Neue Seniorenresidenz bewegt die Kiersper

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Dr. Lutz-Peter Lührmann stellte am Montagabend das Kierspe-Modell vor, in das die neue Seniorenresidenz eingeplant ist.

KIERSPE ▪ Dass die UWG mit ihrer Informationsveranstaltung zur neuen Seniorenresidenz offenbar goldrichtig lag, zeigte die große Anzahl von rund 100 Besuchern am Montagabend im Ratssaal. Neben Politikern unterschiedlicher Parteien waren eine Reihe älterer Bürger und viel pflegefachkundiges Publikum erschienen. In seinem Vortrag machte der Betreiber Dr. med. Lutz-Peter Lührmann anhand von Bildern und Zahlen deutlich, wie die neue Einrichtung Östlich Rathaus zukünftig aussehen soll.

„Die Menschen möchten in ihren Stadtteilen oder Ortschaften bleiben, wenn sie pflegebedürftig werden, deshalb baut die Residenzgruppe auch in kleineren Orten in unauffälliger Bauweise“, erklärte Dr. Lührmann zum Auftakt. Er machte deutlich, dass eine Standortanalyse immer der erste Schritt vor dem Bau sei. Für den Standort Kierspe hat der Mediziner einen Bedarf von weiteren 73 Heimplätzen errechnet. Dabei sei ihm wichtig, sich der bereits vorhandenen Einrichtung nicht als Konkurrent, sondern als Mitbewerber zu präsentieren, betonte der neue Betreiber.

Punkten möchte Dr. Lührmann mit dem Hotelcharakter seines Pflegeheims. In der Lobby werden die Besucher gleich an der Rezeption empfangen. Für die Bewohner soll es statt eines Speiseraums ein Restaurant mit echten Tischdecken und Bedienung am Tisch geben. Die benachbarte Cafeteria mit Kuchenbuffet und Ausgang zur Terrasse bietet die Möglichkeit, mit seinen Angehörigen Zeit zu verbringen. Daneben wird auch ein wohnlich eingerichtetes Geburtstagszimmer für zehn bis zwölf Gäste entstehen, ein Friseursalon und ein großer Veranstaltungsraum sollen sich mit wenigen Handgriffen zur Kapelle umfunktionieren lassen. „Alle Räume sind lichtdurchflutet und haben unterschiedliche Farbgestaltungen, damit sich Bewohner und Gäste dort wohl fühlen“, erzählte der Betreiber.

Auch unangenehme Gerüche wie in anderen Pflegeheimen soll es in seiner Einrichtung nicht geben. Dafür sorgt ein Luftüberdruck in den Fluren, der einen Austritt von Luft aus den Zimmern verhindert.

Die neue Seniorenresidenz bietet 66 Einzel- und sieben Doppelzimmer. Jedes Zimmer wird mit Pflegebett, Nachtschränkchen, Kleiderschrank, Kommode, Tisch und zwei Stühlen möbliert. Auf Wunsch könnten auch einzelne eigene Möbelstücke mitgebracht werden, räumte Dr. Lührmann ein.

Im Untergeschoss des Hauses soll ein segregativer Bereich für demenziell erkrankte Bewohner entstehen. Nach Art einer Hausgemeinschaft wird dort der Wohngruppenraum mit kleiner Küche zentraler Aufenthaltsort sein, wo sich das alltägliche Leben abspielt. Wichtig ist dem Betreiber, neben dem geschlossenen, auch ein offener Pflegestützpunkt, der ständig besetzt ist. „Damit haben Bewohner und Besucher immer einen Ansprechpartner und Pflegekräfte nicht die Möglichkeit sich zurückzuziehen“, erklärte der Betreiber. Ein geschützter Garten mit Rundlauf soll dem erhöhten Bewegungsdrang vieler demenziell Erkrankter Rechnung tragen und ein Snoezelraum der Entspannung und Regulierung eines gestörten Tag-Nacht-Rhythmus‘ dienen.

Wichtig sind Dr. Lührmann auch die Räumlichkeiten für Beschäftigungsangebote, über die jede Wohnebene verfügt. „Als Besucher müssen sie überhaupt nichts von der Pflege mitbekommen und können sich ausschließlich auf den Bewohneraufenthaltsflächen aufhalten“, versicherte er dem Publikum.

Zum Richtfest mit Besichtigung am Donnerstag, 4. November, um 12 Uhr lud er alle Interessierten herzlich ein.

In der anschließenden Fragerunde interessierte sich das Publikum für Heimkosten, Tarifverträge, neue Arbeitsplätze und Eigenmöblierung. Keine Zeit blieb für eine Diskussion über das Leitbild und ein Pflegekonzept.

Mit der Seniorenresidenz, einem Pflegeheim der so genannten vierten Generation, entsteht somit ein weiteres Mosaiksteinchen in der Pflegelandschaft für die älter werdende Kiersper. ▪ msh

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