere Auskünfte zu der Veranstaltung wollte der UWG-Fraktionsvorsitzende Clemens Wieland gegenüber der MZ aber mit dem Hinweis auf die nichtöffentliche Sitzung nicht geben: „Bevor wir uns dazu äußern, müssen die Planungen erst noch konkreter werden.“ Zu der Sitzung waren auch die Fraktionsvorsitzenden der anderen Kiersper Parteien eingeladen, mit Ausnahme der Wählergemeinschaft Pro Kierspe.

Ein Vorgehen, das Peter Christian Schröder von Pro Kierspe nicht nachvollziehen konnte: „Wir sind eine demokratisch gewählte Wählergemeinschaft und sollten dann auch zu solchen Veranstaltungen eingeladen werden.“

Marc Voswinkel, Fraktionsvorsitzender der Kiersper SPD, teilte der MZ auf Anfrage mit, dass es diese Einladung gegeben habe. Aufgrund dessen, dass er aus terminlichen Gründen an der Versammlung, die Anfang September stattfand, nicht teilnehmen konnte und die Fraktionen beschlossen hatten, keine Inhalte der Sitzung öffentlich wiederzugeben, äußerte er sich nur grundsätzlich zu einer Spielothek. „Wir wollen keine neue Spielhalle in Kierspe“, stellte er den Standpunkt seiner Partei klar. Die Mindestvoraussetzung für ein solches Projekt sieht Voswinkel in einer Schließung der Spielhallen an der Kölner Straße, doch der Lokalpolitiker hat die Befürchtung, dass diese trotz eines Neubaus dann auch noch weiter betrieben würden. Außerdem befürchtet er, dass die Mehrheit der Ratsmitglieder wohl einem entsprechenden Antrag zustimmen und damit den Weg für eine Spielhalle freimachen würden. Voswinkel: „Wir haben in der Fraktion noch nicht darüber beraten, aber ich gehe davon aus, dass die SPD dies nicht mittragen wird. Wir respektieren den Wunsch der Kiersper, die vor einigen Jahren zahlreiche Unterschriften gesammelt hatten, mit denen sie sich klar gegen eine Spielhalle ausgesprochen haben.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende wies in diesem Zusammenhang auch noch einmal darauf hin, dass Spielhallen, die auf einer Fläche von weniger als 100 Quadratmetern betrieben würden, keiner Genehmigung bedürften. „Da muss von Seiten der Stadt schnell eine klare Regelung gefunden werden, um Wildwuchs zu verhindern“, so Voswinkel.

Jürgen Tofote, Fraktionsvorsitzender der CDU Kierspe, war gestern nicht zu erreichen. Peter Schrade, Vorsitzender der CDU in Kierspe, konnte, da er an der Sitzung nicht teilgenommen hatte, nichts zu dem bei der UWG vorgestellten Konzept sagen. Grundsätzlich hat er aber eine Meinung zu einer neuen Spielhalle in Kierspe: „Wenn es sich dabei um eine klassische Spielhölle handeln sollte, dann ist das sicher nicht wünschenswert. Kommt da aber etwas hin, das auch gut für die Jugend wäre, kann man das sicher unterstützen, auch wenn ein paar Automaten an der Wand hängen.“

Armin Jung, Fraktionsvorsitzender der FDP Kierspe wollte sich im Gespräch mit der MZ nicht zu der Sitzung äußern. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Hermann Reyher war gestern nicht zu erreichen. ▪ Johannes Becker

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