Neue Schule ist kein Thema für die CDU

KIERSPE ▪ Welche Chancen würde eine Gemeinschaftsschule für Kierspe bieten? Dieser Frage wollte die CDU-Fraktion nachgehen, um zu verhindern, dass personelle und finanzielle Vorteile, die mit der Gründung einer Gemeinschaftsschule einhergehen, der eigenen Schule und damit der Stadt entgingen.

„Dabei wollten wir aber nichts gegen den Wunsch der Schulleitung unternehmen“, so Jürgen Tofote, Fraktionsvorsitzender der Kiersper CDU. Bei dem Gespräch mit Schulleiterin Monika Hahn sei schnell klar geworden, dass die Umwandlung einer Gesamtschule in eine Gemeinschaftsschule durch einen Landeserlass nicht möglich sei. „Außerdem wurde bei dem Gespräch mit der Schulleitung schnell klar, dass die Gesamtschule bereits jetzt mehr bietet als die geplante Gemeinschaftsschule“, ergänzt der Kiersper CDU-Vorsitzende Peter Schrade, der als Beispiel unter anderem die Profilklassen nennt, die an der Gesamtschule bereits installiert wurden.

Außerdem benötige eine Gemeinschaftsschule, an der längeres gemeinsames Lernen praktiziert werden soll, die Kooperation eines Gymnasiums, da die Schulzeit an einer Gemeinschaftsschule nicht über das zehnte Schuljahr hinausgehe. Tofote: „Da sind wir ja jetzt bereits deutlich weiter.“

Das Interesse an der Gemeinschaftsschule war bei den CDU-Politikern geweckt worden, weil in einer Information der Landesregierung zu dem auf sechs Jahre angelegten Schulversuch von einer besseren personellen Ausstattung und von zusätzlichem Geld für die Fortbildung der Lehrer zu lesen war. In der Informationsschrift heißt es: „Gemeinschaftsschulen erhalten einen Stellenzuschlag von 0,5 Stunden je Klasse je Woche wegen des erhöhten Differenzierungs- und Förderbedarfs und einen Versuchszuschlag von 0,5 Stellen pro Schule und Jahr wegen des erhöhten Schulentwicklungsaufwands. Dazu kommt ein zusätzliches Fortbildungsbudget in Höhe von 2500 Euro pro Schule wegen des erhöhten Fortbildungsbedarfs.“

„Wir stellen uns in diesem Zusammenhang allerdings die Frage, warum eine Schule wie unsere, die schon all die Aufgaben übernimmt, die auch eine Gemeinschaftsschule erst noch übernehmen soll, nicht die gleichen Zuschüsse und personelle Ausstattung erhält? Überhaupt ist uns unklar, warum die Landesregierung mit der Gemeinschaftsschule noch einen vierten Schultyp neben Haupt-, Realschulen und Gymnasien installieren möchte“, so Schrade.

Die beiden Kiersper Politiker nutzten das Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung, um noch mal klar zu machen, dass die Kiersper CDU voll und ganz zur Gesamtschule stehe, die sich als sehr gute Einrichtung für Kierspe erwiesen habe.

„In den nächsten Jahren geht die Schulleitung von einem Anstieg der Schülerzahl auf rund 1500 Schüler aus. Dass wir mit der Schule den richtigen Weg beschritten haben, zeigt auch die Akzeptanz der Einrichtung in den Nachbargemeinden. So pendeln derzeit rund 500 Schüler aus Meinerzhagen, Halver und Lüdenscheid täglich nach Kierspe, um die Gesamtschule zu besuchen“, erklärt Jürgen Tofote. ▪ Johannes Becker

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