Altes Amtshaus in wenigen Wochen wieder bezugsfertig

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Hartwig Benne vom Gebäudemanagement der Stadt vor dem Schrank, in dem nun die EDV ihren Platz findet.

Kierspe - Feuer und Löschwasser hatten dem Alten Amtshaus im vergangenen Oktober bei einem Gebäudebrand arg zugesetzt. Doch nun erstrahlt das Haus wieder in neuem Glanz – und in den kommenden Wochen können auch die ersten Nutzer und Mieter wieder einziehen.

Von Johannes Becker

Die Haustür des Seiteneingangs sieht aus wie immer und doch irgend wie neu. Die Ursache ist darin zu suchen, dass die massive alte Eichentür durch das Löschwasser verzogen war und von der Schreinerei Rutz in Rönsahl nachgebaut wurde. Überhaupt kamen bei der Sanierung in erster Linie heimische Firmen zum Einsatz. Die Stadt hatte sich mit der Versicherung über die zu erstattenden Summen geeinigt und die Bauleitung selbst übernommen.

Das Ergebnis kann man in vielen Räumen bereits jetzt bestaunen. Im Foyer und im Archiv des Bakelitmuseums reichte neue Farbe beziehungsweise Tapete um Wände und Decke wieder ansehnlich zu machen. Jetzt müssen nur noch die neuen Linoleumböden verlegt werden. Diese wird es im Fritz-Linde-Zimmer in Zukunft nicht mehr geben. Nachdem der Bodenbelag dort durch herabfallende Deckenteile zerstört wurde, reichte es aus, die alten Dielen abzuschleifen. Die Decke musste komplett erneuert werden – und in Kürze kommen noch neue Lampen in die balkenähnlichen Kästen unter der Decke. „Zum Glück konnten wir die Wandtäfelung und auch die Eingangstür des Raumes erhalten“, freut sich Hartwig Benne vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung.

Im Museum selbst sind vier „Exponate“ fest mit dem Gebäude verbunden. Bei der Sanierung ist es nämlich gelungen, vier Heizkörper der alten Schwerkraftheizung in die neue Anlage einzubinden. In allen anderen Räumen wurden neue Heizkörper verwendet. Überhaupt wurde viel in die neue Heizung investiert. Während früher alle Etagen an der alten, völlig überdimensionierten Anlage angeschlossen waren, stehen jetzt drei Gasthermen bereit, um die einzelnen Etagen zu wärmen. „Das erleichtert die Abrechnung und ist aufgrund der unterschiedlichen Nutzung auch effektiver“, erklärt Benne. Die Sanierung des Gebäudes wurde auch genutzt, um alle elektrischen Leitungen und die Wasserversorgung auszutauschen – zum Teil bestand letztgenannte noch aus alten Bleirohren.

In der ersten Etage kann bereits in wenigen Wochen wieder das Volkshochschulteam einziehen. Eine massive moderne Eingangstür grenzt den Verwaltungsbereich von dem übrigen Gebäude ab. Und die Mitarbeiter bekommen neue Möbel in komplett sanierten Büros. Allerdings müssen in einigen Räumen noch die Böden aufgearbeitet werden, da sich nach dem Abschleifen des alten Bodens ein strenger Geruch in dem Gebäude ausbreitete. Die Ursache war Löschwasser, das in die Dielenzwischenräume gelaufen war. Doch in wenigen Wochen wird auch in diesen Bereichen wieder ein Linoleumboden verlegt. Neue abgehängte Decken verbessern den Schallschutz bereits jetzt – und die EDV ist staubsicher in einem alten Wandschrank verschwunden.

Im Dachgeschoss wurde die Wohnung in den Farben gestrichen, die sich die Mieter, die bereits dort vor dem Brand wohnten, gewünscht haben. Die Stadt hat auch noch gleich den Boden des Badezimmers erneuert. Die meiste Arbeit wartete jedoch im Wohnzimmer und in der Küche auf die Baufachleute. Denn dort waren die gesamten Böden nach dem Brand nicht mehr vorhanden. Bevor die Zwischendecken neu aufgebaut werden konnten, mussten neue Balken eingezogen werden, um die Konstruktion zu tragen.

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